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Österreichischer Tierschützer in Finnland wegen Filmen von Pelztierfarmen vor Gericht

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (08.03.2006)

Wien, 08.03.2006

Beim Prozess am 9. und 10. März in Kokkola ist der VGT-Obmann laut Anklageschrift mit Gefängnis bedroht

Beim Prozess am 9. und 10. März in Kokkola ist der VGT-Obmann laut Anklageschrift mit Gefängnis bedroht

Bei einer Recherche der Pelzfarmen in Finnland im Herbst 2003 wurden 3 Aktivisten eines der größten österreichischen Tierschutzvereine, des Verein Gegen Tierfabriken VGT, von Pelzfarmern mit Waffen bedroht und verfolgt. Die zu Hilfe gerufene Polizei nahm aber die Tierschützer fest. Sie wurden 3 Tage lang auf der Polizeistation festgehalten. Der damals beteiligte Obmann des VGT, DDr. Martin Balluch, steht nun am 9. und 10. März in Kokkola in der Pelzfarmregion Finnlands vor Gericht. Es wird ihm vorgeworfen, durch das Filmen der Pelzfarmen den öffentlichen Frieden gestört zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Gefängnisstrafe.

Seit dem Pelzfarmverbot in Österreich 1998 kommen die meisten Pelze, die in Österreich verkauft werden, aus Skandinavien. In Finnland werden in 1700 Pelzfarmen fast 50% der weltweit für die Pelzproduktion verwendeten Füchse gehalten. Die Aktivisten des VGT fanden katastrophale Zustände, oft 2 Füchse in einem winzigen Käfig mit Drahtgitterboden zusammengedrängt, und bis zu 50.000 Füchse pro Farm. Die Resultate der Recherche wurden im Internet veröffentlicht.

Der Angeklagte VGT-Obmann kommentiert das Gerichtsverfahren gegen ihn so: „Für den demokratischen Entscheidungsprozess ob die Pelzproduktion verboten werden soll wie in Österreich, und ob einzelne Menschen entscheiden Pelz zu kaufen oder nicht, ist es absolut notwendig, seriöse Informationen über Pelztierfarmen und die Herstellung von Pelz zu erhalten. Es ist daher sehr bedenklich, wenn das Filmen von Pelzfarmen an sich verboten sein soll. Immerhin habe ich nur am hellichten Tag von außen gefilmt, keine Gebäude betreten und schon gar keine Zäune überklettert. Keiner der Pelzfarmer hat meinen Besuch überhaupt bemerkt. Weltweit gibt es eine alarmierende Entwicklung, die Aufdeckungsarbeit von Tierschutzvereinen durch besondere Gesetze zu unterbinden. Die Tierindustrie möchte offenbar mit allen Mitteln verhindern, dass Filme über ihre Tierhaltung an die diesbezüglich immer sensibler werdende Öffentlichkeit kommen. So wurde auch in Finnland das Delikt der Störung des öffentlichen Friedens auf das Filmen von Pelzfarmen erweitert. Das ist für die Staatsanwaltschaft sogar ein schwereres Delikt, als wenn Tierschützer mit Waffen bedroht werden. Ich werde daher in Finnland für meine Grundrechte, für Demokratie und gegen staatliche Willkür eintreten und vor Gericht dafür kämpfen, dass die wichtige Aufdeckungsarbeit für den Tierschutz weiterhin möglich ist!“

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