Teilen:

Oberösterreich: Geschützte Biber sollen abgeschossen werden

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (23.01.2017)

Linz, 23.01.2017

Der Biber ist das Wappentier einiger Mühlviertler Gemeinden. Trotzdem soll dem geschützten Tier in diesem Teil Oberösterreichs nun der Garaus gemacht werden, weil er Schäden in Gärten angerichtet hat. Der VGT fordert eine gewaltfreie Lösung.

Am Pöschlteich im Bezirk Rohrbach in Oberösterreich sorgen drei Biber für Aufruhr in der Bevölkerung. Die Tiere kommen von der 5600 Quadratmeter großen Wasserfläche in die umliegenden Gärten und verursachen dort Schäden, etwa durch das Fällen von Bäumen. Daher überlegt die Gemeinde Rohrbach-Berg nun die „Entnahme“ der Tiere. Was so harmlos klingt, bedeutet allerdings den Abschuss und damit den Tod der Biber.

Biber sind in Österreich heimisch. Früher waren sie im ganzen Land verbreitet, doch die Gier der Menschheit nach dem Fell, Fleisch und dem Drüsensekret „Bibergeil“ des Tieres, führte zu seiner Ausrottung in fast ganz Europa. Nach ca. 100 Jahren konnte der Biber in den 1970er Jahren wieder erfolgreich in Österreich angesiedelt werden - ein riesiger Erfolg für den Naturschutz. Die Arbeit des Bibers hat zudem positive Auswirkungen auf die Lebensraum- und Artenvielfalt, beispielsweise sorgt er für die Renaturierung begradigter Flüsse, was die negativen Folgen bei Hochwasser oder Starkregenereignissen mindert. Biber sind in der ganzen EU geschützt, in Oberösterreich wird nun aber überlegt, den Abschuss einzelner Tiere wegen besonderer Gefährdung freizugeben. Begründet wird das damit, dass etwa von den Tieren gefällte Bäume Schäden anrichten können.

Der VGT spricht sich hier klar für eine gewaltfreie Lösung aus. Diese erscheint auch sinnvoller, denn Biber leben bis zur Geschlechtsreife im Revier des Muttertieres und suchen sich dann ein eigenes Revier. Wenn Biber aus einem geeigneten Revier verschwinden - etwa durch Abschuss – wird sich mich allerhöchster Wahrscheinlichkeit kurze Zeit später ein neues Tier dort ansiedeln. Sollte der Biber, wie von manchen Anrainern vermutet, nicht auf natürlichem Wege in die Region gelangt sein, kann er einfach umgesiedelt werden. Der Tod dieses geschützten Lebewesens ist keinesfalls notwendig. Außerdem können kleinere Maßnahmen, wie etwa ein Schutzanstrich der Bäume oder eine Schutzvorrichtung aus Maschendrahtzaun rund um die Gärten, eine schnelle Abhilfe schaffen.

Der VGT dazu: „Die Menschen müssen wieder lernen, mit ihrer natürlichen Umgebung im Einklang zu leben. Biber haben unser Land bereits bewohnt, bevor wir Menschen jeden Zentimeter für uns beansprucht haben. Sie haben jedes Recht, sich wieder anzusiedeln und sollten nicht mit dem Tod bestraft werden.“

19.02.2026, Wien

42* Klimaaktivist:innen angeklagt: VGT solidarisch, Klimawandel größte Bedrohung

Bei einer derart drastischen Bedrohung für uns alle sind auch drastische Aktionen gerechtfertigt – es wäre ein Verbrechen, sehenden Auges die eigenen Kinder in den Untergang zu schicken!

18.02.2026, Wien

Forschungsbericht zu neuem Schweine-Vollspaltenboden bestätigt: kaum Verbesserung

Die zu verschiedenen Parametern des Tierwohls erhobenen Vergleichszahlen zwischen Vollspaltenboden alt und neu sind ernüchternd – heute Protest vor dem Ministerrat

17.02.2026, Klagenfurt

PK: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

In Kärnten wurden in den letzten 4 Jahren doppelt so viele Wölfe geschossen, wie im großen, regional 10 Mal so dicht besiedelten Deutschland – seit 2022 gab es sogar 310 Abschusserlaubnisse der Landesregierung

12.02.2026, Graz

Einladung: morgen Freitag Tierschutzdemo vor Bauernbundball in Grazer Stadthalle

Der ÖVP-Bauernbund blockiert massiv jede vernünftige Weiterentwicklung im Nutztierschutz – Protest vor allem gegen die Beibehaltung des Schweine-Vollspaltenbodens

10.02.2026, Klagenfurt

Einladung zur Pressekonferenz: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

Expert:innen und Tierschutzvertreter:innen beziehen Stellung zur aktuellen Wolfsthematik in Kärnten

09.02.2026, Steinbrunn

14 Füchse und 2 Marder getötet: Jagdverband Burgenland brüstet sich sinnloser Tötungen

Die Jagd auf Füchse ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv und bedeutet sinnloses Tierleid: Füchsinnen sind Anfang Februar bereits schwanger, Abschüsse kurbeln Reproduktion an

06.02.2026, Wien

Vorträge zu Theorien zur Tierbefreiung

Vorträge, Podiumsdiskussion und Q&A

04.02.2026, St. Pölten

NÖ Jagdgesetz-Novellierung untergräbt Tierschutz

Das neue NÖ-Landesjagdgesetz wird von der Landesregierung als „modernstes Jagdgesetz“ gefeiert. Viele Änderungen sprechen aber eher dafür, dass nun noch brutaler mit den Tieren umgegangen werden darf.