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Tierquälerische Entenjagden in der Steiermark

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.09.2021)

Fernitz, 27.09.2021

VGT beobachtet Treibjagd nach Hinweisen aus der Bevölkerung

Seit 1. September ist in der Steiermark die Jagd auf Stockenten laut Jagdgesetz wieder erlaubt. Das wird von steirischen Hobby-Jäger:innen intensiv genutzt, um Gewässer in großen Gruppen zu umstellen, die Enten mit Hunden in Panik zu versetzen und aufzutreiben, um sie im Flug erschießen zu können.

Seit 2017 ist das Aussetzen von Stockenten nur mehr mit Genehmigung der Landesregierung erlaubt. Laut aktueller Auskunft der steirischen Landesregierung gab es in den letzten Jahren keine derartigen Anträge. Für die Bejagung dürfen die Tiere generell eigentlich nicht ausgesetzt werden. Aufgrund diverser Beobachtungen von Anrainerinnen und Anrainern sowie des Tierschutzes liegt die Vermutung sehr nahe, dass weiterhin Enten ausgesetzt werden, um die Abschusszahlen zu erhöhen, wie das auch bei Fasanen ungeniert gemacht wird.

Leitring, Graggera, Fernitz - VGT dokumentiert

Der VGT ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, um die Umtriebe der Jäger und Jägerinnen erkennen und dokumentieren zu können. Klar ist: Enten werden an unzähligen Stellen mit massenhaft Maisschrot gefüttert, um sie einerseits zu mästen, andererseits sie im gewünschten Jagdgebiet halten zu können. So können die Tiere morgens und abends gezielt aufgetrieben und erschossen werden.

David Richter vom VGT dazu: Dieses Aussetzen, Mästen und Abschießen von Enten - und ab 15. Oktober auch von Fasanen - hat nichts mit Naturschutz oder Bestandsstütze zu tun. Dieses Niedermetzeln dient nur zur jagdlichen Befriedigung einer kleinen Bevölkerungsgruppe. Die meisten Anrainerinnen und Anrainer sind verstört und angewidert von diesem Verhalten, trauen sich aber nicht, etwas dagegen zu sagen und erhoffen sich Unterstützung vom VGT.

Aktuelle Beobachtung Fernitz bei Graz, 26.09.2021

Um 06:00 Früh begann eine Blasmusikkapelle zu spielen, 45 Minuten später fuhren mehrere Geländewagen mit Jäger:innen in die Felder. Trotz Nebelschwaden wurde in den Morgenstunden auf die flüchtenden Enten geschossen. Tierschützer:innen beobachteten von der nahen Straße aus. Als die Jäger:innen das Tierschutz-Team mit den Kameras entdeckten, wurden sie nervös. David Richter: Sie kamen zu uns und stellten sich ganz nahe vor uns und drohten, dass wir ja keine Aufnahmen veröffentlichen dürften. Teilweise wurde uns aktiv die Sicht versperrt, obwohl wir auf einem öffentlichen Weg standen. Trotzdem konnten wir sehen und dokumentieren, wie die Tiere bei der Flucht erschossen wurden. Auch zahlreiche Futterstellen wurden dokumentiert.

Der VGT fordert eine Kontrolle der Jagd durch die Behörden, damit Enten nicht problemlos zur Jagd ausgesetzt werden können, sowie ein Verbot der Fütterung von Wildtieren zur Erhöhung des Jagdspaßes. Weiters sollten Jagden endlich der Behörde gemeldet werden müssen, damit diese auch wirksam kontrollieren kann!

Der VGT bittet die Bevölkerung auch weiterhin, Beobachtungen zu melden, damit potentielle Gesetzesübertretungen angezeigt werden können.

Pressefotos honorarfrei (Copyright: VGT.at)

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