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Für Kinder ungeeignet: Werberat schreitet gegen AMA-Buch ein

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (22.08.2017)

Wien, 22.08.2017

Vor ein paar Wochen hat die Agrarmarkt Austria (AMA) ein Kinderbuch herausgegeben, welches Kindern die Nutztierhaltung näher bringen sollte. Nach Beschwerden von Tierschutzseite hat der Österreichische Werberat nun eine Aufforderung zum sofortigen Stopp der Kampagne ausgesprochen.

Ein Kinderbuch soll jungen Menschen ein Thema auf einfache Weise näher bringen. Die AMA schoss dabei allerdings über das Ziel hinaus. Im Buch Fleisch, woher kommst denn du von Folke Tegetthoff, das die AMA Marketing GMBH herausgegeben hat, soll Kindern erklärt werden, woher das Fleisch stammt. In den wenigen Seiten des Büchleins wird gezeigt, wie Tiere auf einem Bauernhof leben und Kinder im Urlaub mit ihnen spielen. Dann erklären die Tiere, dass es ihre Aufgabe sei, zu Fleisch verarbeitet zu werden und sie sich bestimmt wiedersehen werden (als Fleisch am Teller der Kinder). TierschützerInnen waren über die romantisierte Darstellung der Nutztierhaltung schockiert. Kein Tier sieht es als seine Aufgabe an, als Fleisch auf dem Teller zu landen.

Nach einer Beschwerde greift nun der Österreichische Werberat ein. Die Entscheidung lautet: Der Österreichische Werberat spricht im Falle der beanstandeten Werbemaßnahme der Agrarmarkt Austria GmbH die Aufforderung zum sofortigen Stopp der Kampagne bzw. sofortigen Sujetwechsel aus. Begründet wird das Urteil damit, dass die gewählte textliche und bildliche Darstellung ein verharmlosendes Bild der Fleischproduktion an sich und im Speziellen einer Schlachtung vermittelt und damit die kindliche Vorstellungsfähigkeit eindeutig überfordert wird. Die WerberätInnen sehen einen Verstoß gegen mehrere Punkte des Ethik-Kodex der Österreichischen Werbewirtschaft.

VGT-Tierschutzreferentin Ines Haider: Tiere entscheiden sich nicht freiwillig dazu, von den Menschen genutzt und getötet zu werden. Kindern zu vermitteln, dass die Tiere glücklich über dieses Leben wären, ist schlichtweg falsch. Eine Aufklärungskampagne über die Nutztierhaltung ist zwar grundsätzlich wünschenswert, muss aber auch den Tatsachen entsprechen.

Zur vollständigen Begründung des Werberates: www.werberat.at

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