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Tiere als Billigware

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (16.01.2015)

16.01.2015

Eine durchschnittliche Person konsumiert in ihrem gesamten Leben über 1045 Tiere! Mit diesem Pro-Kopf-Konsum gehören ÖsterreicherInnen zu den größten FleischkonsumentInnen in Europa.

Wieviele Tierleben verbrauchen wir in einem Leben?

Eine durchschnittliche Person konsumiert in ihrem gesamten Leben über 1045 Tiere! In Form von Frischfleisch und Wurstwaren verspeisen wir jedes Jahr knapp 100 kg davon. Mit diesem Pro-Kopf-Konsum gehören ÖsterreicherInnen zu den größten FleischkonsumentInnen in Europa und liegen damit vor Ländern wie Deutschland, den Niederlanden oder Großbritannien.

„Nutztiere“ als Nahrungskonkurrenz für den Menschen

Die enorme Menge an „Nutztieren“ muss auch ernährt werden. Fraßen „Nutztiere“ früher für Menschen Unverwertbares (zum Beispiel Heu oder Abfälle), sind sie heute Nahrungskonkurrenten, da sie mit "Kraftfutter" wie Getreide und Soja gemästet werden, das auch Menschen für die Ernährung verwenden könnten. Derzeit wird rund 1/3 der gesamten Welternte an „Nutztiere“ verfüttert. 70% der Sojaernte landet in den Mägen von Tieren. Dafür müssen große Flächen Regenwald gerodet werden. Österreich importiert jedes Jahr 600.000 Tonnen genverändertes Soja als Futter für Tiere. Das Kraftfutter für unser Fleisch wird meist in Entwicklungsländern produziert. Anstatt Nahrungsmittel für die Menschen dort anzubauen, ist es gewinnbringender, Futtermittel anzubauen und sie zu exportieren. Die Menschen vor Ort bleiben hungrig.

Der Gütesiegel-Schwindel

Gütesiegel sollen uns gute Qualität und hohe Tierschutz-Standards vermitteln - doch sehr oft bleibt bei genauerem Hinsehen sehr wenig davon übrig. Gängige Gütesiegel geben oft lediglich an, dass das Fleisch aus Österreich stammt - doch die gesetzlichen Regelungen sind auch hierzulande auf Gewinnspanne und Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet und nehmen keine Rücksicht auf das Tierwohl! Bio-Gütesiegel haben in manchen Bereichen etwas höhere Standards, wie zum Beispiel langsam wachsendere Rassen, mehr Platz für die Tiere, Stroh als Einstreu und weniger Antibiotika. Nur 2,5% des gesamten Fleisches wird als Bio-Ware vermarktet. Knapp 40% des gesamten Fleisches kaufen ÖsterreicherInnen als billige Aktionsware! Solches Fleisch kann nur unter Bedingungen produziert werden, die Tierqual bedeuten.

Nutztiere 100% aus Österreich

- Schweine

Die Bedingungen in der Schweinefleischproduktion sind besonders schlimm. Laut Gesetz steht einem Schwein in Österreich nur ein Platz von weniger als einem Quadratmeter zu (nämlich 0,7m²). Wenn sich die Tiere hinlegen wollen, müssen sie sich manchmal übereinander legen, weil der Platz nicht ausreicht. Die Schweine stehen auf hartem Vollspaltenboden, wo sie über ihren eigenen Exkrementen leben und diese mit ihrer empfindlichen Nase Tag und Nacht riechen müssen. Das Angebot an Beschäftigungsmaterial ist absolut unzureichend für diese intelligenten Tiere. Zudem müssen alle männlichen Schweine in Österreich wenige Tage nach der Geburt eine furchtbare Tortur durchleben: Sie werden bei vollem Bewusstsein und ohne Schmerzausschaltung kastriert!

- Hühner

In der Tierproduktion werden höchst spezialisierte Rassen verwendet, um maximalen Gewinn zu erreichen. Daher gibt es eine Hühner-Züchtung für Fleisch und eine andere Züchtung für Eier. Beide können als Qualzuchten bezeichnet werden. Das moderne Fleischhuhn legt in etwa einem Monat das 30-Fache seines Körpergewichts zu. Die Hühner haben kaum Platz sich zu bewegen: 20 Tiere werden auf einem Quadratmeter zusammengepfercht. Obwohl Hühner 15 Jahre alt werden können, haben Fleischhühner heutzutage bereits nach 35 Tagen (!) die Schlachtreife erreicht und werden getötet. Weil ihr Körper mit dem schnellen Wachstum nicht mithalten kann, kommt jedes dritte Tier mit gebrochenen Beinen zum Schlachthof. Bei der Hühnerfleischproduktion versucht die österreichische Regierung immer wieder, die Anzahl der Tiere in der Geflügelmast noch zusätzlich zu erhöhen.

- Rinder

Derzeit sind die Ausnahmeregelungen für die Rinderhaltung so großzügig, dass praktisch jeder Landwirt seine Rinder lebenslänglich anbinden kann. Vor allem Milchkühe sind in lebenslanger „Einzelhaft“ angekettet. Aber auch den Rindern in Gruppenbuchten geht es nicht viel besser. Bis sie 18 Monate alt sind, stehen sie dicht gedrängt auf harten Betonspaltenböden ohne jegliche Einstreu. Viele von ihnen leiden unter Stoffwechselproblemen, da sie für schnelles Wachstum mit Kraftfutter (Soja und Mais) gefüttert werden. Ihr Organismus kann aber nur Gras und Heu gut verwerten.

Was kann ich tun?

  • Unterstützen Sie unsere Kampagne: Unterschreiben Sie unsere Petition gegen Massentierhaltung oder spenden Sie uns online.

  • Kaufen Sie Fleisch bitte nicht als Angebot (z.B. -25%) im Supermarkt. Der Kauf dieser Billigprodukte fördert die schlechten Haltungsbedingungen der Tiere.

  • Gütesiegel sind keine Garantie für artgemäße Tierhaltung! Reduzieren Sie den Tieren zuliebe Ihren Fleischkonsum soweit wie möglich. Bei Biohaltung sind die Standards zwar besser, jedoch finden auch hier Tiertransporte statt und die Tiere erwartet nach einem sehr kurzen Leben der Weg zur Schlachtbank.

  • Probieren Sie doch einmal Fleisch, Würstl oder Fleischkäse auf pflanzlicher Basis. Diese Produkte sind mittlerweile in vielen Supermärkten erhältlich!

  • Schmackhafte Rezepte ohne Tierleid finden Sie zum Beispiel unter vegan.at/rezepte

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