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VGT veröffentlicht Lachs-Tierschutzbericht: Tierleid im Lachsfleisch

Wien, 28.01.2026

Der VGT Lachs-Tierschutzbericht „Tierleid im Lachsfleisch“ betrachtet das Geschäft mit Lachsfleisch in Österreich aus der Perspektive des Tierschutzes.

Die meisten im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel verkauften Lachsprodukte stehen mit tierquälerischen Praktiken bei der Herstellung in Zusammenhang. Das haben die mehrere Monate dauernden Recherchen des VGT ergeben. Die Ergebnisse der Recherchen wurden im VGT Lachs-Tierschutzbericht "Tierleid im Lachsfleisch“ zusammengefasst. Der Bericht wird heute der Öffentlichkeit vorgestellt.

Aus diesem Anlass halten VGT-Aktivist:innen am Vormittag am Wiener Stephansplatz eine Informationskundgebung ab. Mit Transparent, Infoschildern und Flyern informieren die Tierschützer:innen über den Bericht. Mag. Erich Schacherl, VGT-Kampagnenteam und Autor des Reportes: "Das Ziel des Berichts ist, die Öffentlichkeit über die tierquälerischen Praktiken bei der industriellen Lachsfischerei und der kommerziellen Lachszucht zu informieren und das dabei verursachte Leiden der Lachse sichtbar zu machen".

Der 44 Seiten umfassende VGT Lachs-Tierschutzbericht "Tierleid im Lachsfleisch“ informiert in acht Kapiteln ausführlich über die Themen kommerzielle Lachszucht, industrielle Lachsfischerei, Importe von Lachs und Lachsprodukten nach Österreich, Lachsprodukte im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel, Bio-Lachs, Ursprungs- und Herstellungsland von Lachsprodukten, Gütesiegel für Lachsprodukte in Österreich, Auswirkungen der Lachsindustrie, CO2-Fußabdruck von Lachsfleisch, vegane Alternativen zu Lachs sowie Überlegungen zum Konsum von Lachsfleisch. Er ist ab heute in digitaler Form auf der VGT Webseite unter folgendem Link zu finden: Tierleid im Lachsfleisch. 

Lachse und aus ihrem Fleisch hergestellte Lebensmittel werden in Österreich in großen Mengen gegessen. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 2.265.188 Zuchtlachse und Wildlachse mit einem Durchschnittsgewicht
von 5 kg nach Österreich importiert. Die Gesamtmenge betrug 11.325.940 kg und hatte einen Gesamtwert von 177.077.813 Euro. Der in Österreich konsumierte Lachs wird zu 100 Prozent aus anderen Ländern importiert. Hauptsächlich handelt es sich um Atlantischen Lachs (Salmo salar). Die Hauptexportländer sind Norwegen, Deutschland, Polen, Niederlande, Dänemark, Litauen und Irland.

Für den vorliegenden Bericht wurden Lachsprodukte bei Billa und Billa plus, Spar, Hofer sowie Lidl gesucht. 135 unterschiedliche Lachsprodukte wurden gefunden. 97 Lachsprodukte enthalten das Fleisch von Zuchtlachsen aus Lachsfarmen. 38 Lachsprodukte enthalten das Fleisch von Wildlachsen aus dem
Meer. Lachsfleisch wird geräuchert oder gebeizt, tiefgekühlt, frisch bzw. roh und in der Dose im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel angeboten.

Aus Sicht des VGT ist die kommerzielle Lachszucht tierquälerische Intensiv- oder Massenhaltung. Die Tier‐
schutzprobleme bei der kommerziellen Lachszucht sind vielfältig. Sie werden im VGT Lachs-Tierschutzbericht ausführlich erörtert. Alle üblichen Fangmethoden, mit denen Wildlachse aus den Meeren gefischt werden, sind für den VGT tierquälerisch und verursachen Leid bei den betroffenen Fischen. Auch das wird im VGT Lachs-Tierschutzbericht behandelt. Lachse werden hauptsächlich mit Kiemennetzen, Umschließungsnetzen sowie Haken und Langleinen aus dem Meer gefischt.

In Österreich gibt es vier unterschiedliche Gütesiegel für Lachsprodukte im Lebensmitteleinzelhandel. Von den insgesamt 135 Lachsprodukten, die bei der VGT-Recherche erfasst wurden, sind 118 Produkte mit jeweils einem der vier erwähnten Gütesiegel zertifiziert. Keines der vier Gütesiegel für Lachsprodukte in Österreich entspricht den VGT-Tierwohlkriterien. Für die Beurteilung der drei Gütesiegel für Zuchtlachse wurden die „VGT-Tierwohlkriterien für Zuchtlachse“ erarbeitet. Es handelt sich um Prinzipien, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und die für den VGT die notwendige Voraussetzung für „tierschutzgerechte“ Lachszucht sind.

Auch die negativen Auswirkungen der Lachsindustrie werden thematisiert. Die Gefährdung von Wildlachsen durch entkommene Zuchtlachse aus den Lachsfarmen im Meer ist ein Problem. Die Verschmutzung des Meeres und der Meeresböden bei den Lachsfarmen ebenfalls. Lachsfleisch kann giftige Chemikalien enthalten. Der "Beifang" von anderen Wassertieren ist auch bei der Lachsfischerei Tierschutzproblem.

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist der Konsum von Lachsfleisch nicht notwendig. Die Nährstoffe im Lachsfleisch sind auch in anderen Nahrungsmitteln enthalten. Die aktuellen Ernährungsempfehlungen für Österreich sehen den Konsum von Lachsfleisch nicht notwendigerweise vor.

Dieser Bericht ist kein Einkaufsratgeber. Aber eine wichtige Entscheidungshilfe. Mag. Erich Schacherl: "Wir vom VGT informieren und klären auf, um fundierte Informationen zur Verfügung zu stellen, die Konsument:innen helfen können, Kaufentscheidungen zu treffen. Wir raten dazu, vor dem Kauf eines Produktes mit Lachsfleisch möglichst ausführliche Informationen über die Herstellung des Produktes einzuholen. Dazu kann der VGT Lachs-Tierschutzbericht nützlich sein. Ob ein Lachsprodukt gekauft wird oder nicht, kann auch ein Statement für oder gegen die Unterstützung von Tierleid sein".

Zum Tierschutzbericht: Tierleid im Lachsfleisch

Pressefotos von der Informationskundgebung (Copyright: VGT.at)

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