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BH St. Pölten schickt erneut Räumungsbescheid gegen Wechselweideschweine Hubmann

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (19.01.2024)

Wien, 19.01.2024

Politische Vendetta: ein Gutachten über geringen Nitrateintrag und das BOKU Studienprojekt egal, Räumung innert 2 Wochen obwohl Beschwerdefrist 4 Wochen lang.

Die 400 Schweine im Betrieb Hubmann haben es sehr viel besser als Schweine in benachbarten Vollspaltenbodenbetrieben. Dennoch will die BH St. Pölten den Wechselweide-Betrieb Hubmann räumen aber die Vollspaltenbetriebe unbehelligt lassen, obwohl das Gesetz unzweideutig einen physisch angenehmen Liegebereich vorschreibt, den es auf Vollspaltenboden eindeutig nicht gibt. Den gut 15 Strafbescheiden gegen die Hubmanns ist gestern ein weiterer Räumungsbescheid hinzugefügt worden: bis Ende Jänner soll der Betrieb aufgelöst werden. Das ist besonders seltsam, zumal die Berufungsfrist gegen diesen Bescheid 4 Wochen beträgt. Ende Jänner ist der Bescheid also noch nicht einmal rechtskräftig. Erschütternd auch, dass sich die BH von einem Gutachten, das bestätigt, dass der Boden nicht nitratbelastet wird, und sogar vom Antrag von Professor:innen der der BOKU für eine Studie über diese neue Haltungsform nicht beeindrucken lässt. Würde der Betrieb tatsächlich geräumt, könnte die Studie nicht durchgeführt werden. Ist das das Ziel der Bezirkshauptmannschaft?

Zusätzlich lassen seltsame Aussagen im Räumungsbescheid aufhorchen. So will ein Beamter aus der Ferne gesehen haben, dass es aus einem der Schweinegehege bei Hubmanns gestaubt habe, woraus geschlossen wurde, dass die Schweine keine Stroheinstreu haben könnten. Das ist absoluter Unsinn, bestätigt VGT-Obmann DDr. Martin Balluch, der diesen Betrieb schon gut ein Dutzend Mal besucht hat. Die Schweine leben bei Hubmanns auf einer tiefen Strohmatte. Bei trockenem Wetter kann das Stroh auch stauben, aber dass die Schweine Stroheinstreu haben, das kann sogar ich garantieren. Weiters steht im Räumungsbescheid, dass Hubmanns nicht regelmäßig Stroh einstreuen würden. Ist der BH schon aufgefallen, fragt Balluch, dass in der Region zahlreiche Schweinefabriken mit Vollspaltenboden stehen, die nie Stroh einstreuen? Da müsste die BH doch endlich aktiv werden, zumal seit Mitte 2022 in der Verordnung zur Schweinehaltung eindeutig festgehalten ist, dass Schweine einen physisch angenehmen Liegebereich haben müssen. Kann das auf scharfkantigen Betonspalten möglich sein? Und Balluch weiter: Hubmanns streuen mehrmals die Woche Stroh ein, bei Regen öfter. Das machen sie allein schon deswegen, weil sie aus der Strohmatte letztlich Humus für ihre Felder produzieren wollen. Diese Vorwürfe sind tatsächlich absurd und legen nahe, dass es der BH nur darum geht, diese Schweinehaltung zu verhindern.

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