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VGT-Demonstration vor Zirkus Knie-Premiere

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (11.12.2000)

Laaben, 11.12.2000

Ab dem Jahr 2005 sollen laut vor kurzem ratifizierter § 15a-Vereinbarung der Bundesländer Affen, Bären, Elefanten und andere Wildtiere (ausgenommen unverständlicherweise leider Löwen und Tiger) in Österreichs Zirkussen verboten sein. Während der Zirkus Althoff-Jacobi auf Wildtiere schon jetzt verzichtet, bleibt der "National"-Zirkus Knie beim anachronistischen und tierquälerischen Zurschau-Stellen von Tieren. Deshalb wird der VGT auch heuer wieder vor der Premiere des Zirkus Knie, heute abend ab 18.30 Uhr vor dem Eingang in 1020 Wien, Ausstellungsstraße, gegen die Präsentation und Haltung von Wildtieren im Zirkus demonstrieren.

"Wildtiere können im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden!" lautet das eindeutige Urteil einer Studie im Auftrag der Wiener Umweltanwaltschaft. Dennoch wird im diesjährigen Weihnachtszirkus des Zirkus Knie wieder ein Elefant in Einzelhaltung auftreten müssen. Besonders Wildtieren kann man ohne brutale Gewalt keine artfremden Tätigkeiten beibringen. Das von uns präsentierte, mit versteckter Kamera gefilmte Videoband dokumentiert, mit welch erschreckenden Mitteln - z.B. stundenlanges Schlagen mit Eisenstangen auf die empfindlichsten Stellen der Elefanten - den Tieren der Wille gebrochen wird.

Die Haltung der Elefanten ist ein einziges Trauerspiel: Sie sind praktisch permanent an Vorder- und Hinterbeinen angekettet. Sie haben auch keine Möglichkeit zu baden oder sich zu scheuern und müssen "Kunststücke" vorführen, die ihrer Art widersprechen und sogar ihre Gesundheit gefährden. Der traurige Zustand der Tiere ist deutlich an ihren stereotypen Verhaltensweisen ("Weben") - ununterbrochenes Wiederholen der gleichen, weil einzig möglichen Bewegung - zu erkennen. Und noch schlimmer ist es, wenn diese Herdentiere permanent in Einzelhaltung dahinvegetieren müssen. Vor einer dieser entwürdigenden Vorstellungen haben wir sogar mit eigenen Augen miterleben müssen, wie ein leitender Angestellter, als er sich unbeobachtet glaubte, kurz vor der Vorführung brutal auf die sensiblen Tiere einschlug, um sie für das kommende Kasperltheater gefügig zu machen.

Vor kurzem noch wurden zwei leitende Angestellte quasi "steckbrieflich" gesucht, d.h., nach ihnen wurde seitens des Landesgerichts St. Pölten eine Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben. Der Grund: Im März dieses Jahres kam es wieder einmal zu gewalttätigen Übergriffen auf harmlose Demonstranten in Tulln. Zwei VGT-Aktivisten wurden verprügelt, Geräte, wie eine Videokamera, TV-Gerät und Videos wurden zerstört oder gestohlen. Nach einer Klage des "Vereins gegen Tierfabriken" mußte Mitte September seitens der Täter klein beigegeben und der Schaden in der Höhe von öS 86.000,- plus Zinsen und Kosten bezahlt werden. Gegen die Betreiber wurde auch ein Konkursantrag gestellt, infolge von 48 offenen Exekutionen. Dieses Verfahren sowie ein Strafverfahren wegen Körperverletzung und Sachentzug sind noch anhängig, da die Herrschaften bis vor kurzem angeblich unauffindbar (im Ausland) waren!

Der VGT wird daher auch heuer wieder bei vielen Vorstellungen vor dem Eingang des Zirkus Knie beim Messegelände angemeldete Demonstrationen gegen die tierquälerischen Zucht-, Haltungs- und Dressurbedingungen von Wildtieren veranstalten.

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