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Yulin – wann hat das grausame Hunde-Schlachten ein Ende

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (30.06.2016)

Wien, 30.06.2016

Trigger Warning - dieser Text enthält explizite Schilderungen von Tierqual

Ende Juni spielt sich in der süd- chinesischen Stadt Yulin etwas ab, das TierfreundInnnen auf der ganzen Welt die Tränen der Wut und der Verzweiflung in die Augen treibt. Das Hundefleisch-Festival von Yulin gilt als besonders grausame Praxis, wenn es um den Verzehr von Fleisch geht. Denn die Tiere werden unter extrem grausamen Bedingungen nach Yulin transportiert, eingepfercht, getötet und ihr Fleisch „live“zubereitet. Über 10.000 Hunde enden so jedes Jahr in Yulin auf dem Markt. Dort erwartet sie der sichere Tod – oft werden sie bei lebendigem Leib gehäutet, an Haken aufgehängt und in Töpfe mit heißem Fett geworfen. Die Tradition besagt, dass Hundefleisch -Verzehr Glück bringe und dass das Fleisch erst besonders schmackhaft wird, wenn das Tier besonders gelitten hat.

Dass diese barbarische Praxis ein Ende haben muss, ist unbestreitbar. Nationale und internationale Tierschutzorganisationen machen sich seit Jahren stark, um den Hunden von Yulin zu helfen. Immer wieder gelingt es, Hunderte Tiere vor dem Tod zu retten. Doch es sind zu viele, für die jede Hilfe zu spät kommt...

Der Druck der Öffentlichkeit wirkt.

2014 wurde das Festival heimlich schon ein paar Tage früher abgehalten, um der Kritik durch die Tierschutz-Presse aus dem Weg zu gehen. 2015 wurde der Protest größer, die lokale Regierung geriet verstärkt unter Druck. Das Festival wird nun von den Behörden nicht mehr unterstützt, aber auch nicht verboten. 2016 ging, gestützt durch die Verbreitung in den sozialen Medien, ein Aufschrei um die Welt. Millionen Menschen haben Petitionen unterschrieben, Geld gespendet und Hollywood Stars appellierten an China, dem grausigen Treiben ein Ende zu setzen.

Yulin liegt vor unserer Haustür

Was unterscheidet Hundefleisch von Pferdefleisch? Wieso regt es uns so auf, wenn Labradore und Pudel im Kochtopf landen, während wir in Österreich genüsslich in die Schnitzelsemmel beißen? Das dahinterstehende Konzept heißt „Karnismus“ – ein Begriff, den die US-amerikanische Sozialpsychologin Melanie Joy geprägt hat. „Karnismus“ bezeichnet jenes Glaubenssystem, das Menschen darauf konditioniert, bestimmte Tierarten zu essen und andere nicht. Die Aufteilung in „essbar“ und „nicht essbar“ erfolgt völlig willkürlich. Für den Karnismus ist es typisch, Fleischkonsum als normal aufzufassen. Das Resultat: es gelingt, das Mitgefühl für die betroffenen Tiere zu unterdrücken. In Folge unterteilen wir Tiere in Nutztiere und Haustiere, wobei die Grenzen von Land zu Land verschieden sein können. Das Schlachten von Nutztieren wie Rinder, Schweine oder Hühner ist für viele ÖsterreicherInnen ethisch unbedenklich. Für andere ist es genauso schlimm wie das Töten und Quälen jeder anderen Spezies.

Falscher Rassismus

In vielen sozialen Netzwerken sind in den letzten Tagen die Emotionen hochgekocht – viele nutzten die Aufregung, um ihre rassistischen Konzepte loszuwerden und um ihre Wut zu entladen. Es stimmt zwar, dass Yulin durch die Grausamkeit des Schlachtprozesses besonders hervorsticht. Aber das Töten und Verzehren der Tiere allein ist ja eigentlich nichts Aussergewöhnliches – wir brauchen uns nur umzusehen. In jedem Supermarkt türmen sich die Fleischtassen, Videos aus Schlachthöfen zeigen die tierquälerischen Handlungen, die nur wenige Kilometer von uns entfernt stattfinden. Täglich verschließen wir die Augen vor so viel Tierleid. Aber es ist Wirklichkeit. Und wir können die Verantwortung nicht auf die ChinesInnen, AsiatInnen oder all jene abwälzen, die Tiere quälen, die wir lieben. Denn alle Tiere haben ein Recht auf Leben.

Was können Sie tun?

Unterstützen Sie den VGT oder andere Tierschutzorganisationen. Sprechen Sie mit FreundInnen und Familie darüber, wie wir Tieren ein selbstbestimmtes und leidfreies Leben ermöglichen können. Konsumieren Sie keine Tierprodukte. Informieren Sie sich. Kaufen Sie kein Billigfleisch und keine Leder- oder Pelzwaren. Seien Sie Vorbild und gehen Sie den ersten Schritt. Veränderung beginnt bei uns!!

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