Teilen:

Tierschützer_innen dokumentieren Treibjagd im Gatter von Mensdorff-Pouilly

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (08.11.2020)

Burgenland, 08.11.2020

SPÖ will gesetzliche Auflösungsverpflichtung auch dieses Jagdgatters wieder aufheben – Landesgeschäftsführer Roland Fürst verbreitet zahlreiche Unwahrheiten dazu!

Zuerst hört man die Treiberkolonne in der Ferne johlen. Dann wirds lebendig, mehr als 200 Wildschweine, 80 Damhirsche und 15 Rothirsche hetzen verzweifelt keuchend in Todesangst den Zaun entlang an den Tierschützer_innen vorbei. Bemerkenswert: die Tiere flüchten in gemischten Rudeln, Damhirsche mit Wildschweinen, oder auch Rothirsche mit Wildschweinen. In der freien Wildbahn wäre das undenkbar, da rennen die Tiere beim ersten Schrei oder Schuss in alle Himmelsrichtungen auseinander. Im Jagdgatter dagegen flüchten sie in Großgruppen zum Zaun und dann diesen entlang. Die Masse bietet vermeintlich Sicherheit. Dann krachen die Schüsse. Auf den Hochständen sitzen die Jagdgäste und ballern im Bordell auf die ihnen ausgelieferten Tiere, die nicht entkommen können. Ein grauenhaftes Schauspiel, gestern wieder einmal von Tierschützer_innen festgehalten, wie schon 2015-2017 mehrfach, bevor die Gatterjagd verboten wurde. Ein deja-vu!

Das aktuelle Video zu dieser Gatterjagd

SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst, der einzige aus der Landesregierungsriege, der wenigstens anfangs auf Tierschutzanfragen geantwortet hat, verbreitet dazu zahlreiche Unwahrheiten.

  • So sagt er, es gäbe keine Treibjagden im Gatter. Seltsam nur, dass die Tierschützer_innen am 7. November eine im Gatter von Mensdorff-Pouilly dokumentieren konnten!
  • Fürst behauptet weiter, man dürfe nur 5 Mal pro Jahr im Gatter jagen, was ja weniger als in freier Wildbahn wäre. Völlig falsch! Man darf 5 ganztägige Treibjagden pro Jahr in jedem Jagdgatter durchführen, das sind 5 Treibjagden im selben Gelände auf dieselben Tiere. Dazu sind das ganze Jahr über Pirsch- und Ansitzjagden erlaubt. Im Jagdgatter bei Strem haben seit 1. Oktober bereits 7 Jagden stattgefunden. Nirgends in freier Wildbahn müssen die Tiere so viel Jagddruck erdulden!
  • Fürst schwärmt davon, wie groß die Gatter seien. Praktisch wie in freier Wildbahn. Wozu dann der Zaun? Falsch: auch das 300 ha große Jagdgatter von Mensdorff-Pouilly ist so klein, dass ein Rothirsch von der Mitte des Gatters im vollen Galopp (67 km/h) innerhalb von 26 Sekunden in den nächsten Zaun kracht. Soll das groß sein?
  • Die Tiere wüssten praktisch gar nicht, dass sie eingesperrt sind. Komisch nur, dass sie immer den Zaun entlang flüchten, offenbar in der verzweifelten Hoffnung eine Lücke zu finden und jedenfalls um möglichst weit weg von den Schützen zu sein. Bei dieser Treibjagd wurde ein Wildschwein beobachtet, das versuchte, direkt am Zaun unter einen Haufen Blätter zu kriechen, um sich zu verstecken.
  • Und Landesrat Schneemann lobt die natürliche Reproduktion im Gatter. Mehrere hundert Wildschweine sind für diese kleine Fläche eine um einen Faktor 100 zu große Population! Und sie töten und essen jeden Nachwuchs von Rot- oder Damhirsch. Rehe gibt es deswegen schon längst nicht mehr. Woher kommen die kapitalen Hirsche, die ja mindestens 10 Jahre bereits gelebt haben müssen? Es ist nicht anders denkbar, als dass sie von außerhalb stammen.
  • 200 Wildschweine produzieren jährlich bei guter Fütterung einen Nachwuchs von mindestens 600 Schweinen. Bei so großen Besatzdichten sind Massaker durch feuchtfröhliche Abschießbelustigungen der betuchten Gesellschaft vorprogrammiert.

