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VGT dokumentiert Feldhasenmassaker im Nordburgenland: klare Gesetzesübertretungen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (08.11.2019)

Wien, 08.11.2019

Unfassbares Tierleid, gut 200 Feldhasen in nur 2 Trieben abgeknallt! – Jagdaufseher stellt Betretungsverbote vorsätzlich widerrechtlich auf: Anzeige wegen Amtsmissbrauch.

Die Missstände bei den sogenannten Niederwild-Treibjagden im Nordburgenland nehmen kein Ende. Gestern dokumentierte der VGT ein riesengroßes Feldhasenmassaker durch etwa 80 Jäger_innen an mehreren hundert Tieren. Und das, obwohl die Jägerschaft nicht müde wird zu betonen, dass der Feldhase immer seltener wird. Der Naturschutzbund erklärte den Feldhasen zum Tier des Jahres 2015 als eine in Österreich gefährdete Tierart. Durch massives, ganzjähriges Füttern und durch fanatische Bekämpfung aller Beutegreifer sind solche Massaker dennoch lokal möglich. Das Tierleid dabei ist unbeschreiblich.

Die meisten Hasen werden lediglich angeschossen und versuchen verzweifelt zu entkommen. Dann hetzt man Jagdhunde auf sie. Beißt der Hund zu, schreit der Hase wie ein Menschenkind. Für sensible Beobachter_innen ein traumatisches Erlebnis. Zusätzlich schießt man typischer Weise zwei Schrotladungen auf jedes Tier, sodass die getroffenen Hasen sicher nicht als Nahrungsmittel für Menschen taugen. Abgesehen davon bleiben tausende Bleikugeln in den Feldern stecken und vergiften den Boden, auf dem im nächsten Jahr Nahrung für den Menschen wachsen soll. Auch ein Mayr-Melnhof Spross aus Salzburg mit dem Autokennzeichen MMM 2 für Maximilian Mayr-Melnhof war als Jagdgast anwesend.

Die BH Neusiedl hatte zu dieser Treibjagd mit einer Verordnung Sperren von öffentlichen Straßen für den Fußgängerverkehr erlassen, um den VGT am Filmen zu hindern. Doch der zuständige Jagdaufseher stellte die Tafeln mit den Betretungsverboten eindeutig vorsätzlich auch an Straßen auf, die gar nicht durch die Verordnung gesperrt waren. Der VGT ließ sich dadurch nicht beirren und wird das wegen Amtsmissbrauch anzeigen. Zusätzlich wurden einige weitere Gesetzesübertretungen beobachtet:

  • zahlreiche Schüsse auf Tiere in mehr als 35 m Distanz, die mit dem Schrotgewehr selbst bei einem Treffer nicht tödlich wirken können und daher Tierquälerei sind
  • einen Schuss direkt in die Richtung einer auf öffentlicher Straße filmenden Tierschützerin
  • Jagdhund hetzt angeschossenen Hasen in ein Wohngebiet
  • Alkoholkonsum während der Jagd

VGT-Obmann Martin Balluch war dabei: Es ist mir völlig unbegreiflich, wie man an derart massivem Tierleid Spaß haben kann. Bei jedem normalen Menschen krampfen sich Herz und Seele zusammen, wenn sie die angeschossenen Hasen mit grotesker Beinstellung und aus dem Gesicht blutend davon laufen sehen, nur um von auf Schärfe dressierten Hunden angegriffen zu werden. Die Verzweiflungsschreie der Tiere gehen durch Mark und Bein. Wie kann eine zivilisierte Gesellschaft so ein sinnloses Tierleid tolerieren? Diese Jagdform des Kesseltreibens mit Bleischrot auf Tiere, die vorsätzlich aufgemästet wurden, muss verboten werden. Dazu wird auch noch der Boden mit Blei vergiftet. Dieses Schwermetall ist so gefährlich, dass es dafür keine gesetzlich tolerierte maximale Dosis gibt. Auch die kleinste Menge ist schädlich und illegal. Warum darf eine infantile Spaßgesellschaft den Boden vergiften, auf dem die Nahrung der Menschen angebaut werden soll?

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