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Rumänien verbietet Trophäenjagd auf Großraubtiere – VGT fragt: und Österreich?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (06.10.2016)

Rumänien, 06.10.2016

Wieso gelingt in Osteuropa, was in Österreich undenkbar wäre: gesunde Raubtierpopulationen, waldangepasste Paarhuferanzahl, naturnahe Altwälder

Wird in Österreich ein Luchs ausgesetzt, sogar in einem Nationalpark, endet er rasch in der Kühltruhe von JägerInnen. Die Bärenpopulation von etwa 30 Tieren im niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet wurde innerhalb weniger Jahre ausgelöscht. Und selbst der Landwirtschaftsminister propagiert den Abschuss von Wölfen, die noch nicht einmal ins Land gekommen sind. Österreich ist eines von nur 2 Ländern Europas, in dem es keine Wölfe gibt. Und gleichzeitig ist Österreich das Land mit der europaweit größten Wilddichte an Rothirschen und Rehen, die den Wald zerstören. Österreich ist in der Hand einer Jägerschaft außer Rand und Band, die keine Grenze in ihrer Gier nach Abschüssen und Trophäen, und in ihrem Hass auf Raubtiere kennt.

Ganz anders Rumänien. Dort gibt es nicht nur erstaunlich viele unberührte Urwälder mit artenreichen Baumbeständen, sondern auch keine Futterstellen für Paarhufer und gleichzeitig eine natürlich hohe Großraubtierdichte. Und Rumänien hat dennoch jetzt verlautbart, dass die Trophäenjagd auf Wolf, Bär, Luchs und Wildkatze grundsätzlich verboten wird. Und das, obwohl bisher jährlich 550 Bären, 600 Wölfe und 500 Luchse zum Preis von jeweils € 10.000 geschossen werden durften! In den Südkarpaten gibt es etwa 6000 Bären, 3000 Wölfe und 1500 Luchse. Flächenmäßig ist dieses Gebiet mit dem Alpenbogen von Wien bis Osttirol vergleichbar. Und die Natur wird nicht weniger genutzt als in Österreich, überall sind Almen, auf denen im Sommer Tiere weiden, selbst Weideschweine gibt es, neben Schafen, Kühen und Pferden.

VGT-Obmann Martin Balluch ist jedes Jahr mehrere Wochen in den rumänischen Karpaten mit dem Zelt unterwegs: „Da sieht man, dass die osteuropäischen Länder in mancher Hinsicht wesentlich weiter sind, als wir. In Österreich herrscht die Jägerschaft mit derartiger Brachialgewalt, dass jede Kritik erstickt wird, jeder Fortschritt verhindert, jeder jagdliche Unsinn (Gatterjagd und Aussetzen von Zuchtvögeln) erhalten bleibt und die Natur nirgends regenerieren kann (Überpopulation von Paarhufern und Ausrottung der Großraubtiere, in beiden ist Österreich Europameister). Österreich hat anteilsmäßig deutlich mehr Natur als Deutschland, und dort leben bereits 46 Wolfsrudel, in Österreich wird dagegen jeder Durchzügler sofort abgeschossen. Ein Paradigmenwechsel von der Jagd zum Wildtiermanagement auf Basis von Ökologie und Tierschutz ist höchst an der Zeit!“

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