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Kaninchen: Alternative Haltungssysteme

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (02.03.2017)

02.03.2017

  1. Buchtenhaltung
    Für die kommerzielle Großproduktion haben sich in der Schweiz 2 Firmen mit Buchtenhaltung etabliert, die jeweils 1000 – 1500 Kaninchen pro Woche schlachten. In der Bodenhaltungszucht leben 8 weibliche und 1 männliches Tier gemeinsam in einer Bucht der Größe 2 m x 4 m mit zusätzlich einer Nestbox pro Häsin. Der Boden ist dicht eingestreut für die Kaninchen zum Wühlen und Graben. Zusätzlich sind 2 Etagen mit Essplätzen eingerichtet, wohin sich die Mütter zurückziehen können und die mit Rosten versehen sind, durch die der Kot durchfällt. Nach 14-18 Tagen kommen die Kinder aus dem Nest in Kleingruppen, und die Mutter wird erneut schwanger. Mit 1 Monat werden die Jungkaninchen in die Mastbuchten versetzt. Dort leben 26 Tiere in einer Bucht etwa der Größe 1,2 m x 3 m mit ebenfalls 2 aufgesetzten Etagen. Es gibt aber auch Buchten mit 40 – 50 Tieren, die entsprechend größer sind

 

  1. Freilandhaltung mit Wechselweide
    Dabei kommen 9 weibliche und 1 männliches Kaninchen mit ihren Kindern in eine mit Elektrozaun umgebene Weide, auf der auch Holzhüttchen für den Nestbau und die Fütterungen stehen. Diese Weiden werden alle 5 Tage gewechselt, sodass die Tiere nicht mit den Krankheitserregern im Kot in Berührung kommen. Nach 6 Wochen können dieselben Weideflächen wieder verwendet werden, die Krankheitserreger sind bis dahin abgestorben. Bei sehr feuchtem Wetter werden die Tiere vorübergehend in Buchten in einen trockenen Stall gebracht.

 

  1. Freiland-Buchten-Haltung
    Dabei werden die weiblichen Kaninchen zunächst einzeln in Nestboxen mit anschließenden eingestreuten Buchten gehalten, bis die Kinder die kritischen ersten 7-8 Lebenswochen überstanden haben, in denen sie besonders krankheitsanfällig sind. Dann werden die weiblichen und die männlichen Kinder der Würfe in Gruppen von 10 – 20 Tieren zusammengefasst und in eingestreute Buchten gesetzt, die durch ein Rohr permanent einen Ausgang in verschiedene Freigehege mit Versteckstrukturen haben. Durch die große Bewegungsmöglichkeit im Freien wachsen die Tiere viel langsamer als in der Käfigmast – ein bekanntes Phänomen der natürlichen Freilandhaltung – und erreichen daher erst viel später Schlachtgewicht.

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