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Tierversuche: beim Einkauf immer dabei – der neue Einkaufsführer für tierversuchsfreie Produkte

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (07.07.2010)

Wien, 07.07.2010

Ob Kosmetik, Reinigungsmittel, Medikamente, Farbstoffe, Chemikalien – irgendwann wurde jedes Produkt einmal im Tierversuch getestet, viele auch heute noch

Ob Kosmetik, Reinigungsmittel, Medikamente, Farbstoffe, Chemikalien – irgendwann wurde jedes Produkt einmal im Tierversuch getestet, viele auch heute noch

Tierversuche sind eines der grausamsten und meistdiskutierten Themen im Tierschutz. Die Frage nach Notwendigkeit und Art der Durchführung beschäftigt WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen, TierschützerInnen und natürlich auch KonsumentInnen seit Jahren. Leider wird die Forschung nach Alternativmethoden viel zu wenig betrieben und Kontrollen von Tierversuchen gibt es fast gar nicht.

Für folgende Bereiche werden Tierversuche durchgeführt:

Grundlagenforschung (16% der Tierversuche)

Im Namen der Freiheit der Wissenschaft werden Versuche aus reiner Neugier durchgeführt. So werden den Tieren z.B. ihre Augen herausgeschnitten, um ihre Farbsichtigkeit zu testen, oder Gerhirnteile unter Strom gesetzt oder zerstört, um die Reaktion auf das Tier zu beobachten.

Produkthaftung: Giftigkeitstests (37% der Tierversuche)

Im allgemeinen werden alle Kosmetika, Haushaltsprodukte und Medikamente auf ihre Giftigkeit hin getestet. Für Herstellerfirmen geht es hier in erster Linie um Schutz vor Haftungsklagen. Kommt ein Konsument durch Benutzung eines Produkts zu Schaden, haftet der Produzent – außer er kann nachweisen, dass das Produkt „unbedenklich“ war. Allerdings haben nur 5 bis 25% der Substanzen, die für den Menschen schädlich sind, auch auf die Versuchstiere eine giftige Wirkung. Folgende Tests werden hierfür durchgeführt (ohne Schmerzmittel oder Narkose):

    • Draize-Test: den Tieren (v. a. Kaninchen) wird das zu testende Mittel in die Augen getropft, um dann die Zerstörung der Augen durch die Verätzung zu beobachten
    • Magenverträglichkeitstest: den Tieren (oft Ratten, da sie nicht erbrechen können) wird das zu testende Mittel entweder über lange Zeit hinweg ins Futter gemischt (chronische Vergiftung) oder in hoher Dosis per Sonde in den Magen verabreicht (akute Vergiftung)
    • Hautreizungstest: den Tieren (meist Kaninchen und Meerschweinchen) wird das zu testende Mittel auf die geschorene Haut aufgetragen

Versuche zur Produktentwicklung (42% der Tierversuche)

Dabei werden Krankheiten, die es nur bei Menschen gibt, bei Tieren auf künstliche Weise hervorgerufen, um dann an diesem „Tiermodell“ eine Behandlung zu entwickeln. Dabei injiziert man den Tieren z.B. Bakterien in die Gelenke, um eine rheumaähnliche Entzündung hervorzurufen, oder Gift ins Gehirn, um Krampfanfälle auszulösen.

Tierversuche für Kosmetika vor dem Aus?

Für Kosmetika wurde innerhalb der EU ein beachtlicher Teilerfolg erzielt, auch wenn leider immer noch zehntausende Tiere jährlich für unsere Schönheit leiden und sterben.

Demnach sind Tierversuche für fertige kosmetische Produkte verboten und seit dem 11. März 2009 auch Tierversuche für neue kosmetische Inhaltsstoffe. Auch fertige Kosmetika aus Drittländern, die in Tierversuchen getestet wurden, dürfen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in der EU vermarktet werden. Doch Kosmetika, deren Inhaltsstoffe außerhalb der EU in Tierversuchen getestet wurden, können hierzulande noch bis 2013 uneingeschränkt verkauft werden.
Und auch ist es so, dass Tierversuche für die Prüfung von Rohstoffen uneingeschränkt durchgeführt werden können, wenn die Substanz nicht nur für Kosmetika, sondern auch für andere Produkte verwendet wird - und das betrifft natürlich fast alle.

Aber es gibt sehr viele Firmen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinaus komplett auf Tierversuche verzichten, dies auch für die zugekauften Rohstoffe verlangen und sich von unabhängigen Tierschutzvereinen überprüfen lassen.

Der neue Einkaufsführer für tierversuchsfreie Produkte

Aber auch hier herrscht bei vielen KonsumentInnen oft große Verwirrung, da es unterschiedliche Qualitätssiegel gibt und widersprüchliche Angaben zur gleichen Firma. Um Licht in diese Angelegenheit zu bringen und das Einkaufen von tierversuchsfreien Kosmetika und Reinigungsmittel so leicht wie möglich zu machen,hat der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN einen Einkaufsführer erstellt, in dem seriöse Positivlisten zusammegefasst und die unterschiedlichen Siegel erklärt werden. Zusätzlich wurde eine ausführliche Bezugsliste für ganz Österreich angehängt, die das Einkaufen von tierfreundlichen Produkten zum Kinderspiel macht.

Dieser Einkaufsführer ist ab sofor beim VGT GRATIS (zuzügl. Porto) erhältlich.

Bestellmöglichkeit: email: office@vgt.at
Telefon: 01/9291498

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