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Fasanenjagd: TierschützerInnen zeigen JägerInnen an

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (31.12.2013)

Thal bei Graz, 31.12.2013

Kein Weihnachtsfrieden für Tiere: am Stefanitag fand in Thal bei Graz neuerlich eine Fasanenjagd statt. TierschützerInnen beobachteten die Jagd, stellten eine Gesetzesübertretung fest und riefen die Polizei

Bereits am 9. Nov. gab es eine Fasanenjagd in Thal bei Graz. Im August waren laut Aussagen des betreffenden Gutsverwalters aus Gehegen 1000 Fasane ausgesetzt worden, die als lebende Zielscheiben für schießwütige JägerInnen dienen sollten. AnrainerInnen und TierschutzaktivistInnen hielten damals eine Mahnwache gegen das sinnlose Gemetzel ab. Seither gab es viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die eines klar machten: Tiere auszusetzen, nur um sie Wochen später aus Schießlust abzuknallen, trifft bei den Menschen auf keinerlei Verständnis. Die Fasane, die nun erschossen wurden und werden, sind die Überlebenden der letzten Jagd ...

Hunderte Schüsse
Bei dieser Jagd bot und bot sich den TierschützerInnen ein ähnliches Bild wie letzes Mal: TreiberInnen gehen schreiend und mit Stöcken schlagend durch Waldstücke, damit die zahlreichen Fasane aus dem Unterholz flüchten und vor den JägerInnen in die Luft fliegen. Ohrenbetäubende Schüsse verletzen und töten nach und nach immer mehr Fasane. Das Blei der Schrotkugeln prasselt auf die geparkten Autos, auf Stadeldächer, die Straße und auf die TierschutzaktivistInnen. Das sinnlose Massentöten macht normal fühlende Menschen sprachlos. Die Jagd dauerte bis etwa 16:00 Uhr an.

Gesetzesübertretung angezeigt
Laut § 55 (2) darf auf öffentlichen Straßen das Wild weder aufgesucht noch getrieben, noch "erlegt" werden. Trotzdem standen gleich zu Beginn zwei JägerInnen direkt auf der Strasse und schossen von der und über die Strasse auf Fasane - und das unter Beobachtung des Jagdleiters. Deshalb riefen die TierschützerInnen die Polizei um Anzeige zu erstatten. Kurioses Detail am Rande: der Tierschützer David Richter zeigte gleich zu Beginn der Amtshandlung seinen Ausweis und bat die Beamten am Ende um deren Daten. Nur widerwillig und nach mehrmaligem Nachfragen wurde die Dienstnummer auf ein Blatt Papier geschrieben. (Im Dezember 2011 kam es im Rahmen einer Jagdbeobachtung zu einem Übergriff eines Polizisten gegen David Richter. Nach zwei vergangenen Prozesstagen gibt es am 3.2. den dritten Prozesstag, an dem der Urteilsspruch erwartet wird.)

Forderung des VGT nach Verbot von Fasanerien und Fasanjagd
"Wir fordern ein Verbot des Züchtens und Aussetzens von Fasanen mit dem Zweck des Bejagens", sagt David Richter, Kampagnenleiter des VGT in der Steiermark. "Fasane dürfen nicht länger als lebende Zielscheiben missbraucht werden. Diese Tierquälerei gehört sofort abgeschafft und verboten, auch wenn die JägerInnenschaft an diesem sinnlosen Gemetzel, das an vielen Orten stattfindet, festhalten möchte."

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