Teilen:

Wann sind Tiere endlich "fühlende Mitgeschöpfe" und keine Sachen mehr?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (16.06.1997)

16.06.1997

VGT fährt zur Großdemo anläßlich der EU-Regierungskonferenz nach Amsterdam

Am Ende des 2. Jahrtausends klassifiziert die EU in den Römer Verträgen die Tiere nach wie vor als Sachen bzw. "Agrarprodukte". Dadurch sind auch die zigfach dokumentierten Brutalitäten bei den internationalen Lebendtiertransporten noch immer an der Tagesordnung. Auch Österreich beteiligt sich aktiv an diesen Barbareien, da es einerseits die Milliarden-Subventionen für den Export von Lebendtieren mitfinanziert und andererseits nicht einmal fähig (bzw. willens) ist, sein vergleichsweise strenges Tiertransportgesetz auch nur annähernd zu exekutieren.

Am 16. Juni beginnt in Amsterdam die routinemäßige zweitägige EU-Regierungskonferenz, bei der auch die Römer Verträge verändert werden sollen. Anlaß für mehr als 200 Tierschützer aus ganz Europa, für einen Passus in den Römer Verträgen zu demonstrieren, der den Tieren endlich den Status von "fühlenden Mitgeschöpfen" gewähren soll. Dieser neue Status, der in einem eigenen Vertrags-Artikel festgelegtwerden müßte, würde den Tieren in den EU-Grundverträgen endlich die Selbstverständlichkeit zugestehen, Schmerzen und Leiden zu erleben.

Daß Österreich trotz seiner mehr als 20.000 Biobauern beileibe keine "Insel der Seligen" ist, sondern nach wie vor zirka drei Viertel der Nutztiere in artwidrigen Intensivtierhaltungen dahinvegetieren, zeigt der VGT seit mehr als fünf Jahren immer wieder mittels Foto- und Videomaterial sowie spektakulären Aktionen auf. Uns Tierschützern wird von den (Agrar-)Politikern regelmäßig eingebläut, man könne heute nur auf EU-Ebene Fortschritte erzielen. Jedoch ist der kürzlich von den Politikern ausgearbeitete Passus, welcher nur als Anhang an die Römer Verträge beschlossen werden soll, lediglich als Absichtserklärung zu verstehen, die wieder einmal alles beim Alten lassen wird (nichtsdestotrotz wird er von Schüssel und Molterer bereits als "Erfolg" der Außen- und Agrarpolitik für den Tierschutz bejubelt). So ist darin z. B. auf die "Rechts- und Verwaltungsvorschriften sowie Gepflogenheiten der Mitgliedsstaaten in bezug auf religiöse Riten und kulturelle Traditionen" Rücksicht zu nehmen. Damit sollen offenbar Stierkämpfe, religiöse Feste auf Kosten unschuldiger Tiere oder das Schächten ohne Betäubung unangetastet bleiben. Von leidensfähigen Geschöpfen steht in diesem Entwurf soundso nichts zu lesen.

Der VGT wird als einzige Organisation aus Österreich mit zirka zehn Aktivisten in Amsterdam mitdemonstrieren.

Offizieller Beginn: 11.00 Uhr am Dam Square, gegenüber dem Königlichen Palast

22.10.2026, Wien

VGT übergibt 90.000 Stimmen für Hitzefrei für Fiakerpferde an Stadtrat Czernohorszky

Internationale Entwicklungen zeigen : Wien darf nicht zum Schlusslicht im Pferdeschutz werden

21.10.2026, Wien/OÖ

Aktuelle UNESCO-Stellungnahme: ob OÖ-Singvogelfang Kulturerbe bleibt, ist offen

Festgestellt wird, „dass es sich um eine gesellschaftlich umstrittene Praxis handelt – insbesondere hinsichtlich der Einschätzung von Ausmaß und Zumutbarkeit des den Vögeln zugefügten Leids“

16.10.2026, Wien

Einladung: VGT-Anti-Pelz-Demomarsch in Wien

Samstag, 17. Oktober, 13 Uhr, Christian-Broda Platz

14.10.2026, Wien

VGT: Bundesregierung gesetzlich verpflichtet, 2027 Schweinehaltung neu zu regeln

Anlässlich der heutigen Nationalratssitzung erinnerte der VGT vor dem Parlament die Regierung daran, die offene Frage der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden endlich zu lösen

14.10.2026, Linz

Linz: Rindertransporte per Flugzeug gestoppt

Trotz fehlender Versorgungsmöglichkeiten am Flughafen Linz: Hunderte Rinder aus Ungarn nach Turkmenistan geflogen

13.10.2026, Wien/EU

85 % der Österreicher:innen fordern rasches Ende der Käfighaltung

Ein Großteil der Österreicher:innen will bis 2035 ein EU-weites Ende der Käfighaltung von Legehennen. Die Industrie pocht auf eine Übergangsfrist bis 2045.

09.10.2026, Wien

Urteil im SPAR-SLAPP gegen den VGT beweist: Vollspaltenboden ist Tierquälerei

Zusätzlich hat die Richterin mit Bezug zum OGH zahlreiche Klagspunkte von SPAR zurückgewiesen und dadurch die Klage als SLAPP entlarvt

08.10.2026, Wien

Der Schweine-Vollspaltenboden muss weg: VGT-Demos bei Parteizentralen in Wien

Mit Zitat aus dem Tierschutzgesetz, nach dem jetzt ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung beschlossen werden muss, erinnert der VGT die Regierung an ihre Verantwortung