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Tschechien hat ein Pelzfarmverbot erlassen: Schließung der 9 restlichen Farmen bis 2019!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (02.08.2017)

Tschechien, 02.08.2017

20 Jahre und 1 Monat nach dem – weltweit ersten! - Verbot in Österreich ist es nun auch in Tschechien soweit; über 20.000 Nerze und Füchse werden nicht mehr jedes Jahr für Pelz getötet

Mit viel Unterstützung durch den VGT in Österreich formierte sich vor 3 Jahren eine Gruppe von TierschützerInnen in Tschechien und gründete einen Verein namens OBRAZ - Obránci zvířat („Animal Defenders“) mit dem erklärten Ziel, ein Pelzfarmverbot zu erreichen. Nun ist es soweit. Am 7. Juni 2017 sprachen sich 132 der 162 Abgeordneten im Parlament für das Pelzfarmverbot aus. Am 21. Juli unterstützten 39 von 54 Senatsmitglieder die Gesetzesinitiative. Und nun unterschrieb auch der Präsident das Gesetz. Damit müssen alle der 9 Pelzfarmen Tschechiens – darunter deren größte, die von einem Österreicher geführt wird – mit über 20.000 Füchsen und Nerzen bis Jänner 2019, also innerhalb von 16 Monaten, schließen, obwohl das nur mit einer geringen Kompensationszahlung abgegolten wird.

43 Pelzfarmen gab es in Österreich, als Mitte der 1990er Jahre erstmals ein Zensus durchgeführt wurde. Dem VGT und anderen Tierschutzorganisationen gelang es bis 1998, das weltweit erste Pelzfarmverbot durchzusetzen. Im Februar 1998 beschloss der nö Landtag als letztes Bundesland nach einer Besetzung des Büros des Landeshauptmannes durch den VGT, sich dem Verbot anzuschließen. Am 30. November 1998 trat es in Kraft. Der letzte österreichische Pelzfarmer wurde großzügig finanziell kompensiert, sodass er mit dem Geld in Tschechien die dort größte Farm eröffnen konnte. Nun muss er seine Farm auch dort schließen. Dem VGT ist es gelungen, das Pelzfarmverbot in die Welt zu tragen. In England war es 2004 soweit und zahlreiche andere Länder folgten. Der nächste große Schritt muss ein EU-weites Pelzfarmverbot sein!

VGT-Obmann Martin Balluch war von Anfang an dabei: „Ich weiß noch gut, wie wir im Büro von Landeshauptmann Erwin Pröll angekettet lagen, bis er nach 5 Stunden bereit war, uns anzuhören. Unsere Fotos von den Pelzfarmen entsetzten ihn so sehr, dass das Verbot in weniger als 1 Woche danach durch den Landtag gegangen war. Die Tierschutzcausa hat tschechische TierschützerInnen auf den VGT in Österreich aufmerksam gemacht. Aus der engen Kooperation entstand vor 3 Jahren der neue Verein, der jetzt das Pelzfarmverbot durchgesetzt hat. Wenn Freihandelsabkommen den multinationalen Konzernen erleichtern, moralisch fragwürdige Produktionsformen in Länder mit niedrigeren Standards auszulagern, so müssen wir eben den Tierschutzgedanken auch in diese Länder tragen. Tschechien war nur der nächste Schritt. Sogar in China gibt es bereits aktive Tierschutzorganisationen. Der Platz für Pelzfarmen auf dieser Welt wird immer kleiner.“

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