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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (17.01.2019)

Wien, am 17.01.2019

VGT: Tierschutz bedeutet Fütterungsverbot von Wildtieren außer im Katastrophenfall

Vorgetäuschte „Tierliebe“ der Jägerschaft nur Bauernfängerei: wieso werden lediglich jene Wildtiere gefüttert, die Trophäen liefern, aber alle anderen nicht?

Im Winter haben es alle Wildtiere nicht leicht, das ist der Preis für ein freies Leben in der Natur. Ob Biber, Fischotter, Eichhörnchen, Waschbär, Wildschwein, Dachs, Maus, Marder, Eichelhäher usw., alle müssen ihre karge Nahrung suchen oder sich durch den Schnee wühlen. Reh und Hirsch haben da keine Sonderrolle. Die Jägerschaft brüstet sich diese Tage mit ihrer Tierliebe, weil sie Reh und Hirsch füttert. Warum eigentlich nur Reh und Hirsch? Wenn es um Not geht, betrifft das viel mehr Tierarten gleichermaßen! Die Antwort ist demaskierend: Reh und Hirsch tragen Trophäen. Und darum geht es der Jägerschaft: möglichst große Trophäenträger heran zu züchten. Ohne Rücksicht auf Ökologie, Wald und Tierschutz. Durch die spezifischen Fütterungen dieser beiden Tierarten haben nämlich deren Populationsdichten so zugenommen, dass es nicht nur große Waldschäden gibt, sondern bereits zum Tierschutzproblem wird. Die Tiere leiden unter Stress, dem von ihnen selbst geschädigten Wald, sowie unter vermehrt auftretenden Krankheiten und Parasiten. Reh und Hirsch entwickeln sich dadurch zu halbzahmen Tieren und verlieren ihre Freiheit und Selbständigkeit. Sie werden vom Menschen abhängig und oft genug über 8 Monate oder mehr pro Jahr in Wintergatter gesperrt. Dabei sind alle heimischen Tiere in unseren Breiten an den Winter angepasst und sehr gut in der Lage, ihn zu überstehen. Nur führt der Nahrungsengpass dazu, dass lediglich ein Teil der Tiere Kinder bekommt. Eine natürliche Geburtenkontrolle, die durch die Fütterungen der Jägerschaft gezielt außer Kraft gesetzt werden soll.

Die Antwort ist klar: keine Fütterungen von Wildtieren mit Ausnahme von echten Katastrophenfällen, wenn – wie jetzt – über Tage einige Meter an Neuschnee fallen, oder ein längerer schwerer Frost den Boden überfriert. Es ist positiv zu werten, dass sich die Österreichischen Bundesforste und einige Behörden in diese Richtung bewegen. Allerdings sollte der Übergang von voller Winterfütterung zu ihrem Ende behutsam erfolgen, über einige Jahre hinweg.

Details dazu auf Martin Balluchs Blog.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Der Fuchs wird von der Jägerschaft nicht nur im Winter nicht gefüttert, sondern das ganze Jahr über, Tag und Nacht, wie besessen verfolgt. Im Jagdjahr 2017/18 wurden 68.000 Füchse getötet, das sind sogar um 7.000 mehr als Hirsche. Das beweist, dass es der Jägerschaft bei ihren Fütterungen nicht um selbstlose Tierliebe geht. Wer tierlieb ist, versorgt Hirsche und Füchse gleichermaßen. In Wahrheit sehen die Jäger_innen in Reh und Hirsch keine individuellen Tiere, sondern wandelnde Trophäen. Das merkt man spätestens am Begriff Stück, den sie für diese Tiere verwenden. Nachdem ein Tier kein Stück ist, sondern ein Lebewesen, können sich die Jäger_innen nur auf die Geweihe beziehen. Die Krokodilstränen um die von Reduktionsabschüssen bedrohten Hirsche sind vorgetäuscht und reine Bauernfängerei. Wenn Rehe und Hirsche im Winter gefüttert werden, vermehren sie sich stark und man muss sie im Herbst massenweise abknallen. Und dafür stehen dann die Jäger_innen Schlange und zahlen gutes Geld. Das ist die Kehrseite der Fütterungsmedaille und eindeutig ein Tierschutzproblem.

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