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Tauben- und Entenverstümmelungen in Salzburg: 4500 Euro Belohnung ausgesetzt

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (02.03.2022)

Salzburg, 02.03.2022

In der Stadt Salzburg häufen sich Fälle von grausamer Tierquälerei an Tauben und zuletzt Enten. Nun sind 4500 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des bzw. der Täter:innen führen.

Begonnen hat die schreckliche Serie der Verstümmelungen von Flugtieren in der Stadt Salzburg bereits im Sommer des letzten Jahres. Im Juli 2021 wurden dem Verein ARGE Stadttauben Salzburg die ersten verstümmelten Stadttauben gemeldet. Ihnen wurden die Schwungfedern abgeschnitten, oft wurden dabei auch die Blutkiele verletzt, was bei Vögeln enorme Schmerzen verursacht. Im Oktober 2021 und im Jänner 2022 kam es erneut zu solchen Verstümmelungen. Der Fundort der Tauben war jedes Mal die Goethestraße im Salzburger Stadtteil Itzling. Durch diese Verstümmelungen wurde den Tauben gezielt die Fähigkeit zu fliegen genommen, was für sie einen langsamen und grausamen Tod durch Verhungern oder durch Beutegreifer bedeutet.

Anfang Februar wurde dann am Leopoldskroner Weiher die erste verstümmelte Ente von einem Vater und dessen 10-jähriger Tochter aufgefunden. Der Ente waren beide Flügel bei lebendigem Leibe komplett abgetrennt worden. Oswin Mair, Präsident der Österreichischen Tierrettung, dazu: Das Mädchen war völlig außer sich und konnte vom Tierrettungsteam und ihrem Vater nur mit aller Mühe und der ‚Notlüge‘ beruhigt werden, dass die Ente jetzt in die Tierklinik kommt, ihre Flügel wieder angenäht werden und sie nach ein paar Wochen im Tierspital wieder fliegen kann. Doch in Wahrheit musste sie aufgrund der schweren Verletzungen eingeschläfert werden. Eine Woche später dann die nächsten zwei Enten mit grausamen Verstümmelungen. Diese zwei bedauernswerten Geschöpfe irrten völlig orientierungslos mit teilweise abgezogener Brusthaut am helllichten Tag auf der Staatsbrücke herum. Touristen, Passanten - auch mit Kindern - mussten diese schreckliche Szene mitansehen, bis dankenswerterweise die Polizei Rathaus die Enten sicherten und die ÖTR verständigten. Keines der drei Tiere überlebte diese bei lebendigem Leib zugefügten Verletzungen, so Oswin Mair.

Wir sehen hier Parallelen von den Tauben zu den jüngsten Vorfällen mit den schwer verletzt aufgefundenen Enten. Auch hier handelt es sich um eine Vogelart. Auch hier müssen es mehrere Personen sein, die diese Tat gut vorbereiten, die Tiere locken, einfangen, festhalten und ihnen dann die Qualen zufügen. Auch hier hat es mit den Flügeln begonnen, allerdings in einer gesteigerten Form der Handlung, der Tierqual. Die Polizei ermittelt in beide Richtungen. Und es gibt bereits eine große Solidargemeinschaft unter den Tierschützern. Die Österreichische Tierrettung, der VGT Salzburg und der Verein ARGE Stadttauben Salzburg versuchen durch Aufklärung und das Aussetzen der Belohnung mithilfe der Salzburger Bevölkerung zu einem positiven Ermittlungsausgang beizutragen, so Hans Lutsch von der ARGE Stadttauben.

Eine weitere Steigerung der Tierquälereien ist nicht ausgeschlossen, ja wird sogar befürchtet. Die forensische Kriminalistin Mag. Dr. Hübner bestätigte uns, dass schwere Straftaten an Kindern bzw. Schwächeren fast immer mit Tierquälereien beginnen. Der Täter sucht den „Kick“ und es besteht die Gefahr, dass es demnächst größere Tiere erwischt oder auch Menschen, warnt Oswin Mair.

Tierfreund:innen haben sich nun entschlossen, eine Belohnung für sachdienliche Hinweise auszusetzen, die zur Ergreifung des bzw. der Täter:innen führen. Für die Ergreifung der Enten-Täter:innen belohnt die Österreichische Tierrettung mit 500 €, Herr Frank Fritsch (Bad Hofgastein) mit 1000 €, Herr Mag. Mathias K. (Wien) mit 1500 € und das CIA-Tattoostudio (Salzburg) mit 500 €. Für die Ergreifung der Tauben-Täter:innen belohnt die Österreichische Tierrettung mit 500 € und der Tierschutzverein ProtesTiere e.V. (Bad Reichenhall) ebenfalls mit 500 €. Macht gesamt eine Belohnung in Höhe von 4500 Euro.

Alexandra Nobis vom VGT dazu: Unser herzlicher Dank gilt den tierlieben Menschen, die sich entschlossen haben, eine so hohe Belohnung auszusetzen. Es ist unvorstellbar grausam, was diesen wehrlosen Tieren angetan wird. Wir möchten dringend an die Salzburger Bevölkerung appellieren, die Augen offen zu halten und umgehend die Polizei zu verständigen, sollte etwas Derartiges beobachtet werden.

Bitte wenden Sie sich mit sachdienlichen Hinweisen an die nächste Polizeidienststelle.

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