VGT-Obmann Martin Balluch war vor Ort: Eigentlich hatte ich das Thema Gatterjagd schon abgehakt. Wie oft bin ich zwischen 2015 und 2017 Mensdorff-Pouilly und anderen Jagdgatterbetreiber_innen nachgerannt und habe ihren perversen, tierquälerischen Zeitvertreib dokumentieren müssen. Bei Mensdorff-Pouilly hatte der damalige Landespolizeikommandant Hans-Peter Doskozil regelmäßig Sperrzonen um das Gatter gelegt, um Tierschutzkameras abzuhalten. Rechtswidrig, wie das Landesverwaltungsgericht feststellte. Jetzt will derselbe Doskozil die Gatterjagd plötzlich wieder erlauben! Absolut jeder Mensch, der wenigsten ein bisschen Herz und Hirn hat, und so eine Gatterjagd beobachtet, sieht die totale Verzweiflung in den Augen der Tiere und muss sich fragen, wozu das alles. Wozu werden da Tiere so gequält und gehetzt? Die Antwort erschreckt: zum Spaß. Und diesen Spaß will Landeshauptmann Doskozil dem perversen Segment der Gesellschaft für alle Zeiten wieder ermöglichen! Ohne jeden erkennbaren Anlass und ohne sachliche Begründung!

28.08.2026, Bezirk St. Pölten-Land

400 Menschen versammeln sich gegen Tierquälerei in Traismauer

Überwältigendes Signal in Traismauer, NÖ, aus der Bevölkerung: Tierleid darf nicht länger toleriert werden

28.08.2026, Wien

Einladung zu Demozug gegen qualvolle Tiertransporte am 29. August 2026

VGT demonstiert für ein Ende des Tierleids auf der Straße und auf hoher See

27.08.2026, St. Pölten-Land

VGT lädt zu Demozug Protest vor Mastbetrieb

Desaströse Haltungsbedingungen, gewaltvoller Umgang, hungernde Tiere – der Fall der Horror-Mast im Bez. St. Pölten-Land hat viele Menschen erschüttert. VGT ruft zum Protest auf, um auf den akuten Handlungsbedarf aufmerksam zu machen.

26.08.2026, St. Pölten-Land

Horror-Mast: Tiere verhungern und Kontrollsysteme versagen

VGT konfrontiert Landwirt vor Betrieb und übt Kritik an den Behörden. Den Tieren vor Ort muss umgehend geholfen werden!

25.08.2026, St. Pölten-Land

Trotz Tierhaltungsverbots: Landwirt misshandelt weiter Tiere im Horrorstall

Verhungernde Tiere und Gewalt in St. Pölten-Land: VGT zeigt sich erschüttert über die Wirkungslosigkeit des Kontrollsystems und startet Petition

20.08.2026, OÖ/NÖ/Kärnten/Bgld

VGT bringt weitere 533 Anzeigen gegen Vollspaltenboden-Schweinefabriken ein

Keine Schweinehaltung ohne Einstreu, d.h. ohne physisch angenehmen Liegebereich, der sauber ist und auf dem alle Schweine gleichzeitig liegen können, entspricht dem Gesetz

19.08.2026, Hvalfjörður/Island

VGT dokumentiert Walfang in Island: 51. Finnwal getötet, Whale Watching behindert

Neben Norwegen und Japan betreibt nur mehr Island kommerziellen Walfang – eine letzte Firma mit 2 Booten darf 150 Finnwale und 168 Zwergwale pro Jahr töten

13.08.2026, Wien

VGT-Mahnwache für die verhungerten Schweine

Tierschützer:innen versammelten sich vor dem Stall, wo hunderte (womöglich mehr als 1.000) Schweine verhungerten: Die Opfer sind und bleiben die Tiere!