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Der heimliche Herrscher im Wald

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (06.02.2023)

Wien, 06.02.2023

Der Uhu hat alles, was ein erfolgreicher Beutegreifer benötigt: Augen und Gehör sind ausgezeichnet, seine Schwungfedern erlauben einen nahezu lautlosen Flug. Nur am Lebensraum mangelt es dem großen Greifvogel.

Der Rothirsch wird häufig als der König des Waldes bezeichnet, wobei der natürliche Lebensraum des Rotwildes eigentlich eher in Steppengebieten liegt. In vielen Teilen Mitteleuropas, wo die großen Beutegreifer Luchs, Wolf und Braunbär fehlen, regiert aber in Wahrheit ein großer Vogel. Wegen seiner heimlichen Lebensweise bleibt häufig verborgen, das der Uhu (Bubo bubo) an der Spitze der Nahrungskette steht und sich selbst wehrhafte Beutegreifer wie Fuchs und Wildkatze vor ihm hüten müssen.

Der Uhu ist die größte heimische Eulenart – und die dominanteste. In Uhurevieren ist die Anzahl anderer Eulen deutlich geringer, da diese ebenfalls auf dem Speisezettel des Uhus stehen. Und dieser Speisezettel ist lang: über 50 Säugetierarten und 180 Vogelarten sind als potentielle Beute des Uhus bekannt. Zur Beute gehören auch junge Frischlinge und Füchse, schwache Rehkitze, Habichte und Wildkatzen. Der Uhu ist ein absoluter Spitzenbeutegreifer: den er selbst hat keinerlei natürlichen Freßfeinde zur fürchten. Das der Uhu so ein erfolgreicher Jäger ist, liegt an seiner Jagdmethode, die er vor allem in der Dämmerung ausübt. Je nachdem ob ihm der Sinn nach Vögeln oder Säugetieren steht, entscheidet er über seine Flugroute: Für die Jagd auf Säuger fliegt er dicht oberhalb des Erdbodens, während er bei der Jagd auf Vögel in Wipfelhöhe der Bäume seiner Beute nachstellt. Obwohl der Uhu auch ein schneller und geschickter Flieger ist, schlägt er seine Vogelbeute bevorzugt, wenn sie auf Ästen ruht oder durch ihn aufgeschreckt auffliegt. Er ist aber nicht nur ein schneller Flieger, sondern auch ein flotter Läufer: Verfehlt der Uhu eine Maus, so ist er flink genug um sie am Boden laufend einzuholen. Meistens ist das aber nicht notwendig, denn der Uhu verfügt über ein ausgezeichnetes Gehör, das ihn zu seiner Beute führt. Wie alle Eulen besitzt auch der Uhu an jeder Kopfseite eine Art Ohrenschlitz. Der Gesichtsschleier leitet zusätzliche Schallwellen in diese Einlassungen, um die akustische Wahrnehmung so zu verstärken. Eulen können Geräusche damit sehr gut orten, hören zudem auch Hochfrequenztöne. Durch ihr sensibles Gehör werden die Tiere so selbst auf kleinste Bewegungen in ihrer Umgebung aufmerksam.

Der Uhu braucht ein großes Jagdrevier, das bis zu 4.000 ha umfassen kann. Das ideale Revier ist reich strukturiert und abwechslungsreich: neben Wäldern sollen auch Hecken, Fließgewässer und Feldgehölze vorkommen. Durch die starke Bejagung durch Menschen wurde der Uhu in Gebirgslagen vertrieben, mittlerweile wird von ihm aber auch wieder das Flachland erobert. Ende der 1930er Jahre stand der Uhu nahezu vor der Ausrottung in Mitteleuropa. Der Grund für seine starke Bejagung lag darin, dass viele Jäger in ihm einen Beutekonkurrenten sahen. Der Uhu gehört wie die meisten anderen Eulenarten zum jagdbaren Wild, er ist aber ganzjährig geschont. Es kommt allerdings immer wieder zu illegalen Tötungen durch Gift und Fallen, auch werden Uhunester geplündert.

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