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Alkohol & ausgesetzte Fasane: Schießspaß bedeutet Tierquälerei!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (07.11.2019)

Wien, 07.11.2019

VGT bezeichnet die gängige Aussetz-Praxis als illegal und kritisiert Politik & Behörden

Fasane werden vor allem in Ostösterreich ausgesetzt, um einige Wochen später Spaßjägern und -jägerinnen als lebendige Zielscheibe zu dienen. Legitimiert wird diese Vorgangsweise unter dem Vorwand der "Bestandesstütze". Fasane werden also jährlich ausgesetzt und abgeschossen, um den Naturbestand zu erhalten? Alkohol war auch im Spiel.

Schauplatz Bezirk Leibnitz in der Steiermark

In und um Leitring fand am vergangenen Wochenende eine Treibjagd statt. Wochen zuvor - Ende Juli - wurden hier wahrscheinlich hunderte Fasane ausgesetzt. Der zuständige Bezirksjägermeister und ÖVP-Bürgermeister Wolfgang Neubauer war trotz mehrmaliger Bitten und Nachfragen nicht bereit, die Aussetz-Zahl zu nennen, geschweige denn diese hohe Zahl zu rechtfertigen. Sowohl schriftliche wie auch mündliche Kommunikation verweigerte er mehrfach.

David Richter vom VGT dazu: "Ich war wochenlang regelmäßig zeitig in der Früh und am Abend nahe dem Aussetzort. Unfassbar viele Fasane waren hier zu sehen, sie wissen ja nicht wohin sie sollen, so bleiben sie in der Nähe des Ortes, wo sie als Kinder ausgesetzt wurden und wo sie das Mastfutter bereitgestellt bekommen. Diese Tiere sind völlig hilf- und orientierungslos. Es macht mich traurig und wütend mitansehen zu müssen wie diese zahmen ausgesetzten Tiere nur darauf warten, aufgescheucht und abgeschossen zu werden. Nur die wenigsten werden es schaffen, die Jagden zu überleben.“

Selbst für jene Tiere, die nach dem Ende der Jagdzeit (31.12.) noch am Leben sein werden, stehen die Überlebenschancen schlecht. Natürliche Tode oder das Umkommen im Straßenverkehr dezimieren die Bestände – insofern ist das Abschießen großer Anteile der Populationen vor dem Winter nicht sinnvoll. „Sofern sich nichts ändert, wird diese tierquälerische Praxis im Juli 2020 wieder von vorne beginnen!", ärgert sich David Richter.

Kein einziges Ei gelegt!

Die weiblichen Fasane werden mit wenigen Wochen ausgesetzt und mit einem Alter von etwa 8 Monaten erschossen. Der Vorwand des Aussetzens von Fasanen ist die Bestandsstützung. Aber die Tiere werden getötet, ohne ein einziges Ei gelegt zu haben. So ist es wohl offensichtlich, dass diese gesetzliche Legitimation nur als Vorwand dient, den Schießspaß ausleben zu können!

Lokalaugenschein

David Richter war am 3. Nov. selbst bei einer Jagd anwesend, um zu dokumentieren, wie die Jagd auf Fasane abläuft. "Jäger gehen schreiend und mit Stöcken schlagen durch das Unterholz, die Jagdhunde rennen frei umher. Die aufgeschreckten Tiere versuchen zu flüchten, ausgesetzte Enten und Fasane sowie Hasen wurden abgeschossen und in den mitgeführten Anhänger geworfen. Mit dabei: jede Menge Bierflaschen, um den Schießspaß zu erhöhen. Ich konnte hören und sehen, wie ein Jäger aus einem fahrenden Auto geschossen hat. Es sind unfassbar viele Schüsse gefallen und es wurden meiner Schätzung nach 50 Fasane erschossen. Im Vorjahr gab es etwa 5 Jagdtermine, d. h. die nächsten Jagden werden bald folgen und ich muss wohl weiterhin dem Sterben dieser bemitleidenswerten Geschöpfe zusehen."

Der VGT fordert im Namen des größten Teiles der Bevölkerung das Ende des willkürlichen Aussetzens und massenhaften Abschusses von Fasanen. Eine diesbezügliche Petition an den steirischen Landtag ist im Laufen.

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