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Grazer Murcamp geräumt – VGT unterstützt Protest

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (17.02.2017)

Graz, 17.02.2017

Seit 8.2. wird im #Murcamp gegen den Bau des neuen Grazer Murkraftwerks demonstriert. Durch Rodungen und Wasserrückstauungen sollen dort ganze Ökosysteme und damit die Lebensräume zahlreicher Tierarten zerstört werden.

„Das Murcamp ist geräumt.“ Diese Meldung ging vergangenen Freitag durch die Nachrichten. Um 04:45 Uhr Früh finden sich zahlreiche Menschen im Camp ein, viel mehr als erwartet. Ein Flair von Hainburg liegt in der Luft, wenn auch in kleinerem Rahmen. Eine private Sicherheitsfirma der Energie Steiermark räumt das Camp schließlich, während die Demonstrierenden weiter friedlich protestieren und Menschenketten bilden. „Die Mur soll ewig fließen, laut, stark und wild“ wird dabei gesungen. Die Aktion zeigt, wie wichtig außerparlamentarischer Aktivismus ist.

Das Murkraftwerk ist ein ewiges Streitthema. Die Informationslage in der Öffentlichkeit war vor Baubeginn sehr schlecht, es ist vor allem dem Widerstand des Vereins Rettet die Mur zu verdanken, dass in den letzten Jahren zumindest einige Zusagen zu ökologischen Ausgleichsmaßnahmen erreicht werden konnten. Trotz zahlreicher Proteste soll das Kraftwerk nach wie vor realisiert werden, obwohl es sich laut Gutachten wirtschaftlich nicht rechnet und Verluste in Millionenhöhe einbringen wird. Dafür sollen rund 16.000 ufernahe Bäume gerodet werden, der ökologische Zustand des Gewässers würde durch die Rückstauung sinken. Ein großes Problem für einige ansässige Tierarten. Laut der Umweltverträglichkeitsprüfung betrifft der Bau zahlreiche Vogelarten als Durchzügler, der Gehölzgürtel hat für Fledermäuse sogar eine überregionale Bedeutung und Fischotter leben ganzjährig am Ufer der Mur. Unter den Reptilien sind insbesondere die Würfelnattern vom Eingriff betroffen. Die Auswirkungen werden als merkbar nachteilig beschrieben. AnrainerInnen erzählen von panisch flüchtenden Tieren während der Rodungsarbeiten, es gibt Aufnahmen von toten Vögeln zwischen den gefällten Bäumen und Videos von flüchtenden Eichhörnchen. Der VGT stellt sich hinter den friedlichen Protest und empfiehlt eine schleunige Einstellung des Bauvorhabens, damit die Fauna entlang der Mur endlich wieder zur Ruhe kommt!

Ein VGT-Aktivist war bei der Räumung des Murcamps vor Ort: „Der friedliche Protest der KraftwerksgegnerInnen ist ein starkes Zeichen und zeigt, wie wichtig ziviler Ungehorsam ist, da, wo unsere Zukunft verbaut wird. Ich rufe alle, denen Natur- und Tierschutz ein Anliegen ist, dazu auf, sich an den Kundgebungen der Plattform „Rettet die Mur“ zu beteiligen."

Die nächste Kundgebung Gegen ein Kraftwerk an der Mur findet bereits heute Nachmittag statt.

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