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Wien, am 14.02.2016

Die Zucht von Vögeln für die Jagd

Fasan, Rebhuhn, Stockente und, in einigen Bundesländern, Ringeltaube sind vom allgemeinen Verbot augeschlossen, Wildtiere ohne Bewilligung auzusetzen.

Im Allgemeinen ist in den österreichischen Jagdgesetzen das Aussetzen von Wildtieren bewilligungspflichtig, außer es handelt sich um heimisches Wild. Und der Handel mit Wildtieren ist verboten, mit Ausnahme von Fasan, Rebhuhn, Stockente und, in einigen Bundesländern, Ringeltaube. In der Praxis bedeutet das, dass in vielen Regionen zahlreiche Fasane, Rebhühner und Stockenten ausgesetzt werden. Die meisten dieser Tiere stammen aus ausländischen Brütereien, manche aber werde in Österreich gezüchtet. Im Burgenland gibt es eine Großfasanerie, die etwa 60.000 Vögel pro Jahr brütet und verkauft.

Aus den Brütereien werden die Vögel in Tiertransporten in die Jagdreviere gebracht. Dort steckt man sie in Volieren, die Enten in oft künstlich angelegte Teiche, die von einem elektrisch geladenen Zaun umgeben sind. Auswildern bedeutet dann oft, einfach die Abdeckung der Volieren zu entfernen, sodass die Tiere zwar hinausfliegen können, aber aufgrund der Fütterungen immer wieder zurück kehren. Manchmal werden die Fasane und Rebhühner aber auch in Felder in die Reviere gesetzt, wo sich zahlreiche Futterstellen und Tränken befinden.

Mit der Zucht von Federwild geht aber immer auch die Tötung von Raubtieren einher. Kein Wunder, die zahmen Vögel, die man extra für die Jagd gezüchtet oder gekauft hat, sind für diese Tiere ein leichtes Opfer. Deshalb stehen um die Volieren immer wieder Habicht- und Fuchs- oder auch Marderfallen, zuweilen mit lebenden Vögeln als Köder.

Fasane

Die meisten Brütereien, die Tiere in die österreichischen Jagdreviere liefern, stehen in Tschechien, der Slowakei und Ungarn, aber in der einen Großfasanerie im Burgenland herrschen ähnliche Verhältnisse. Tausende Eier werden in Brutmaschinen gesteckt und ausgebrütet, nicht anders als in den großen Masthuhnfabriken. Sind die Kücken geschlüpft, steckt man sie in geschlossene Räume unter Wärmelampen, in richtiger Massentierhaltung. Im Alter von einigen Wochen werden sie von dort in halboffene Volieren verlegt.

Aufgrund der großen Enge herrscht Aggression unter den Tieren, sie rupfen sich gegenseitig die Federn aus oder fügen sich Wunden zu. Um das zu verhindern, werden die Schnabelspitzen abgezwickt oder die Tiere erhalten groteske Masken, Sichtblenden vor die Augen oder Schnabelsperren. Nach dem österreichischen Tierschutzgesetz ist das Verletzen der Schnäbel von Fasanen – nicht aber von Rebhühnern – verboten, doch diese Phase der Zucht findet in den meisten Fällen im Ausland ohne diesen gesetzlichen Schutz statt.

Der Transport in die Fasanvolieren der Jagdreviere wird mit LKWs oder auf Anhängern durchgeführt, die mit engen Transportkisten beladen sind. Darin stecken die Tiere in unerträglicher Dichte – bei jedem Wetter.

Rebhühner

Auch Rebhühner stammen aus Brütereien, allesamt im Ausland. Die Zustände dort sind ähnlich wie bei den Fasanen. Auch die Volieren sind von einer ganz ähnlichen Art. Rebhühner sind heimische Tiere, im Gegensatz zum Jagdfasan, der aus mehreren asiatischen Fasanarten gekreuzt wurde. Rebhühner sind etwa taubengroß, also deutlich kleiner als Fasane. Sie sind vor allem im Burgenland zu finden. Sie werden in viel kleinerem Rahmen in Österreich für die Jagd ausgesetzt.

Stockenten

Von den genannten drei Vogelarten, die für die Jagd in Österreich gezüchtet werden, ist die Stockente in der Natur am häufigsten. Allerdings will man offensichtlich trotzdem in manchen Revieren nachhelfen, um zahlungskräftigen KundInnen einen Massenabschuss bieten zu können.

Es gibt zahlreiche Entenzuchten für die Jagd in Österreich, und zwar sowohl in der Steiermark, als auch im Burgenland und in Niederösterreich. Manche JägerInnen importieren die Enten für ihre Jagdgäste aber auch aus Ungarn. In den Revieren müssen die Enten entweder in Volieren leben oder sie kommen in künstlich angelegte, mit einem elektrisch geladenen Zaun umgebene Teiche. Sie sind vollständig von der Fütterung abhängig, lassen sich dadurch daher auch in Volieren locken, von wo aus man sie schließlich den Jagdgästen zum Abschuss zufliegen lassen kann.