Teilen:

Mythen rund ums Ei: VGT zeigt Realität

Wien, 17.03.2026

VGT veröffentlicht neues Bildmaterial aus Legehennenhaltungen in NÖ und lädt zu einer Protestaktion mit "Riesenhuhn" ein.

Mit rund 60 Millionen verkauften Eiern gehört die Osterzeit zu den umsatzstärksten Zeiten für die Eierindustrie in Österreich. Doch während bunt gefärbte Eier aus allen Supermarktregalen leuchten, bleibt das Leid der Legehennen meist hinter den Mauern der Tierfabriken verborgen. Um der Bevölkerung zeitnah vor dem Osterfest die schwerwiegenden Tierschutzprobleme der Eierindustrie ins Bewusstsein zu rufen, veröffentlicht der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN neue Bilder aus einer niederösterreichischen Bodenhaltung und lädt zu einer kreativen Protestaktion am 18. März am Wiener Stephansplatz.

Grausame Normalität in der Legehennenhaltung

Die Aufnahmen von Februar und März dieses Jahres zeigen die gängigen Probleme in der Eierproduktion. In riesigen Hallen werden Gruppen von mehreren tausend Hennen gehalten. Es ist eng und schrecklich laut, wie Videoclips aus dem Stall belegen. In den oberen Etagen der Bodenhaltungssysteme stehen die Hühner auf Gittern, lediglich der Hallenboden ist dünn eingestreut. Mehrere tote und bereits verwesende Tiere sind zu sehen. Eine Henne steht gekrümmt in abnormer Körperhaltung und mit kahler Brust - womöglich ein Hinweis auf typische Krankheitsmuster von Legehennen. Diese Zustände sind für empathische Menschen skandalös, entsprechen jedoch weitestgehend der legalen Norm.

Mythos: „Bodenhaltung ist artgerecht“

Die Bodenhaltung von Legehennen hat zwar unbestreitbare Vorteile gegenüber der früher verbreiteten Käfighaltung, doch die aktuellen Aufnahmen zeigen einmal mehr: Artgerecht ist sie nicht. Dennoch leben derzeit rund 56 % der österreichischen Hennen in Bodenhaltung(1). Auf jedem Quadratmeter der kargen Halle drängen sich 7-9 Hennen(2). Im besten Fall mit „Außenscharrraum“, jedoch immer ohne Zugang zu einer Wiese und teilweise sogar ohne Tageslicht. Studien zufolge sterben zwischen 2 und 12 % der Hennen bereits im Legebetrieb(3).

Mythos: „Für Eier werden keine Tiere getötet“

Legehennen gehören Hochleistungszuchten an, die unnatürlich viele Eier legen. Nach einem bis eineinhalb Jahren beginnt ihre Legeleistung langsam zu sinken. Deshalb werden sie bereits in diesem jungen Alter geschlachtet und durch neue Hennen ersetzt. Nicht nur die älter werdenden Hennen sondern auch die männlichen Kücken der Legerassen sind für die Eierindustrie unbrauchbar. Jährlich werden rund 10 Millionen Hahnenkücken in Österreich durch Ersticken mit CO2 getötet.

Mythos: „Hühner legen so oder so Eier - ob man sie isst oder nicht, spielt keine Rolle“

Das ursprüngliche Huhn legt, genauso wie andere Vögel, wenige Eier pro Jahr zur Fortpflanzung. Nachdem das Nest gefüllt ist, werden die Eier ausgebrütet und die Kücken großgezogen. Heutige Legehennen hingegen wurden gezielt darauf gezüchtet, unnatürlich viele Eier zu legen. Zudem haben sie nie eine natürliche Legepause, da die Eier laufend weggenommen werden und nicht ausgebrütet werden können. Das macht sie krank und verletzungsanfällig. Beispielsweise erleidet ein Großteil der Legehennen im Lauf ihres Lebens einen schmerzhaften Bruch des Brustbeins(4,5). Auch Erkrankungen der Legeorgane sind ein gängiges Problem(6). Zum Vergleich: Während Legehennen mehr als 300 Eier pro Jahr legen, sind etwa 20 Eier im Jahr für ein ursprüngliches Bankivahuhn bereits viel.

Mythos: „Nach dem Käfigverbot ist die Eierproduktion in Österreich eingebrochen“

Die Tierindustrie nutzt diesen Mythos als Argument gegen weitere Verbesserungen der Haltungsbedingungen für Tiere. Tatsächlich ist aber das Gegenteil eingetreten. Seit dem Inkrafttreten des Käfigverbots für Legehennen ist der Selbstversorgungsgrad bei Eiern kontinuierlich gestiegen, bis er im Jahr 2022 den bisherigen Höchstwert von 94 % erreicht hat(7). In den letzten Jahren zeigt sich erfreulicherweise sogar ein Rückgang der Bodenhaltungen, während Freilandhaltungen zunehmen. Das österreichische Käfigverbot gilt als Paradebeispiel für die erfolgreiche Umsetzung einer bedeutenden Tierschutzmaßnahme.

