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Nach 9 ½ Stunden Bürobesetzung Schwaiger beendet: Gespräch mit Landesrat möglich

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (12.12.2018)

Salzburg, 12.12.2018

Für Jagdgatter Mayr-Melnhof beginnt die Uhr zu ticken: Enten auszusetzen sofort verboten, Damhirsche ab 2027 frei, Wildschweinpopulation wird stark reduziert werden müssen

Tierschutzvertreter_innen hatten 2016 und 2017 mit dem zuständigen Landesrat Dr. Josef Schwaiger über ein Gatterjagdverbot sprechen können. Doch seit der neuen Regierungsbildung gab es trotz regelmäßiger Anfragen in den letzten 6 Monaten keinen Termin. Dann ging überraschend ein Gesetzesvorschlag in Begutachtung. Deshalb kamen gestern 15 Tierschützer_innen knapp vor 10 Uhr ins Büro von Landesrat Schwaiger, um die offenen Fragen zu den Übergangsregelungen für das Jagdgatter Mayr-Melnhof zu besprechen. Sie wurden abgewiesen und aufgefordert, ihre Vorschläge schriftlich einzubringen. Nach 7 stündiger Wartezeit sollte das Amt schließen und man drohte den Aktivist_innen mit Räumung. Daraufhin ketteten sich die meisten an die Heizung und die Bestuhlung des Vorraums des Büros von Landesrat Schwaiger. Schließlich kamen 42 Beamt_innen der Polizei, um die Räumung durchzuführen. Da die Besetzer_innen aber lediglich mit dem Landesrat sprechen wollten, konnte der stellvertretende Stadtkommandant der Polizei vermitteln und ein Telefongespräch mit dem Landesrat arrangieren. Daraufhin verließen alle Tierschützer_innen freiwillig das Amt.

Landesrat Schwaiger sprach lange und ausführlich in amikaler Atmosphäre mit dem VGT-Obmann Martin Balluch. Folgende Fakten zum Jagdgatter Mayr-Melnhof stehen nun fest:

  • Mayr-Melnhof wird keine Enten mehr im Jagdgatter aussetzen dürfen.
  • Die seinerzeit künstlich ausgesetzte Damhirschpopulation muss bis Anfang 2027 so reduziert werden, dass der Rest dann durch den offenen Zaun das Gatter verlassen kann.
  • Die Wildschweinpopulation muss derart reduziert werden, dass ab Anfang 2027 die Restpopulation ohne die momentan massiven Fütterungen auskommen kann. Füttern sei dann nur noch zu Notzeiten, z.B. bei überfrorenem Boden, und zu Vegetationsbeginn erlaubt.
  • Mayr-Melnhof darf keine Treibjagden mehr durchführen.
  • Alles Weitere, insbesondere mögliche Einschränkungen durch Vorgaben von Natura 2000 oder konkrete Auflagen für die Größe der Wildschweinpopulation, werde nach Beschluss der Jagdgesetznovelle nach Beratung durch Expert_innen bei Bedarf auf dem Verordnungsweg geregelt. Zur Diskussion über solche Verordnungen ab etwa Ende 2019 wurde der VGT explizit eingeladen.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Eines ist nun klar: für das Ende des Jagdgatters Mayr-Melnhof hat die Uhr zu ticken begonnen. Doch hängt vieles davon ab, was letztlich an Auflagen für die Wildschweinpopulation vorgeschrieben wird. Faktum ist, dass in der Antheringer Au zum Zeitpunkt der Errichtung des Gatters keine Wildschweine gelebt haben. Diese Tiere wurden, zusammen mit den Damhirschen, künstlich dort ausgesetzt. Dass man die Wildschweine nun als Mittel zur Erpressung benutzt, um das erzwungene Abreißen des Zaunes zu verhindern, ist eine bodenlose Frechheit. Dennoch: die Spaßjagden mit illustren Gästen und das Massaker an hunderten Wildschweinen dürfte bald der Vergangenheit angehören. Doch das Ziel muss weiterhin sein, den Zaun letztlich zu entfernen und ein vorbildliches Natura 2000 Gebiet zu etablieren, das diesen Namen auch verdient.

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