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BP-Ölpest: Meeresschildkröten im Abfackelinferno lebendig verbrannt, Tierfriedhöfe im Meer und an den Stränden

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (13.07.2010)

Wien, 13.07.2010

Schreckensszenario immer grauenhafter

Schreckensszenario immer grauenhafter

Die Nachrichten von der Ölkatastrophe im mexikanische Golf waren an Entsetzlichkeit und Grauenhaftigkeit schon kaum zu überbieten, dennoch gibt es auch noch eine Steigerung.

Nun wird vom dramatischen Verbrennungstod von Meeresschildkröten in dem Öl-Horror nach der Explosion der BP-Plattform Deepwater Horizon berichtet :

Die Tiere werden zum Teil bei lebendigem Leib beim Abfackeln des Ölteppichs auf dem Meer mitverbrannt, klagen US-TierschützerInnen an, die inzwischen auch die Gerichte mit der unfassbaren Tierquälerei befassen wollen.

Der Golf in der Region ist der Lebensraum zahlreicher Wasserschildkröten, wobei die Tiere vor allem von Seetang leben. Doch die seltenen Wasserreptilien werden jetzt von den an sich wichtigen Plastikbarrieren der Ölbekämpfer eingefangen, die das Öl daran hindern sollen, sich weiter im Meer auszubreiten. Wenn das Öl zum Abfackeln entzündet wird, wird keinerlei Rücksicht auf darin befindliche Tiere genommen. Hunderte Schildkröten, die sich aus ihrem Gefängnis nicht befreien können, werden nicht geborgen, sondern einfach mitverbrannt. BP untersagte HelferInnen, darunter dem Bootskapitän und Umweltschützer Mike Ellis, der bereits etliche Tiere vor dem qualvollen Feuertod retten konnten, nun ihre Einsätze.

Auch unter Wasser nur Bilder des Grauens:

Unter der Ozeanoberfläche und am Strand befindet sich ein riesiger Tierfriedhof. Massen toter Krabben liegen in der Brandung, am Strand verwesen Berge toter Fische. Der Mangel an Sauerstoff tötet die Meeresfauna – bedingt durch die explodierende Zahl erdölfressender Mikroben, die Unmengen von Sauerstoff konsumieren. Aufgescheuchte riesige Fischschwärme und Rudel irritierter Haie, die in die seichten Gewässer ausweichen, komplettieren das Bild eines ökologisch gespenstischen Horror-Szenarios, das in der Geschichte der menschengemachten Natur- und Umweltkatastrophen wohl beispiellos ist.

Ralph Chaloupek vom VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN dazu: „Die Vorgangsweise von BP, Hilfseinsätze zugunsten der Tiere und Aufklärungsarbeit über die katastrophale Situation vor Ort zu verhindern, ist völlig inakzeptabel und setzt dem unfassbaren Umweltskandal noch die Krone auf. Um sein Image nicht zu beschädigen, unterdrückt der Konzern die Vor-Ort-Berichterstattung, um ein realistisches Bild vom wahren Ausmaß der Katastrophe nicht an die schockierte Weltöffentlichkeit gelangen zu lassen.
Während die Welt bangt, dass das Ölleck endlich wieder geschlossen werden kann und täglich geschätzte 10 Millionen Liter Öl austreten und den Ozean vergiften, hebt in New Orleans ein Gericht - damit einer Klage von 32 Ölfirmen vorauseilend Gehorsam leistend - den von US-Präsident Obama sinnvoller Weise verhängten 6-Monate-Tiefsee-Ölbohrstopp auf - umweltpolitisch und umweltrechtlich eine regelrechte Wahnsinnsentscheidung in der derzeitigen Situation, an Verantwortungslosigkeit und Ignoranz nicht zu überbieten! Und ein Schlag ins Gesicht all jener Umwelt- und TierschutzaktivistInnen und Engagierten, die versuchen, in all dem Desaster Schadensbegrenzung und Akuthilfe zu leisten!“

 

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