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Vegan Tristmas statt Christmas auf den Wiener Adventmärkten

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.12.2017)

Wien, 01.12.2017

Vor einer Woche haben die ersten Weihnachtsmärkte in Wien eröffnet. Nach dem ersten Schneefall sind sie nun Ziel vieler WienerInnen und BesucherInnen Wiens, die sich schöne Stimmung, Lichter und vieles mehr erwarten. Der Aspekt des Tierschutzes geht dabei meist unter. Ein Grund mehr für uns, die Adventmärkte auf diesen Aspekt hin zu untersuchen!

Allgemein ist zu beobachten, dass es nur wenig positive Ausreißer gibt, hingegen viele aus Tierschutzsicht bedenkliche Ware feilgeboten wird und es auch hinsichtlich der Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren eher eine Tendenz in die negative Richtung gibt.

Fast auf jedem Markt, vor allem auf den größeren, findet man auch noch 2017 Pelzbommelmützen, die je nach Markt bis zu einem Drittel aller angebotenen Waren ausmachen. Unser Besuch hat leider gezeigt, dass zwar viele dieser Hauben mit einem Bommel aus Kunstfell bestückt sind, dennoch finden sich praktisch auf jedem Markt ebenfalls Waren aus Tierpelz. Diese sind bis auf wenige Ausnahmen falsch ausgezeichnet und auf Nachfrage bei den VerkäuferInnen erhält man eher nur die Auskunft, die man hören möchte, was auch nicht zur Sicherheit bei KonsumentInnen beiträgt. Der Unterschied ist oft selbst für geschulte Augen nur schwer auszumachen und so können wir allen TierfreundInnen nur raten: Finger weg von Produkten, auch wenn der/die In VerkäuferIn meint, es sei nur künstlich. Dasselbe gilt natürlich auch für andere Produkte wie Taschen mit Fellbesatz, Anhänger und ähnliches.

Hervorzuheben puncto Herzlosigkeit gegenüber Tieren sind hier der Spittelberg, Rathausplatz, am Hof und Belvedere, wo besonders viele dieser Produkte angeboten werden. Auf den weniger touristisch frequentierten Märkten in Floridsdorf, Meidlinger Hauptstraße und den Märkten auf der Favoritener Hauptstraße sind zwar vorwiegend Kunstpelze im Sortiment, aber auch dort haben sich vereinzelt Tierpelzprodukte unter die Unmengen an Kunstfellprodukten geschlichen.

Worst of

Spittelberg
Trotz seines besseren Rufes ein sehr enttäuschender Markt. Auf sehr vielen Ständen finden sich falsch deklarierte Waren aus Tierpelz, auf Anfrage geben die VerkäuferInnen falsche Auskunft.
Trotz des enttäuschenden Verkaus von Tierpelzen fanden wir auch positive Highlights. TierfreundInnen können mit gutem Gewissen bei Zerum vegane Kleidung erstehen, bei der Seifenmanufaktur Mag. Morgenbesser vegane Kosmetik einkaufen und bei Hausensteiner vegan zertifizierte Lebensmittel und Geschenkboxen erwerben.
Karlsplatz
In den bisherigen Jahren sehr beliebt unter VeganerInnen und TierschützerInnen. Es gab Seitan-Burger, und praktisch keine Produkte, für die Tiere leiden mussten. Dieses Jahr waren viele TierfreundInnen schockiert: Veganes Essenangebot nur mehr an einem Stand, dafür fanden unsere TesterInnen nun Wolfspelzgilets, Dachsfelle, Wildschweinburger, Käfer mit echten Geweihen(?!) und einen Kleintierzoo, wo Tiere inmitten des ganzen Trubels praktisch schutzlos gezeigt werden.
Rathausplatz
Am Rathausplatz, dem bekanntesten Markt und Touristenmagnet Wiens, findet man alljährlich einen bunten Mix aus typischen Weihnachtsständen. Leider scheint zur Tradition zu gehören, das man an einer Vielzahl der Stände Pelzbommelmützen, Pelzkrägen und andere Produkte aus Tierpelz findet. Manche Stände bieten mittlerweile zwar ausschließlich Imitate an, von denen wir aus Gründen der Vorbildwirkung dennoch abraten, jedoch mischt sich auf anderen Ständen das Angebot zwischen Tier- und Kunstpelz und macht es TierfreundInnen unmöglich hier einzukaufen.
Einziger Lichtblick sind der Waffelstand, der seit mehreren Jahren vegane Waffeln im Sortiment hat, und veganer Baumkuchen.

Positiv hervorheben kann man dieses Jahr leider nur einzelne Stände

  1. Am Rathausplatz gibt es einen Stand, der vegane Waffeln anbietet und einen, der veganen Baumkuchen auf Anfrage zubereitet.
  2. Am Schönbrunner Markt findet man vegane Ofenkartoffeln mit veganer Schnittlauchsoße und einen weiteren Stand mit veganem Kürbisgulasch und Erdäpfelsuppe, auf Wunsch auch im Brotlaib serviert.
  3. Am Markt beim Schloss Belvedere gibt es vegane Kärntner Nudeln mit Steinpilzfüllung, auf Wunsch mit Kürbiskernöl als Topping.
  4. Am Hof gibt es den Baumkuchenstand, den viele bereits von der Veganmania kennen.
  5. Am Spittelberg findet man Mag. Morgenbesser Seifen, Zerum Faire Mode und bei Hausensteiner vegan zertifizierte Bio-Delikatessen.

Tipp

Wer ganz sicher gehen will, beim Besuch eines Weihnachtsmarktes kein Tierleid zu unterstützen, dem sei der Vegane Adventmarkt für Alle empfohlen. Bereits zum dritten Mal findet der rein vegane Weihnachtsmarkt im 17. Bezirk beim Restaurant Zur Allee am 2. und 3. Adventwochenende statt. Auch der VGT wird voraussichtlich mit einem Infostand vertreten sein.

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