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Wie würde es mit österreichischen Schlachthöfen unter TTIP weiter gehen?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (19.05.2016)

Wien, 19.05.2016

Der kürzlich von uns veröffentlichte Schlachthofskandal, zeigte fürchterliche Bilder von Tierquälerei. Was passiert, wenn TTIP kommt?

In den Under-Cover-Videos sieht man brutale Misshandlungen an bereits komplett verängstigten Tieren, in Form von Schlägen und Hieben. Das Schlagen von Tieren stand bei allen zwanzig Schlachthöfen an der Tagesordnung. Doch auch total inakzeptables Verhalten, wie das Urinieren in die Ställe der Tiere, wurde dokumentiert. Auf verletzte Tiere wurde keine Rücksicht genommen, im Gegenteil, an ihnen wurde sogar mit Gewalt gezerrt!

Während der Schlachtung erleben die Tiere ebenfalls unsägliche Qualen: Oft wirkt die Betäubung nicht und der Lidschlussreflex-Test wird so gut wie nie durchgeführt. Daher kann es passieren, dass die Tiere ihre Schlachtung bei vollem Bewusstsein mitbekommen.

Obwohl diese Zustände schon schlimm genug sind, könnte es bald noch viel schlimmer für die armen Tiere kommen: Derzeit beschäftigen wir uns nicht nur mit dem Schlachthofskandal und seinen Folgen, sondern auch mit dem Thema TTIP („Transatlantic Trade and Investment Partnership“) und welche Auswirkungen die Einführung für die österreichische Landwirtschaft hätte.

Worum geht es bei TTIP?

Die TTIP Einführung wäre dazu da, Handelshemmnisse wie Umweltschutzauflagen oder Lebensmittelstandards zu vereinheitlichen, um dadurch den uneingeschränkten freien Handel zwischen den USA und Europa möglich zu machen.

Tierschutz vom Aussterben bedroht!

Mit der TTIP Einführung würden auch die niedrigeren Standards der USA in der Tierhaltung von den europäischen Ländern anerkannt werden. Dies würde dazu führen, dass die österreichischen BäuerInnen die vergleichsweise hohen Standards auf das amerikanische Niveau senken müssten, um überhaupt noch am Markt mithalten zu können. Wir entfernen uns mit TTIP immer weiter von einer regionalen, ökologischen und kleinbäuerlichen Landwirtschaft! Daher würde es den Tierschutz, wie wir ihn heute kennen, nicht mehr geben! In den USA gibt es auf Bundesebene nur Gesetze im Bereich der Tiertransporte und der Schlachtung der „Nutz“tiere, wie jedoch das Leben der Tiere in den Tierfabriken aussieht, ist großteils nicht gesetzlich festgeschrieben und wird auch nicht kontrolliert. TTIP würde besonders für die Tiere eine extreme Verschlechterung der bereits furchtbaren Bedingungen mit sich bringen!

Österreich kein Mitspracherecht?

Zusätzlich zu TTIP ist ein EU-USA-Gremium geplant, das auch berät, ob geplante Regulierungen „handelsfreundlich“ sind, auf Umwelt- oder Tierschutz wird keine Rücksicht genommen. Bevor unsere Parlamente dazu überhaupt einen Gesetzesentwurf zu Gesicht bekämen, könnten die KonzernvertreterInnen bereits Einfluss nehmen. Diese Vorgehensweise ist absolut intransparent und ohne Vertretung des Tier-, Umwelt- und KonsumentInnenschutzes am Verhandlungstisch ist das Schlimmste zu erwarten.

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