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Beschluss im Tierschutzausschuss: Vollspaltenboden bleibt praktisch unverändert erlaubt

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (09.12.2021)

Wien, 09.12.2021

VGT entzündet alle 45 Sekunden mit einem Trommelschlag eine Grabkerze im Gedenken an jenes Schwein, das nun wieder an der Haltung auf Vollspaltenboden gestorben ist

Keine Taschenspielertricks bitte, ein Ende mit den Lügen. Der heutige Beschluss im Tierschutz-Ausschuss von Grünen, ÖVP und NEOS hat den Vollspaltenboden nicht beendet, auch nicht für Neu- und Umbauten. Ab 2023 muss nämlich bei Neu- und Umbauten lediglich ein Teilbereich des Buchtenbodens mit einem etwas geringeren Prozentsatz von Spalten versehen sein. Das ist alles. Die gesamte Bucht ist immer noch mit Spalten durchzogen, die Schweine liegen noch immer über ihrem Kot, Stroh gibt es auch keines und mehr Platz ist relativ. „Bis zu 20 %“ ist jetzt auch nicht revolutionär. Unterm Strich wird sich für die Schweine damit gar nichts ändern, sie werden an denselben Krankheiten leiden und sich weiterhin Ohren und Schwänze abbeißen. Dieser Beschluss ist in Sachen Schweine alles andere als ein Erfolg. Der VGT wird seine Kampagne ungebrochen fortsetzen und erwartet im Jänner 2022 eine erneute Diskussion über ein Verbot des Vollspaltenbodens. Die Schweine brauchen jetzt und hier eine Hilfe, und sicher keine Lügen und kein Schönreden von einem Beschluss, der ihnen absolut überhaupt nichts bringt. Der Litmustest ist das Schwanzkupieren. Ohne Vollspaltenboden und mit mehr Platz und Stroheinstreu gibt es kein Schwanzbeißen mehr. Aber mit einer reduzierten Spaltendichte auf einem kleinen Teilbereich der Bucht wird sich daran gar nichts ändern, und das routinemäßige Schwanzkupieren wird unverändert weiter gehen. Echte Lösungen schauen ganz anders aus!

Um das Elend des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung deutlich zu machen, das durch den heutigen Beschluss überhaupt nicht eingeschränkt, geschweige denn beendet wird, hat der VGT vor dem Schweizer Tor in der Hofburg eine Aktion durchgeführt. Da aufgrund der tierquälerischen Bedingungen auf Vollspaltenboden alle 45 Sekunden – ununterbrochen, Tag und Nacht – in Österreich ein Schwein grauenhaft zugrunde geht, wurde unter einem Trommelschlag alle 45 Sekunden eine Grabkerze angezündet. Das Lichtermeer nach nur einer Stunde Demo zeigt, was der Vollspaltenboden für eine Katastrophe ist. Aber wiederum konnte sich die Regierung nicht dazu durchringen, dieser Tierquälerei ein Ablaufdatum zu geben. Eine weitere Chance wurde verpasst.

VGT-Obmann Martin Balluch hat die Diskussion im Ausschuss online verfolgt: Wenn der sogenannte ‚Tierschutzsprecher‘ der ÖVP, Franz Eßl, einen Tierschutzantrag lobt, dann kann dieser Antrag nur mies sein. Und so auch hier. Dem Vernehmen nach haben wir das Landwirtschaftsministerin Köstinger zu verdanken, die noch einmal knapp vor ihrem Abtritt dazwischen funkt und auch nur den kleinsten Fortschritt für Schweine verhindert. Aber nicht nur das. Mit dieser geplanten Regelung für Neu- und Umbauten soll der Anschein erweckt werden, dass zumindest keine weiteren Betriebe mit Vollspaltenboden gebaut werden dürfen. Das ist aber überhaupt nicht wahr. Es wird lediglich in einem Teilbereich der Bucht die Anzahl der Spalten reduziert. Reduziert, wohlgemerkt, nicht einmal geschlossen. Aber auch eine reine Betonfläche würde nicht reichen. Ohne tiefe Stroheinstreu und mehr Platz wäre der planbefestigte Bereich sofort ein Kotsee und die Situation für die Schweine eher verschlechtert als verbessert, wie unsere zahlreichen Aufdeckungen belegen. So nicht, verehrte Regierung, liebe Landwirtschaftsministerin. Der VGT wird also seine unermüdliche Arbeit gegen den Vollspaltenboden der letzten Monate im neuen Jahr noch intensivieren.

Pressefotos honorarfrei (Copyright: VGT.at)

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