Die Gatterjagd - vgt

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Die Gatterjagd

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (14.02.2016)

Wien, 14.02.2016

Wildtiere stammen aus eigener Zucht oder aus Zuchtgattern bzw. Zuchtfarmen. Oft werden sie in großen LKWs kurze Zeit vor der geplanten Treibjagd in der Nacht angeliefert.

Jagdgatter sind mindestens 115 ha groß, also etwa 1 km x 1 km, aber selten merklich größer. Es handelt sich um einen eingezäunten Wald, in dem Wildtiere ausgesetzt und/oder gehalten und gefüttert werden, damit man Treibjagden veranstalten kann. Typischer Weise werden Wildschweine, Hirsche, Damhirsche und Mufflons für die Jagd im Gatter gezüchtet, oft befinden sich auch Rehe darin. Die Wildtiere stammen aus eigener Zucht oder aus Zuchtgattern bzw. Zuchtfarmen. Kommen sie von außerhalb, werden sie zumeist in großen LKWs kurze Zeit vor der geplanten Treibjagd in der Nacht angeliefert, damit das der Öffentlichkeit und vielleicht auch der Behörde nicht auffällt. Die ortsfremden Tiere kennen sich dann im Gelände nicht aus und sind völlig verängstigt. Viele der Tiere wuchsen im engen Kontakt zu Menschen auf und haben dadurch jede Scheu verloren. Sie wurden handzahm und lassen sich von fremden Personen sogar streicheln.

Zur Treibjagd wird eine TreiberInnenkolonne von vielleicht 30 Personen angeheuert. Sie bilden eine Kette quer durch das Gatter, von einer bis zur anderen Seite. Die SchützInnen setzen sich auf die im Gatter verteilten Hochstände, hauptsächlich in der Nähe des Zauns, weil die flüchtenden Tiere häufig den Zaun entlang laufen, in der verzweifelten Hoffnung, irgendwo ein Loch zu finden. Die TreiberInnen gehen dann im Abstand von etwa 20 m voneinander in einer Reihe durch das Gatter und machen großen Lärm, schreien, schlagen mit Stöcken und hetzen das Wild unter Umständen auch mit ihren Hunden. Die Wildtiere werden dadurch in Todesangst versetzt und laufen planlos kreuz und quer umher. Jedes Mal, wenn sie vor einem Hochstand mit einem/einer Schützen/Schützin auftauchen, wird auf sie geschossen.

Die TreiberInnenkolonne deckt die gesamte Gatterbreite ab, sodass es keine Ruhezone im eingezäunten Bereich gibt, sonst würden sich die Tiere dorthin zurückziehen. In der Folge hält die Panik und Todesangst der Wildtiere stundenlang an, ständig fallen Schüsse, überall Geschrei. Durch die hohe Laufgeschwindigkeit sind die Tiere schwer zu treffen, etwa 90 % werden nur angeschossen, oft hängen die Gedärme heraus, und sie ziehen sich in ein Gebüsch zurück, wo sie langsam sterben. Die Nachsuche wird erst von den TreiberInnen in der Mittagspause durchgeführt, also Stunden nach dem Schuss, oder eben am Ende der Jagd im Dunkeln. Die Strecke kann gut 100 bis sogar 400 Wildschweine betragen, mit über 60 zusätzlich angeschossenen Wildschweinen, die in den nächsten Tagen tot gefunden werden. Bei einer Treibjagd auf Wildschweine im freien Gelände werden mit gleichem Aufwand unvergleichlich viel weniger, vielleicht 10 Individuen, geschossen. Zwischen Mitte September und Mitte Februar fanden in manchen Gattern bis zu 15 Treibjagden statt.

Die Jagdgäste zahlen meist für dieses Spektakel oder man lädt sich in diesen Kreisen gegenseitig ein. Unter Umständen dient die Einladung zur feudalen Gatterjagd auch anderweitigen Geschäftsinteressen oder zum „Anfüttern“ von PolitikerInnen. Die Lust scheint darin zu bestehen, auf sehr viele Tiere in sehr kurzer Zeit schießen zu können. Dazu kommt noch die Trophäe, die bei Zuchttieren wesentlich größer ausfallen kann, als in der Natur. Das größte Hirschgeweih aus der Zucht mit Hormonbeigabe und verlängertem Bastwachstum betrug 18 kg, die schwersten Geweihe in der Natur kommen nicht über 10 kg hinaus. Bei der Gatterjagd sind zahlreiche Abschüsse in kurzer Zeit garantiert – daher für ManagerInnen mit knapper Freizeit aber ohne Geldbeschränkung besonders attraktiv.

Video von Medienaktion Tatort Jagdgatter

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