Teilen:

Stellungnahme zu geplantem Tierschutzgesetz: VGT kritisiert fehlendes Aussetzverbot Fasane

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (31.01.2017)

Wien, 31.01.2017

4 m Fasan vor dem Tierschutzministerium – geplantes Gesetz ignoriert Tierschutzrat, zementiert Daueranbindehaltung Rinder, betäubungslose Ferkelkastration und Streunerkatzenproblem

Auch der VGT hat nun in der laufenden Begutachtungsfrist detailliert zum geplanten Tierschutzgesetz des Tierschutzministeriums Stellung bezogen. Insbesondere wird kritisiert, dass das Ministerium seinen eigenen Tierschutzrat völlig ignoriert, der EINSTIMMIG für ein Verbot des Aussetzens von Fasanen, Rebhühnern, Enten und Hasen gestimmt hat. Damit würden deutlich mehr als 100.000 Tieren jährlich ein Leben in Massentierhaltung und ein qualvoller Tod erspart. Deswegen stellte der VGT heute einen 4 m großen Fasan vor das Tierschutzministerium in 1030 Wien. Ebenso wurde der einstimmige Beschluss des Tierschutzrates, Hirsche, Wildschweine und andere Paarhufer aus Farmgattern für die Fleischproduktion so mit Ohrmarken zu kennzeichnen, dass sie nicht mehr illegal an Jagdgatter verkauft werden können, nicht in das Gesetz aufgenommen.

Doch die Liste der fehlenden Bestimmungen und sogar Verschlechterungen für die Tiere in diesem geplanten Gesetz ist lange. So wird die dauernde Anbindehaltung für Rinder, im Tierschutzgesetz explizit verboten, durch Zementieren von Ausnahmebestimmungen, die die Volksanwaltschaft als Missstand festgestellt hat, auf ewige Zeiten beibehalten. Auch die betäubungslose Ferkelkastration hat kein Ablaufdatum bekommen, obwohl sie in Deutschland ab 2019 verboten sein wird. Und ebenso dramatisch die Änderung bei der Katzenkastration. Alle Freigängerkatzen in Österreich müssen kastriert werden. Katzen aus bäuerlicher Haltung waren bis vor kurzem ausgenommen. Doch nachdem dieses Schlupfloch, das explodierende Streunerpopulationen zur Folge hatte, geschlossen wurde, hielten die Landwirtschaftskammern die LandwirtInnen an, ihre Katzen als Katzenzucht zu registrieren, um der Kastrationspflicht zu entgehen. Dabei geht es hier nur um die Kosten der Kastration, für alle TierfreundInnen eine Selbstverständlichkeit, doch LandwirtInnen wollen offensichtlich für Tiere kein Geld ausgeben, die nicht Profit bringen. Auf die Kritik jener TierschützerInnen hin, die die Streunerpopulationen einzudämmen versuchen, hat das Tierschutzministerium die Meldung von Katzen als Zucht für LandwirtInnen absichtlich deutlich erleichtert statt erschwert. Der VGT hofft, dass das Ministerium dann auch die Ressourcen und das Personal zur Verfügung stellt, um sich um die Streunerpopulation zu kümmern.

Hier die gesamte Stellungnahme des VGT zum geplanten Tierschutzgesetz und dessen 1. Tierhaltungsverordnung.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Tierschutz steht als Staatsziel in der Bundesverfassung und das bedeutet, dass die Regierung die Tierschutzstandards sukzessive zu verbessern hat und keinesfalls verschlechtern darf. Doch mit diesem Gesetz würden zahlreiche Missstände beibehalten und teilweise sogar verschlechtert, Enten will man z.B. den Auslauf nehmen und für Ziegen die Enthornung erlauben. Besonders dramatisch, dass die einstimmigen Beschlüsse des Tierschutzrates ignoriert wurden. Man fragt sich, wozu es diesen Rat dann überhaupt gibt. Die einzige echte Verbesserung, die mir aufgefallen ist: Tierschutzombudspersonen dürfen in Zukunft bei Verfahren nach dem Tierschutzgesetz bis zum Verwaltungsgerichtshof berufen. Damit ist Waffengleichheit mit den TäterInnen hergestellt, die bei Strafverfahren wegen Tierquälerei dieselbe Möglichkeit haben. Endlich wird damit den Tierschutzombudspersonen jene Kompetenz gegeben, die ihnen bereits 2005 zugedacht war. Doch das kann die massive Kritik an den Verschlechterungen bzw. Auslassungen in diesem Gesetzesvorhaben nicht mildern.“

26.02.2026, Wien

VGT-Erfolg: Hernals bekommt wichtige neue Amphibien-Tunnel

Seit 7 Jahren betreut der VGT eine Amphibien-Wanderroute am Hanslteich. Ein fixes Tunnelleitsystem wird die Tiere in Zukunft nachhaltig schützen

26.02.2026, Wien

VGT-Proteste gegen SPAR Vollspaltenboden-Schweinefleisch: Montag Verhandlungstag

Da SPAR den VGT per SLAPP-Klage mundtot machen will, wurden Demos „SPARt Euch diese Tierquälerei“ wieder aufgenommen – Protest heute 11 Uhr Wien Schottengasse 6

24.02.2026, Wien

Handelsgericht Wien: Einstweilige Verfügung gegen Skandal-Schweinefabrik Hardegg

Besitzer Maximilian Hardegg darf den VGT bis zum Urteil über die Unterlassungsklage nicht mehr als „terroristische Vereinigung“ bezeichnen – noch nicht rechtskräftig

23.02.2026, Wien

Einladung zur Demonstration für Amphibientunnel in Hernals

Geplanter Tunnelbau für den Hanslteich auf wackeligen Beinen, Amphibienschützer:innen demonstrieren vor Bezirksvertretungssitzung und fordern rasche Umsetzung

20.02.2026, Salzburg

Jagdmesse Salzburg: illegale Tellereisenfallen und Abschüsse von Bären verkauft

Für Außenstehende wirkt die Mentalität der Menschen, die da als Kund:innen angesprochen werden sollen, schwerst pathologisch – Tierschutz-Demo vor dem Messegelände

19.02.2026, Wien

42* Klimaaktivist:innen angeklagt: VGT solidarisch, Klimawandel größte Bedrohung

Bei einer derart drastischen Bedrohung für uns alle sind auch drastische Aktionen gerechtfertigt – es wäre ein Verbrechen, sehenden Auges die eigenen Kinder in den Untergang zu schicken!

18.02.2026, Wien

Forschungsbericht zu neuem Schweine-Vollspaltenboden bestätigt: kaum Verbesserung

Die zu verschiedenen Parametern des Tierwohls erhobenen Vergleichszahlen zwischen Vollspaltenboden alt und neu sind ernüchternd – heute Protest vor dem Ministerrat

17.02.2026, Klagenfurt

PK: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

In Kärnten wurden in den letzten 4 Jahren doppelt so viele Wölfe geschossen, wie im großen, regional 10 Mal so dicht besiedelten Deutschland – seit 2022 gab es sogar 310 Abschusserlaubnisse der Landesregierung