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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (25.11.2016)

Wien, am 25.11.2016

Tierleidfrei Stricken

Heute gibt es bereits in allen Bereichen vegane Alternativen, so auch beim Stricken und Häkeln. Doch nicht nur Baumwolle kann verwendet werden, die Industrie hat sich in den letzten Jahren immer vielfältiger entwickelt.

Was ist an Wolle so verkehrt? Ein Blick in den Produktionsablauf

Egal ob es um herkömmliche Strick- oder Häkelwolle oder um einen fertigen Wollpullover geht: Die Scherer werden pro geschertem Schaf bezahlt. Unter dem steigenden Stress leiden vdie Tiere aber auch die Menschen – Alkoholabhängigkeit ist in dieser Berufsgruppe keine Seltenheit. Da die Tiere bei vollem Bewusstsein geschoren werden, entstehen viele Verletzungen, die in weiterer Folge genäht werden müssen. Wenn sich dann ein Schaf gegen die Schmerzen zu wehren versucht, wird es einfach getreten oder geschlagen, bis es zu erschöpft ist. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass viele Tiere bei der Scherung an ihren Verletzungen oder Herzversagen sterben.

Doch auch die ersten Stunden sind für die kleinen Lämmchen oft fatal: Ein Sechstel der Babys sind bereits 48 Stunden nach ihrer Geburt tot, da sie oft nicht ausreichend medizinisch versorgt werden.

Zusätzlich werden insbesondere den australischen Schafen immer mehr Hautfalten angezüchtet, die dafür sorgen, dass die Schafe noch mehr Wolle ansetzen. Diese Hautfalten werden den kleinen Schafen dann ohne Betäubung und bei vollem Bewusstsein am Hinterteil herausgeschnitten, um das Einnisten von Fliegen zu vermeiden – eine furchtbar schmerzhafte Prozedur namen Mulesing, die TierschützerInnen weltweit auf die Barrikaden treibt. Die Schafe leben zudem in Massentierhaltung, um den niedrigen Preis der Wollprodukte halten zu können.

Liefern die Tiere nicht mehr ausreichend Wolle, verschifft man sie von Australien in den Nahen Osten, wo viel Schaffleisch konsumiert wird. Die Bedingungen auf der wochenlangen Schiffsreise sind katastrophal: Es gibt kaum Wasser und Futter, viele Tiere werden durch den sich anhäufenden Kot krank und sterben. Diejenigen Tiere, die das Ziel erreichen, werden im Nahen Osten schließlich ohne Betäubung per Kehlschnitt geschächtet.

Welche Alternativen zu dieser Tierqual gibt es?

Baumwolle ist ein Material, welches (gut) auf der Hand liegt: Es wärmt gut und ist meist schon in Bio-Qualität verfügbar. Für Strick- und Häkelprodukte eignet sich am besten ein Baumwoll-Mix.

Modal ist eine Viskosefaser, die aus Holzzellstoff gewonnen wird. Modal ist rund 50 Prozent saugfähiger als Baumwolle und muss nicht gebügelt werden.

Derzeit sind Materialien aus Bambus häufig gefragt. Die Stoffe fühlen sich auf der Haut an wie eine Mischung aus Seide und Kaschmir.

Sojaseide ist auch ein Material, welches bald im Kommen sein könnte: Sojafasern sind eine neue Innovation und besonders umweltfreundlich, da sie ein Nebenprodukt der Tofuherstellung sind. Sie sind weich wie Seide und wärmen dabei gleichzeitig so gut wie Wolle.

Mais ist ein Material, das sich durch seine hypoallergenen Eigenschaften und seine Leichtigkeit besonders gut für Babys, Menschen mit Allergien oder allgemein Menschen mit empfindlicher Haut eignet.

Schenke den Tieren ein Herz und stricke/häkel deinen Schal oder deine Haube tierleidfrei. Wir und vor allem die Tiere danken es dir!!