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Steirer und Steirerinnen begrüßen zu 77 % die Rückkehr des Wolfes

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (10.06.2020)

Steiermark, 10.06.2020

Als Antwort auf die Forderung mancher steirischer Jäger_innen, den Wolf wieder auszurotten, fordern VGT-Obmann und stv. VGT-Obmann, beide Steirer, den Wolf in Ruhe zu lassen.

Die drei Wolfsrudel im Norden Niederösterreichs haben heuer noch kein einziges und letztes Jahr lediglich drei Nutztiere gerissen. Das beweist, dass etablierte Rudel für Nutztiere viel weniger gefährlich sind, und dass Menschen, die im Wolfsgebiet Nutztiere halten, sehr wohl in der Lage sind, diese gewaltfrei zu schützen. Nun gibt es vermehrt Risse von Nutztieren in der Steiermark, und die Sprecher_innen der steirischen Jägerschaft fordern tatsächlich sofort deren Abschuss. Dabei hat eine repräsentative Umfrage des Market Instituts im Jahr 2017 gezeigt, dass 77 % der Steirer_innen der Rückkehr des Wolfes sehr positiv oder eher positiv gegenüber stehen, während nur 4 % diese Rückkehr sehr negativ beurteilen. Die Steirer und Steirerinnen begrüßen also mit großer Mehrheit die Rückkehr des Wolfes und das sollte auch die steirische Jägerschaft respektieren.

Sowohl der Obmann des VGT, Martin Balluch, als auch dessen Stellvertreter, David Richter, sind Steirer und leben in der Steiermark am Land in kleinen Ortschaften. Sie fordern als Steirer, den Wolf in ihrem Bundesland in Ruhe zu lassen. Martin Balluch dazu: Das Beispiel NÖ zeigt, dass sich etablierte Rudel in einer Weise einfügen, dass es kaum Nutztierrisse mehr gibt. Aber auch der Einzelwolf, der bei uns in der Obersteiermark seit 3 Jahren nachweisbar ist, und dessen Trittsiegel ich nur wenige Kilometer von Zuhause entfernt schon einmal sehen durfte, hat noch kein einziges Nutztier getötet. Aber darum geht es der Jägerschaft gar nicht. Sie neidet dem Wolf jedes Reh und jeden Hirsch, den er sich nimmt, weil sie dann diese Tiere selbst nicht mehr schießen kann. Abgesehen davon juckt vielen Weidmännern und -frauen vermutlich der Finger am Abzug, wenn sie nur an einen Wolf denken, um ihn als Trophäe ausstopfen zu können. Derart niedere Motive sollten aber bei so ernsten Fragen wie Ökologie und Arterhaltung keinerlei Rolle spielen.

Und Balluch weiter: Ich lebe mit meiner Tochter in einer Waldhütte in der Obersteiermark und ich freue mich sehr über die Rückkehr des Wolfes. Weit davon entfernt, mich um meine Tochter zu fürchten, gehe ich mit ihr täglich in den Wald und wünsche mir wenig sehnlicher, als dass sie einmal von der Bank vor unserer Hütte aus ein Wolfsrudel heulen hören kann. Ich durfte dieses Erlebnis bereits mehrmals in den rumänischen Südkarpaten haben und es gehört zu den Höhepunkten meiner Naturerfahrung. Jeder Mensch, der die Natur liebt, freut sich auf ihre Komplettierung durch die Rückkehr des Wolfes.

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