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Monotonie, Lärm und Gitterstäbe: VGT-Aktivistinnen entsetzt über Österreichs Tierparks

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (02.02.2018)

Haag, 02.02.2018

Der VGT ist Ende des Jahres 2017 zu einem Lokalaugenschein in den Tierpark Haag aufgebrochen, um sich ein Bild von der Tierhaltung dort zu machen. Das Ergebnis ist mehr als besorgniserregend.

Wer Tiere liebt und sich für deren Wohlbefinden interessiert, wird niemals einen Zoo, ein Aquarium oder einen Tierpark besuchen. Auch wenn die BetreiberInnen damit werben, dass die Gehege groß und die Tiere gut versorgt seien – es ist und bleibt ein Leben in Gefangenschaft, oftmals verbunden mit schwerem Leid, Verhaltensstörungen und Dauer-Stress aufgrund der ständigen BesucherInnen-Ströme.

Genau so ist es auch im Tierpark Haag. Verglichen mit anderen österreichischen Tiergefängnissen haben manche Tierarten dort etwas mehr Platz. Eulen und Uhus jedoch, die in viel zu kleinen Käfigen sitzen, werden vielleicht ihr ganzes Leben nie wissen, was es bedeutet, die Flügel auszubreiten um zu fliegen. Auch die Raubkatzen geben Anlass zur Sorge: ein Puma zeigt eindeutig stereotypes Verhalten – verzweifelt geht er die wenigen Meter, die ihm  in seinem Gehege zur Verfügung stehen, auf und ab – ohne Unterlass. Tagein, tagaus.

Solche Verhaltensauffälligkeiten sind das Ergebnis von starker Belastung und zeigen, dass  das Tier sich nicht wohl fühlt und massiv leidet. Kein Wunder – die lauten BesucherInnen stressen das eingesperrte Raubtier zusätzlich. Blind für das Leiden des Tieres (schließlich haben Zoos uns gelehrt, dass es normal sei, Tiere eingesperrt und depressiv zu erleben) feuern Erwachsene ihre kreischenden Kinder auch noch an, möglichst schnell beim nächsten Käfig zu sein. „Jede schnelle Bewegung, jedes Schreien, jede/r BesucherIn mehr bedeutet für die Tiere nachweislich Stress. Was bringen wir unseren Kindern bei, wenn wir Tiere in einen winzigen Käfig sperren?“, sagt eine VGT-Mitarbeiterin entsetzt. „Wildtiere fliehen, wenn sie Gefahr wittern. Doch in den winzigen Zoo-Käfigen haben sie nicht einmal die Möglichkeit, sich zu verkriechen. Das ist einkalkuliert – würde man ihnen einen Rückzugsraum geben, würden die ZoobesucherInnen nichts „bekommen für ihr Geld“.“

Verhaltensauffällig sind in Haag auch die Mardertiere – den ganzen Tag laufen sie an einer Glasscheibe entlang, hin und her, und wieder zurück. Versetzt man sich als BesucherIn in die Lage des Tieres, weiß man sofort, dass es dem Marder alles andere als gut geht. Mangelt es jedoch an Empathie, werden munter Fotos gemacht, an die Scheibe geklopft, und dann geht‘s weiter zum nächsten Käfig...

Auch bei den Löwen bot sich ein mehr als trauriger Anblick – in einem Gehege ohne Versteckmöglichkeit – ein einzelner Baumstamm dient als „Deko“ - liegt der „König der Tiere“ wie leblos auf der Seite im Gras. Die Tatsache, dass er in Gefangenschaft aufgewachsen ist, und es „nicht anders kennt“ macht diese Tristesse nicht besser. VGT: „Jedes Lebewesen hat einen inneren Drang nach Freiheit und danach, seine Instinkte ausleben zu können. Hier wird den Tieren unter dem Deckmantel einer „artgerechten“ Haltung das Essentiellste verwehrt. Der Anblick der gebrochenen Raubkatze war entsetzlich“.

Die "worst of"-Liste der traurigsten Tiere in diesem Park kann beliebig fortgesetzt werden. Der Braunbär fristet sein Dasein ohne Beschäftigungsmöglichkeit, seine traurigen Augen sprechen Bände. Wölfe, die mitunter bis zu 70 km am Tag zurückliegen, werden sich auf wenigen Quadratmetern niemals annähernd artgemäß bewegen können. Zu allem Überfluss sind im Gehege nebenan die Ziegen untergebracht – immenser Stress für BEIDE Tierarten, sind sie doch sonst Fressfeinde.

Jedes Tier in diesem Tierpark ist ein Individuum. Ein Wesen, das seiner Freiheit beraubt nur mehr sein Dasein fristen als „leben“ kann. Von Geburt an eingesperrt ohne irgendeine Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Wer sehenden Auges und mit Mitgefühl im Herzen so eine Einrichtung betritt, hat nur einen Gedanken im Sinn: Tiere gehören in die Freiheit. Sie dieser rechtmäßigen Freiheit zu berauben gehört zu den größten Verbrechen auf dieser Welt.

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