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Jagd auf dressierte, gefangene Zuchtenten bei Mensdorff-Pouilly im Südburgenland: Anzeige

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (21.12.2017)

Wien, 21.12.2017

Filme dokumentieren, dass ein Jagdhelfer die Enten mit Trillerpfeife dressiert hat und sie so vor der Jagd wegführt, um sie dann zu den wartenden JägerInnen zurückscheuchen zu können.

Es ist den Behörden und der Jägerschaft seit Jahrzehnten bekannt, was da im Jagdrevier von Mensdorff-Pouilly im Südburgenland passiert. Es waren ja auch schon genug PolitikerInnen dort für die Jagd zu Gast. Dennoch schritt niemand je ein, drückte man beide Augen zu. Ja, selbst nachdem der VGT bereits 2015 aufgedeckt hatte, wie Mensdorff-Pouilly Rebhühner aus seinen Volieren holen ließ, um sie in Kistln zu stecken und von dort aus Richtung wartende Jagdgäste aufzuscheuchen, betrieb die Jägerschaft den Schulterschluss. Jetzt liegen Filmaufnahmen vor, die die Entenjagd bei Mensdorff-Pouilly dokumentieren. Zunächst wurden die Enten im Juni 2017 aus Zuchtfarmen in Ungarn angekauft und in einen künstlichen Teich gesteckt, der mit Wasser aus dem öffentlichen Strembach gefüllt wurde, und der mit einem Elektrozaun umgeben ist. Diese Tiere sind flugunfähig, da sie noch keine Schwungfedern haben. Dann werden die Tiere mit einer Trillerpfeife dressiert. Auf den Pfiff hin folgen sie dem Jagdhelfer und gehen hinter ihm her aus dem Teich bis zu einer versteckten Voliere im Wald. Dort erhalten sie ihr Futter. Am Tag vor einer geplanten Jagd werden 50-100 Tiere in der Voliere eingesperrt. Erscheint dann die Jagdgesellschaft am nächsten Tag, scheucht man die gefangenen Tiere aus der Voliere und treibt sie vor die wartenden Flinten. Auf diese Weise wird die Anzahl der Enten Woche für Woche geringer, bis der Ententeich nun seit Mitte Dezember wieder völlig leer steht. Im nächsten Jahr wiederholt sich das Spiel.

Der Beweis-Film

Dagegen hat der VGT nun Anzeige erstattet. Diese ist im Wortlaut auf Martin Balluchs Blog zu sehen.

Jetzt muss die Behörde endlich reagieren, um diesen Missstand zu beenden. Es darf nicht länger geduldet werden, dass Mensdorff-Pouilly in seinem Jagdrevier in Luising ständig die Gesetze ignoriert! Zwar hat er den Großteil seiner Jagden bereits nach Ungarn verlegt, eben um die österreichischen Gesetze umgehen zu können, aber dennoch geht diese Entenjagd in Österreich weiter, und dennoch hatte er auch heuer wieder hunderte oder tausende Fasane in seiner Voliere in Österreich für die Jagd – und zwar noch lange nachdem sie laut burgenländischem Jagdgesetz längst hätten ausgesetzt werden müssen. Alfons Mensdorff-Pouilly, so heißt es, soll ab Anfang Jänner 2018 seine Haftstrafe antreten müssen. Vielleicht wäre das ein Moment, auch seine Jagdpraxis zu hinterfragen, und endlich den Beschuss zahmer, dressierter Zuchttiere zu beenden!

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