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BSE - jetzt auch in Österreich

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (09.12.2001)

Laaben, 09.12.2001

BSE: der Wahnsinn kommt auch in Österreich ans Tageslicht
Trotz Verwechslungskomödie sprechen "Verantwortliche" von "keiner Gefahr"

Zwei Tage gab es für einen Bauernhof in Kollnitz im Bezirk Melk falschen BSE-Alarm, der sein Rind am Schlachthof in Martinsberg hatte schlachten lassen. Gestern stellte sich jedoch mittels einer DNA-Analyse heraus, daß das BSE-positive Rind aus Waldenstein im Bezirk Gmünd stammt. Eine unglaubliche Schlamperei in einem typisch österreichischen Schlachtbetrieb, wo einfach Ohrmarken vertauscht oder verwechselt werden: Denn wie Tierschützer bereits vergangenes Frühjahr in einem Schlachtbetrieb in OÖ filmisch dokumentierten, werden die Ohren samt Ohrmarken, auch die der Stiere mit einem bekannten Gütesiegel, den noch lebenden Tieren abgeschnitten - während sie sich beim Ausbluten unter Todesqualen winden und entsetzlich brüllen - und irgendwo abgelegt. Später nimmt ein Schlachthausmitarbeiter von dort eines der Ohren, steckt es in ein Plastiksack und hängt dieses auf einen der Schlachtkadaver. Ein Zusammenhang mit den toten Tierkörpern ist so hinterher nicht mehr nachvollziehbar.

Wie dem Stier bei vollem Bewußtsein das Ohr abgeschnitten wird, das dann im Schlachthaus herrumliegt, ist zu sehen auf der Schlachthausdokumentation "DAS BRÜLLEN DER RINDER".

Nun ermittelt im angeblich ersten (bekannt gewordenen) österreichischen BSE-Fall auch die Staatsanwaltschaft, weil der Herkunfts-Betrieb im Schlachthof verwechselt wurde. Das bedeutet aber auch, daß kein einfacher Irrtum, sondern der Verdacht einer strafbaren Handlung vorliegt. Möglicherweise wurde sogar vorsätzlich ein falscher unbequemer Bauer angeprangert. Trotz der vielen Ungereimtheiten konnte es jedoch den "verantwortlichen" Politikern wieder einmal nicht schnell genug gehen, "Entwarnung" zu geben und von "keinerlei Gefahr für die Konsumenten" zu sprechen.

Die Lügen der Politiker:
Gesundheits-Minister spricht vom ersten BSE-Fall Österreichs und daß hierzulande alle Tiere auf BSE überprüft werden. Das ist unrichtig, denn die meisten Schlachtrinder erreichen nur das Alter von 15 - 18 Monaten. Getestet wird aber erst ab 30 Monaten, weil vorher der Test angeblich nicht anspricht. Zudem beträgt die Inkubationszeit bis zu 15 Jahren, daher ist die zur Zeit vollzogene BSE-Test-Praxis ein reines Alibi, denn es umfaßt nur einen geringen Teil der Schlachttiere, bzw. des Risikos.

Zudem ist es unrichtig, daß nur Hirn und Rückenmark gefährlich seien und der Rest des toten Tierkörpers unbedenklich, wie von "Experten" immer wieder behauptet wird. Denn vor der Schlachtung wird den Rindern mit einem Bolzenschußgerät zwecks Betäubung in das Hirn geschossen. In den letzten Minuten des Todeskampfes kann BSE-Risikomaterial aus dem schwer verletzten Hirn über die Blutbahn durch den Körper der zur Entblutung am Fließband hängenden Tiere in alle Fleischteile gelangen.

Der Hirnstab zum Zerstochern des Gehirns wurde aus diesem Grund Anfang des Jahres, ohne Rücksicht auf den Tierschutz - ein Teil der Tiere wacht nach dieser unzureichenden Betäubung wieder auf -, von der EU-Kommission verboten. Aber wenn das BSE-Verteilungsrisiko minimiert werden soll, müßte das Schlachten mit dem Bolzenschußgerät generell verboten werden. Weil es aber keine Alternative zu dieser Betäubung von Rindern gibt, wird das Risiko einfach totgeschwiegen!

Nach der Tötung werden die Tiere mit einer Säge in der Mitte auseinander gesägt. Dabei spritzt das Rückenmark in der ganzen Gegend herum! Bei diesem Vorgang kann BSE-Risikomaterial des Rückenmarks andere Schlachtkörper und Schlachthausarbeiter mit Prionen infizieren.

An die 200.000 BSE-Fälle sind seit dem ersten Auftreten 1984 in Großbritannien bekannt geworden; und mehr als 110 Menschen sind mittlerweile an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit als Folge von BSE gestorben. Britische Wissenschaftler warnen sogar davor, daß der Erreger von Mutter auf Kalb über die Milch übertragen werden könnte - und damit natürlich auf die Milchprodukte-konsumierenden Menschen!

Doch denjenigen Menschen, die den - auf jeden neuen Fleisch-Skandal folgenden postwendenden - Lügen und Beschwichtigungskampagnen der Politikern nicht mehr glauben wollen, sei gesagt, daß auch der Schweinemastskandal erst ein dreiviertel Jahr her ist: Geändert hat sich hier in der Praxis rein gar nichts, außer daß die Medikamente jetzt besser versteckt werden. Und daß unser "Gesundheits"-Minister (mit seiner FPÖVP-Regierungsmehrheit im Parlament) diese Woche das neue "Tierarzneimittelkontroll-Gesetz" absegnen will und somit den freien und de facto unkontrollierten Einsatz von Antibiotika & Co. (sogar Impfungen!) durch den Tierhalter noch mehr liberalisieren will.

Für alle gesundheitsbewußten Bürger kann das nur bedeuten: Wer frei von BSE, Antibiotika, Salmonellen und sonstigen Seuchen bleiben will, der kauft gar kein Fleisch! Die Vernunft und Weihnachten als das "Fest des Friedens" könnten Anlaß sein, auf das Töten von Tieren und den Verzehr von Leichenteilen generell zu verzichten.

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