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Putenmast in Österreich: Tiere stehen routinemäßig 30 cm tief im Kot!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (11.03.2015)

Wien, 11.03.2015

Aufgrund der hohen Besatzdichten ist ein Ausputzen während der Mastperiode unmöglich – über 5 Monate akkumulierter Kot verätzt Füße und Brust

Aufgrund der momentan geltenden, hohen Besatzdichte von 40 kg Lebendgewicht pro m² in den Hallen der Putenmastbetriebe, was etwa 2-3 der riesigen Tiere pro m² entspricht, akkumuliert der Kot über eine Mastperiode bis zu 30 cm Tiefe und mehr! Es ist praktisch nicht möglich, den Kot während der Mast zu entfernen, weil die Tiere viel zu groß sind und den gesamten Boden dicht besetzen. Bei keiner anderen Haltungsform von Nutztieren in Österreich sind die Tiere einer derartigen Menge von Dreck ausgesetzt. Die Folge sind Ätzwunden aufgrund des scharfen Ammoniaks sowohl an den Füßen als auch auf der Brust. Da die Tiere so übernatürlich schwer werden, liegen sie also über Monate hinweg in ihrem eigenen Kot! Und das ist der Normalzustand in diesen Betrieben, der aufgrund der Haltungsform und der hohen Besatzdichte unumgänglich ist.

In Österreich werden jedes Jahr rund 1,5 Millionen Puten, also domestizierte Truthühner, geschlachtet. Insbesondere die männlichen Tiere mästet man dabei über mehr als 5 Monate bis zu einem Körpergewicht von über 20 kg. Da Putenfleisch hierzulande bis vor kurzem noch keine Tradition hatte, wurde dieser Sektor der Tierindustrie vom Tierschutz bisher vernachlässigt. Doch die drängende Forderung der Putenmastbetriebe, die Besatzdichten in den Masthallen um 50 % zu erhöhen, zwingt zu einer näheren Untersuchung dieser Tiernutzungsform. Und dabei zeigt sich ein Skandal nach dem anderen. Nur noch bei Puten werden routinemäßig ohne Betäubung und Schmerzausschaltung die Schnäbel gekürzt, und nur Puten müssen routinemäßig derartig tief in ihrem eigenen Kot stehen, über viele Monate hinweg!

VGT-Obmann Martin Balluch: „Die Putenmast wurde vom Tierschutz und den verantwortlichen PolitikerInnen bisher sträflich vernachlässigt. Dabei sind die Zustände dort alarmierend. Und dabei geht es nicht um ‚schwarze Schafe‘ unter den MästerInnen, sondern um ein Problem, das der industriellen Nutzung dieser Tiere immanent ist. Würden Kühe in derart tiefem Kot gehalten, oder auch Schweine, wäre das ein besonderer Skandal. Auch bei den Hühnern achtet man, z.B. durch Gitterböden unter den Futterplätzen in Legebetrieben, darauf, dass sich nicht zu viel Kot ansammelt. Doch die Puten haben bei uns das schlechteste Los gezogen, ihr Schicksal wird momentan noch völlig ignoriert. Wir bitten daher Tierschutzministerin Sabine Oberhauser, eine Reform der Verordnung über die Putenhaltung durchzuführen, um den Tieren wenigstens ein Mindestmaß an Schutz zu bieten.“

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