VGT-Campaignerin Denise Kubala, MSc, plädiert für mehr Transparenz und Information: „Das sind nur einige der Eier-Mythen, die sich in der Gesellschaft leider hartnäckig halten. Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie unnatürlich die industrielle Eierproduktion heute abläuft und man möchte das auch gar nicht sehen. Legehennen werden von Maschinen ausgebrütet, um dann zu Tausenden in Industriehallen gehalten zu werden und leben kaum länger als eineinhalb Jahre. Alleine in Österreich werden jedes Jahr mehrere Millionen Tiere im Zuge der Massenproduktion von Eiern getötet.“

Einladung: VGT Aktion „Sei zu Hühnern lieb. Sei kein Eierdieb“

Wann: Mittwoch, 18.03.2026, 10:30 bis 12:00
Was: Ein aufblasbares Riesenhuhn verteidigt seine Eier im Nest. Aktivist:innen verteilen währenddessen vegane Schokoladeneier und informieren über die Tierschutzprobleme der Eierindustrie.
Wo: Wien, Stephansplatz, über der Virgilkapelle

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Pressefotos Legehennen (Copyright: VGT.at)
Pressefotos von der Aktion am 18.3. (verfügbar ab mittags)

Videomaterial stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung

Quellen:

(1) Grüner Bericht 2025

(2) 1. Tierhaltungsverordnung

(3) vgl. Schuck-Paim, C., Negro-Calduch, E., & Alonso, W. J. (2021). Laying hen mortality in different indoor housing systems: a meta-analysis of data from commercial farms in 16 countries. Scientific Reports, 11(1), 3052.  Supplementary Material: https://www.hen-welfare.org/mortality-data.html (Zuletzt aufgerufen am 13.03.2026)

(4) Baur, S., Rufener, C., Toscano, M. J., & Geissbühler, U. (2020). Radiographic evaluation of keel bone damage in laying hens—morphologic and temporal observations in a longitudinal study. Frontiers in veterinary science, 7, 129.

(5) Nasr, M. A., Nicol, C. J., & Murrell, J. C. (2012). Do laying hens with keel bone fractures experience pain?

(6) Hörning, B. (2008). Auswirkungen der Zucht auf das Verhalten von Nutztieren. Reihe Tierhaltung, Band 30.

(7) Statistik Austria Versorgungsbilanz

29.04.2026, Südoststeiermark

VGT zeigt Schweinebetrieb in Südoststeiermark an: kein physisch angenehmer Liegebereich

Seit 2022 fordert die Verordnung zur Schweinehaltung, dass jedem Schwein ein physisch angenehmer Liegebereich geboten werden muss – auch Vollspaltenboden Neu bietet das nicht

28.04.2026, Südoststeiermark

VGT zeigt erste Schweinefabrik Österreichs mit Vollspaltenboden Neu: kein Unterschied!

Der von der Regierung als Ende des Vollspaltenbodens angekündigte neue Mindeststandard, der ab 2034/2038 gelten soll und „Gruppenhaltung Neu“ heißt, ist ununterscheidbar vom Bisherigen

23.04.2026, Wien

Nach Anfragen Informationsfreiheitsgesetz: Tierversuche sollen Staatsgeheimnis bleiben

Keine inhaltlichen Antworten der Landesregierungen; ca 500.000 Versuchstiere sterben jedes Jahr in Österreich, 7184 Versuchstiere zur Effizienzsteigerung von Tierfabriken 2025 genehmigt

22.04.2026, Wien

Tierversuche als Staatsgeheimnis: Einladung

Anlässlich des Welttags für Versuchstiere am 24. April fragt der VGT: Wer hält die Tiere versteckt?

22.04.2026, Salzburg

Mahnwache für Stadttauben vor dem Salzburger Schloss Mirabell

Um die 30 Salzburger:innen versammeln sich heute vor dem Sitz der Salzburger Stadtregierung, um auf das Leid der Stadttauben aufmerksam zu machen.

17.04.2026, Salzburg

Tauben hungern – auch wenn Stadt Salzburg es weiterhin leugnet

Tote Tauben mit Körnerfutter im Kropf zeigen nicht, dass sie genug Futter in der Stadt finden, sondern eher durch Futter von Privatpersonen vor dem Hungertod bewahrt wurden

16.04.2026, Wien/Dänemark

VGT präsentiert neues Videomaterial von Vollspaltenboden Mindeststandard ab 2034/2038

Neue Aufnahmen aus Dänemark, dem größten Schweineproduzenten Europas, wo der Österreichische Mindeststandard ab 2034/2038 bereits seit 2015 gilt, zeigen unendliches Tierleid

09.04.2026, Salzburg

Stadt Salzburg verschweigt: Fütterungsverbot in Augsburg hat Ausnahmen für Fütterungsplätze

Der Amtsbericht „Stadttaubenkonzept“ der Stadt Salzburg offenbart, dass wichtige Informationen vor der Öffentlichkeit zurückgehalten werden und die artgerechte Fütterung der Stadttauben bis zum Einzug in die Taubenschläge an kontrollierten Fütterungsplätzen so verhindert wird.