Teilen:

TierschützerInnen heute im Prozess Sachbeschädigung Pickerl Mayr-Melnhof freigesprochen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (28.11.2017)

Salzburg, 28.11.2017

Da war anfangs noch die Rede von € 30.000 Sachschaden wegen Pickerl, beim Prozess heute wurde das deutlich auf unter € 5.000 reduziert; dann sprach die Richterin die Angeklagten frei!

Im Juni 2016 wurde eine junge Frau in Salzburg von einem Taxifahrer festgehalten, weil sie Pickerl mit der Aufschrift „Wanted! Max Mayr-Melnhof wegen perverser Tierquälerei im Jagdgatter“ an einen Poller geklebt hatte. Die Polizei nahm sie auf die Station mit, wo sie stundenlang auf einen Beamten vom Amt für Verfassungsschutz und Terrorbekämpfung warten musste, der sie dann einvernahm. Unter der Strafandrohung von 2 Jahren Haft nannte sie zahlreiche Namen von TierschützerInnen, die möglicherweise auch Pickerl aufgeklebt haben könnten. Dann wurden Facebook-Accounts geöffnet, Mobiltelefone ausgelesen und einige Menschen von der Polizei vorgeladen und einvernommen. Nach 1 ½ Jahren Ermittlungen kam es jetzt zum Prozess am Landesgericht Salzburg. Anfänglich hatte die Staatsanwaltschaft eine Sachschadenhöhe von € 30.000 verbreitet, wodurch der Tierschutz und insbesondere der VGT desavouiert werden sollten. Nach einer Anzeige des VGT gegen die zuständige Staatsanwältin wegen Amtsmissbrauch war heute ein anderer Staatsanwalt der Ankläger im Prozess. Bei den Einvernahmen der Geschädigten (Stadt Salzburg und Plakatfirma Progress) stellte sich heraus, dass der Schaden deutlich geringer war, jedenfalls unter € 5.000. Damit hätte eigentlich das Bezirksgericht und nicht das Landesgericht zuständig sein sollen. Nach einer sehr fairen Prozessführung von beiden, dem Staatsanwalt und der Richterin, kam es schließlich zum vollständigen Freispruch.

Mayr-Melnhof hatte die Informationen der Ermittlungsbehörden zu einer Privatanklage gegen Martin Balluch und zwei Tierschützerinnen wegen Beleidigung genützt. Doch in erster Instanz, ebenfalls am Landesgericht Salzburg, hatte der Richter da bereits alle diesbezüglich freigesprochen. Die Aufschrift „Wanted! Max Mayr-Melnhof wegen perverser Tierquälerei im Jagdgatter“ sei von der Meinungsfreiheit gedeckt, so das Urteil. Nun kommt der Umstand hinzu, dass die AktivistInnen auch noch diesbezüglich freigesprochen wurden, überhaupt für das Aufkleben der Pickerl verantwortlich zu sein.

Der VGT äußert sich sehr zufrieden mit diesen Urteilen, sie würden zeigen, dass sich die Justiz von Mayr-Melnhofs Täter-Opfer Umkehr nicht beeindrucken lässt. Faktum ist, dass Mayr-Melnhof zusammen mit einigen Schlägern am 20. 11. 2017 bei der Gatterjagd außerhalb des Gatters zwei Tierschützer angegriffen und misshandelt hat, und ihnen dabei Gegenstände im Wert von € 1.300 mit Gewalt entwendete. Das ist ein Gerichtsverfahren, das am Landesgericht Salzburg aufgehoben wäre, dafür müsste das Handy von Mayr-Melnhof beschlagnahmt und ausgelesen werden. Aber Pickerl aufzukleben ist wirklich kein Delikt, das einen derartigen Aufwand rechtfertigt.

Zugehörige Sendung im Tierrechtsradio nachhören

28.10.2026, Heidenreichstein

VGT dokumentiert Tierqual von Fischen

Stress und Leid für Karpfen beim größten Waldviertler Abfischfest

27.10.2026, Bezirke Neusiedl/See und Bruck/Leitha

VGT erwischt Jagdleiter in NÖ mit 100 Fasanen in Kisten und ruft die Polizei

Trotz Verbots des Aussetzens von gezüchteten Fasanen im Burgenland seit 2022 wollte eine Jagdgesellschaft ungarische Fasane als Schießbudenfiguren im Burgenland aussetzen

22.10.2026, Wien

VGT übergibt 90.000 Stimmen für Hitzefrei für Fiakerpferde an Stadtrat Czernohorszky

Internationale Entwicklungen zeigen : Wien darf nicht zum Schlusslicht im Pferdeschutz werden

21.10.2026, Wien/OÖ

Aktuelle UNESCO-Stellungnahme: ob OÖ-Singvogelfang Kulturerbe bleibt, ist offen

Festgestellt wird, „dass es sich um eine gesellschaftlich umstrittene Praxis handelt – insbesondere hinsichtlich der Einschätzung von Ausmaß und Zumutbarkeit des den Vögeln zugefügten Leids“

16.10.2026, Wien

Einladung: VGT-Anti-Pelz-Demomarsch in Wien

Samstag, 17. Oktober, 13 Uhr, Christian-Broda Platz

14.10.2026, Wien

VGT: Bundesregierung gesetzlich verpflichtet, 2027 Schweinehaltung neu zu regeln

Anlässlich der heutigen Nationalratssitzung erinnerte der VGT vor dem Parlament die Regierung daran, die offene Frage der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden endlich zu lösen

13.10.2026, Salzkammergut

Vogelsang statt Vogelfang! Kundgebung bei Singvogelfangausstellung

Wir protestieren vor der jährlichen Singvogelfangausstellung am 29.11., bei der hunderte gefangene Singvögel in kleinen Käfigen zur Schau gestellt werden.

13.10.2026, Wien/EU

85 % der Österreicher:innen fordern rasches Ende der Käfighaltung

Ein Großteil der Österreicher:innen will bis 2035 ein EU-weites Ende der Käfighaltung von Legehennen. Die Industrie pocht auf eine Übergangsfrist bis 2045.