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Wien, am 30.11.2018

Burgenland: BH verhindert mit Sperre öffentlicher Straßen das Filmen einer Treibjagd

BH Neusiedl am See erlässt Verordnung, Jäger_innen selbst tragen die offiziellen Straßensperren mit sich herum und stellen sie auf, wo sie wollen, damit VGT nicht filmt.

Das Aussetzen von Tieren aus Massentierhaltung nur für die Jagd wird mit großer Mehrheit in Österreich abgelehnt. Dass diese abstoßende Praxis trotzdem nicht verboten ist, liegt daran, dass die Aussetzer_innen einen politischen Einfluss haben. In Gattendorf im Nordburgenland tut sich da vor allem der Bürgermeister Franz Vihanek (ÖVP) damit hervor, dieses infantile Hobby zu unterstützen, indem er eine der Fasanerien auf Gemeindegrund stehen lässt. Zusätzlich setzt er alle Hebel in Bewegung, um die 2 bis 4 Tierschützer_innen des VGT, die manchmal bei solchen Jagden erscheinen, um von der öffentlichen Straße aus das Geschehen zu filmen, daran zu hindern. Gestern erließ offenbar auf sein Drängen die BH Neusiedl am See eine eigene Verordnung zur polizeilichen Sperre öffentlicher Straßen rund um das Jagdgebiet, eine bisher noch nie dagewesene Maßnahme – mit Ausnahme bei Mensdorff-Pouilly im Südburgenland, wo der Verfassungsgerichtshof diese Sperre nachträglich für gesetzwidrig erklärt hat. Besonders absurd dabei: nicht die Polizei stellte die Tafeln, nach denen auch das Betreten der öffentlichen Straßen zu Fuß (!) verboten war, auf, sondern die Jäger_innen selbst, die die offiziellen Verbotstafeln mit sich trugen und aufstellten bzw. wieder entfernten, wo es ihnen passte. Die Polizei selbst mischte sich überhaupt nicht ein.

Die Regierung plant etwas Ähnliches wie die BH Neusiedl am See: sie will das Filmen in Tierfabriken kriminalisieren. Offenbar ist mittlerweile die Kamera in den Händen von Tierschützer_innen die von den Tierquäler_innen am meisten gefürchtete Waffe geworden, die nun den Menschen, die sich für Tiere einsetzen, aus der Hand geschlagen werden soll.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Wenn es so stört, dass 2 – in Worten: zwei – Personen auf einer öffentlichen Straße stehen und passiv eine Treibjagd filmen, dann hat man etwas zu verbergen. Zweierlei nämlich. Einerseits will man verhindern, dass aufgedeckt wird, dass man sich nicht an das Jagdgesetz hält. Und andererseits möchte man nicht die grausamen Bilder dieser Abschießbelustigung in der Öffentlichkeit sehen. Erschreckend, dass man ein derartiges Ansinnen seitens der BH auch noch mit einer verordneten Straßensperre unterstützt. Dennoch haben wir gestern wieder furchtbare Szenen dokumentiert, von massenweise über den Haufen geschossenen Hasen, von Hunden, die verletzte Tiere hetzen, und von erwachsenen Menschen, die sich wie verantwortungslose Kinder aufführen.

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