Teilen:

VGT-Beschwerde gegen EU-Antrag Senkung Schutzstatus Wolf bei Berner Konvention

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (04.11.2024)

Wien/EU, 04.11.2024

Eine Herabsenkung des Schutzstatus des Wolfs ist biologisch, ökologisch und demokratisch problematisch und öffnet Tür und Tor für Nivellierung von Naturschutzbestimmungen

Der EU-Rat hat am 26. September 2024 beschlossen, bei der Berner Konvention eine Abstufung des Schutzstatus des Wolfs zu beantragen. Dagegen hat der VGT eine offizielle Beschwerde eingebracht. Hintergrund der EU-Entscheidung ist, dass die Jäger:innenschaft in den Startlöchern scharrt, um den Wolf massiv zu bejagen und erneut auszurotten. In Österreich wird das rechtswidrig durch die verschiedenen Landesregierungen insbesondere in Kärnten, Tirol und Salzburg gedeckt, was auch zu einer dramatischen Zunahme illegaler Abschüsse geführt hat. Österreich ist beim Wolfsschutz Schlusslicht in Europa.

Die Herabsenkung des Schutzstatus des Wolfs würde voraussetzen, dass die Art einen guten Erhaltungszustand hat. Das ist in den allermeisten Regionen Europas nicht und schon gar nicht in Österreich gegeben. Abgesehen davon bräuchte es ein vernünftiges Monitoring. Gerade in Österreich gibt es ein solches Monitoring nicht und die Art ist am Aussterben. Wenn die Berner Konvention tatsächlich den Schutzstatus senkt, öffnet das Tür und Tor für weitere Nivellierungen im Natur- und Artenschutz. Während Klimawandel und Artensterben längst bedrohliche Ausmaße angenommen haben, reagiert die Politik damit, den Kopf in den Sand zu stecken und so zu tun, als gäbe es kein Problem. Tierarten, die nicht nützlich sind, werden rücksichtslos eliminiert, jeder Quadratzentimeter Boden versiegelt oder kultiviert. Mit einer solchen Politik gibt es keine Zukunft mehr.

Das Volksbegehren Für ein Bundes-Jagdgesetz setzt sich dafür ein, dass sich die Jagd an Maßstäben der Ökologie und des Tierschutzes zu messen hat. Alle in Österreich wahlberechtigten Personen können ihre Unterstützungserklärung abgeben, um das Volksbegehren zu ermöglichen.

Zum Volksbegehren

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: In der NÖN stand vor wenigen Tagen, dass die Jäger:innenschaft einen Wolf abschießen will, weil er ein Reh gerissen hat. Ein Reh! Geht es nach der Jäger:innenschaft, müsste der Wolf offenbar vegan leben, um nicht getötet zu werden. Die Verordnung zum Risikowolf in Kärnten sieht den Abschuss von Wölfen vor, die sich mitten im Wald einer Futterstelle für Hirsche auf 200 m annähern. Es ist nicht zu fassen, mit welcher Ignoranz und welch primitivem Beuteneid diese Tierart ausgerottet wird – und das, bevor die Berner Konvention den Schutzstatus abgesenkt hat. Genau so, wie vor 20 Jahren die kleine Bärenpopulation im steirisch-niederösterreichischen Grenzgebiet illegal ausgerottet wurde. Diesem kriminellen Vorgehen muss eine Grenze gesetzt werden. Statt den Schutzstatus des Wolfs zu senken, müssen wir den bestehenden Schutz konsequent durchsetzen und jene Landesrät:innen, die mit ihren rechtswidrigen Verordnungen die Ausrottung des Wolfs betreiben, vor Gericht bringen.

24.02.2026, Wien

Handelsgericht Wien: Einstweilige Verfügung gegen Skandal-Schweinefabrik Hardegg

Besitzer Maximilian Hardegg darf den VGT bis zum Urteil über die Unterlassungsklage nicht mehr als „terroristische Vereinigung“ bezeichnen – noch nicht rechtskräftig

23.02.2026, Wien

Einladung zur Demonstration für Amphibientunnel in Hernals

Geplanter Tunnelbau für den Hanslteich auf wackeligen Beinen, Amphibienschützer:innen demonstrieren vor Bezirksvertretungssitzung und fordern rasche Umsetzung

20.02.2026, Salzburg

Jagdmesse Salzburg: illegale Tellereisenfallen und Abschüsse von Bären verkauft

Für Außenstehende wirkt die Mentalität der Menschen, die da als Kund:innen angesprochen werden sollen, schwerst pathologisch – Tierschutz-Demo vor dem Messegelände

19.02.2026, Wien

42* Klimaaktivist:innen angeklagt: VGT solidarisch, Klimawandel größte Bedrohung

Bei einer derart drastischen Bedrohung für uns alle sind auch drastische Aktionen gerechtfertigt – es wäre ein Verbrechen, sehenden Auges die eigenen Kinder in den Untergang zu schicken!

18.02.2026, Wien

Forschungsbericht zu neuem Schweine-Vollspaltenboden bestätigt: kaum Verbesserung

Die zu verschiedenen Parametern des Tierwohls erhobenen Vergleichszahlen zwischen Vollspaltenboden alt und neu sind ernüchternd – heute Protest vor dem Ministerrat

17.02.2026, Klagenfurt

PK: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

In Kärnten wurden in den letzten 4 Jahren doppelt so viele Wölfe geschossen, wie im großen, regional 10 Mal so dicht besiedelten Deutschland – seit 2022 gab es sogar 310 Abschusserlaubnisse der Landesregierung

12.02.2026, Graz

Einladung: morgen Freitag Tierschutzdemo vor Bauernbundball in Grazer Stadthalle

Der ÖVP-Bauernbund blockiert massiv jede vernünftige Weiterentwicklung im Nutztierschutz – Protest vor allem gegen die Beibehaltung des Schweine-Vollspaltenbodens

10.02.2026, Klagenfurt

Einladung zur Pressekonferenz: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

Expert:innen und Tierschutzvertreter:innen beziehen Stellung zur aktuellen Wolfsthematik in Kärnten