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St. Pölten, am 19.09.2018

Morgen Gesetz zum Abschuss von Wölfen im NÖ Landtag: VGT-Demo

Landesrat Waldhäusl sieht Österreich von ausländischen Wölfen überschwemmt, will nur eine „einheimische“ Wolfsfamilie am Truppenübungsplatz erlauben – VGT: realitätsfern

Morgen Donnerstag, den 20. September 2018 (Tagesordnung) will der NÖ Landtag auf Initiative von ÖVP-Landesrat Stephan Pernkopfden Wolf zum Abschuss freigeben. ÖVP, FPÖ und SPÖ wollen dafürstimmen,die Grünen dagegen.In einem Gesetzesantrag wird die Tötung erlaubt, wenndas die Sicherheit der Menschen oder die Abwendung von Schäden an derLandwirtschaft erfordert. In der Jägerschaft wünscht man sich bereits,dass der Täter anonym bleiben dürfe, so sehr freut man sich auf dieTrophäe. Und Landesrat Gottfried Waldhäusl von der FPÖ will sämtlicheausländischen Wölfe, die angeblich Österreich überschwemmen, tot sehenund nur einer einzigen Wolfsfamilie am Truppenübungsplatz Allentsteigein Lebensrecht einräumen. Er fordert damit die Inzucht. Wenn nur eineFamilie von Wölfen in Österreich leben darf, müssen sich die Geschwisteruntereinander und die Eltern mit den Kindern paaren. Der Wolf wird dannsehr schnell genetisch degenerieren. Der VGT dagegen sieht in derAusbreitung des Wolfes eine sehr positive Entwicklung. Deshalbdemonstrieren morgen anlässlich der Landtagssitzung Aktivist_innen desVGT von 9:00 bis 12:00 an der Zufahrt zum Landtagsgelände für den Wolf.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Mit diesem Gesetz sollenEU-Bestimmungen zum Schutz der Wölfe ausgehebelt werden. Die Jägerschaftfreut sich und wetzt bereits die Messer, um den Wolf ein zweites Malauszurotten. Dabei ist der Wolf keine Gefahr für Menschen oder dieAlmwirtschaft. In Rumänien wird vorgezeigt, wie man mit dem Wolfzusammenleben kann. In Österreich ist man dazu offenbar nicht in derLage. In den rumänischen Südkarpaten jedenfalls leben 3000 Wölfe aufeinem Gebiet, das deutlich kleiner als Österreich ist und trotzdem wurdedort seit Menschengedenken niemand von Wölfen verletzt und die Kühestehen ohne jeden Zaun und ohne Herdenschutzhunde auf der Alm. DieseTiere sind wehrfähig, wie sie jeden Sommer in Österreich gegenüberHaushunden beweisen, und deshalb ist für sie der Wolf kein Problem. Dain Österreich fast alle Almen von Kühen beweidet werden, zeigt sichsofort, dass die Aufregung um den Wolf eine künstlich erzeugte Hetze ist.

Und weiter: Das einzig echte Problem, das vom Wolf ausgeht, ist, dasser der Jagd die Rechtfertigung nimmt. Der Wolf würde die von derJägerschaft künstlich erzeugte Überpopulation von Hirschen, Rehen undWildschweinen an die Naturkapazität anpassen und durch Jagd auf Alte undKranke die Wildtiergemeinschaften gesund erhalten. Die menschlichenJäger_innen schießen dagegen am liebsten die größten und stärkstenTiere. Es ist die Jagd durch Menschen, die wirklich wirtschaftlicheSchäden erzeugt – so sind im Burgenland 88 % des Waldes stark verbissenund es kommen keine Jungpflanzen auf. Wenn wir in Österreich Wölfe alsJäger_innen hätten, dann würde die Sache sehr rasch ganz andersaussehen. Dasselbe gilt für die Sicherheit der Menschen. In ganzÖsterreich kommt es pro Jahr zu 100.000 Autounfällen mit Wildtieren, dievon der Jägerschaft verschuldet werden, weil die Tiere durchÜberfütterung in viel zu hoher Anzahl leben müssen und durch Jagddruckin die Nachtaktivität gedrängt werden. Etwa 350 Menschen kommen dabeijährlich zu Schaden, 2 bis 3 davon sogar ums Leben. Will dieLandesregierung also die Sicherheit von Menschen und die Abwendung vonSchäden an der Forstwirtschaft in den Vordergrund stellen, dann solltesie die Ausbreitung der Wölfe begünstigen.

Und der VGT-Obmann schließt: Die Ausbreitung des Wolfes ist alsomehrheitlich sehr positiv zu sehen. Erstens erhöht sie gewaltig den Erholungswert der Natur. Zweitens hilft sie den durch die Jagd erzeugtenSchaden am Wald zu verhindern. Und drittens reduziert sie dieAutounfälle mit Wildtieren und schützt dadurch 350 Menschen pro Jahr vorVerletzung und Tod.

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