Teilen:

Jäger stören und blockieren Tierschützer:innen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (05.12.2022)

Unterneuberg (Oststeiermark), 05.12.2022

Bezirkshauptfrau von Hartberg-Fürstenfeld gab Schützenhilfe in Unterneuberg

Große Aufregung gab es am Samstag während einer Treibjagd in der Oststeiermark: Tierschützer:innen wollten den Ablauf und die Vorgangsweise einer Jagd dokumentieren. Die völlig aufgebrachten Jäger behinderten die Filmenden an ihrem Vorhaben und blockierten mehrmals deren Fahrzeug. Die Polizei schritt ein. Die neue Bezirkshauptfrau wurde von ihrem jagenden Ehemann um Unterstützung gerufen.

Am 3.12. kamen 50 Jäger:innen und Treiber:innen in Unterneuberg im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld zusammen, um Felder und Wälder zu umstellen und die Wildtiere aus ihrem Lebensraum zum Abschuss zu treiben. Zahlreiche Schüsse durchpeitschen die sonst friedliche Landschaft. Anrainer:innen verzogen sich in die Häuser oder verließen zuvor ihr Zuhause, sie waren schon Tage zuvor vor der Treibjagd gewarnt worden.

Tierschützer:innen wollten sich ein Bild vom Geschehen machen, kamen und hielten ihr Fahrzeug auf einer Straße, stiegen aus und begannen, auf der Straße stehend, die Jagd zu filmen. Wenige Minuten später wurden sie von aufgebrachten Jägern umstellt, zum Verlassen des Bereiches aufgefordert und vielmals mit Klagen und Anzeigen bedroht. Ein angeblicher Rechtsanwalt-Jäger versperrte sogar den Weg, um ein Weiterfahren der Tierschützer:innen zu verhindern.

Die gerufenen Polizeibeamten schritten sehr professionell und deeskalierend ein. Es kam jedoch zu einer langwierigen Amtshandlung, währenddessen die fortgeführte Jagd nicht dokumentiert werden konnte. Die Beamten mussten mit den Jägern die geltende Gesetzeslage diskutieren, weil diese verzweifelt versuchten, den Tierschützer:innen strafbare Handlungen anzudichten.

Der Höhepunkt war der Auftritt eines Aufsichtsjägers und Landesbediensteten, der sich als Ehemann der frisch ins Amt gerufenen Bezirkshauptfrau von Hartberg-Fürstenfeld vorstellte. Er verlangte mehrmals die Ausweise, ohne einen adäquaten Grund für sein amtliches Einschreiten nennen zu können. Nach seinem erfolglosen Handeln bat er seine Bezirkshauptfrau-Ehefrau telefonisch um Hilfe, sie riet zu einer "erkennungsdienstlichen Behandlung" - was jedoch nur bei strafrechtlichen Vergehen zulässig wäre, in diesem Fall also völlig unangebracht und illegal. Ein längeres Telefonat mit ihr und der Polizei folgte. Diese behielt offensichtlich kühlen Kopf und ließ sich nicht einschüchtern.

Völliges Fehlverhalten muss man auch dem örtlichen Jagdobmann und Jagdaufseher vorwerfen: er stellte sich später vor den vorbeifahrenden Tierschützer:innen provokant mitten auf die Fahrbahn, blockierte das Tierschutz-Fahrzeug und versuchte so, das Dokumentieren zu verhindern.

David Richter vom VGT dazu: Es ist erschütternd, wie die Jäger:innenschaft immer wieder aggressiv versucht, das Dokumentieren und Veröffentlichen ihrer Vorgehensweisen zu verhindern. Die Wildtiere gehören nicht der Jagd, sie sind ein Teil unser aller Natur und wir alle tragen Verantwortung für eine friedfertige Koexistenz. Dass die Jäger glauben, die Polizei für ihre Zwecke missbrauchen zu können, mit der Intervention der Staatsanwaltschaft prahlen und die privaten Kontakte zur Bezirkshauptfrau nutzen wollen, um aus ihrer Sicht lästige journalistische Tätigkeiten behindern zu können, zeigt wieder einmal, dass die Jäger:innenschaft zu viel Macht besitzt und auch von der Bevölkerung vermehrt in die Schranken gewiesen werden muss. Wir als Tierschützer:innen lassen uns nicht einschüchtern und werden weiterhin Tierleid an die Öffentlichkeit bringen.

13.10.2026, Wien/EU

85 % der Österreicher:innen fordern rasches Ende der Käfighaltung

Ein Großteil der Österreicher:innen will bis 2035 ein EU-weites Ende der Käfighaltung von Legehennen. Die Industrie pocht auf eine Übergangsfrist bis 2045.

13.10.2026, Salzkammergut

Vogelsang statt Vogelfang! Kundgebung bei Singvogelfangausstellung

Wir protestieren vor der jährlichen Singvogelfangausstellung am 29.11., bei der hunderte gefangene Singvögel in kleinen Käfigen zur Schau gestellt werden.

09.10.2026, Wien

Urteil im SPAR-SLAPP gegen den VGT beweist: Vollspaltenboden ist Tierquälerei

Zusätzlich hat die Richterin mit Bezug zum OGH zahlreiche Klagspunkte von SPAR zurückgewiesen und dadurch die Klage als SLAPP entlarvt

08.10.2026, Wien

Der Schweine-Vollspaltenboden muss weg: VGT-Demos bei Parteizentralen in Wien

Mit Zitat aus dem Tierschutzgesetz, nach dem jetzt ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung beschlossen werden muss, erinnert der VGT die Regierung an ihre Verantwortung

07.10.2026, Wien

VGT-Aktion: Tintenfische schützen, nicht essen

Morgen ist Welt-Oktopus-Tag. Brutale Methoden beim Fang sind weithin unbekannt

06.10.2026, Wien

Handelsgericht urteilt in SPAR-Klage gegen VGT: SLAPP weitgehend bekräftigt

Richterin bestätigt OGH-Urteil und 6 Verbote der EV zu Schweine-Vollspalten, verbietet dem VGT aber zusätzlich, wissenschaftliche Studien zu Mortalität und Tierwohl-Preisen zu zitieren

06.10.2026, Wien

Welt-Oktopus-Tag: VGT-Aktion am Stephansplatz

Tierschutz-Aktion in Wien soll tierquälerische Aspekte bei der Fischerei von Tintenfischen in den Fokus rücken

05.10.2026, Wien/Neutillmitisch(Stmk.)

VGT kritisiert Greenwashing bei Insekten-Hundefutter

Neue Studie stellt Umweltvorteile von Insektenprotein in Frage