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Wien, 1.7.2024

Wegen Tierschutzverstößen: Tierschützer:innen demonstrieren heute Nachmittag am Gürtel vor dem Zirkuszelt

Kein Sommer vergeht, ohne dass ein Skandal-Zirkus für Schlagzeilen sorgt. Diesmal ist es der Zirkus Alex Kaiser, der direkt neben dem Margaretengürtel in Wien sein Zelt aufgespannt hat. Mit dabei: Kamele, Pferde und Hunde, die allesamt die Abgase der Autos einatmen müssen und der Hitze der Stadt ausgeliefert sind. Tierschützer:innen haben auch eine Vorstellung des Zirkus besucht, zahlreiche Missstände dokumentiert und zur Anzeige gebracht.

Kritisiert werden die für die Tiere stressigen Dressurnummern, die überfordernd sein können. Im Video ist zu sehen, wie ein Pferd zu Sturz kommt, weil es in der engen Manege gezwungen wird, rasch im Kreis zu laufen. In einer anderen Nummer springt ein Artist Springschnur auf einem Pferd. Für das Tier ist das sicher alles andere als angenehm! Ebenfalls bedenklich: ein stark hinkendes Kamel muss in der Manege im Kreis laufen und diverse Kunststücke vollbringen. Kranke oder eventuell verletzte Tiere haben in einer Vorstellung sicher nichts verloren, hier sollte rasch ein:e Tierärzt:in hinzugezogen werden.

In der engen Manege kommt ein Pferd zu Sturz. Das passiert häufiger bei Zirkus-Vorführungen. Auf die Tiere wird hier kaum Rücksicht genommen.

Ein Zirkusartist springt auf dem Pferdrücken auf und ab. Muss das wirklich sein? fragt sich VGT-Campaignerin Heidi Lacroix angesichts der Bilder verärgert.

Immer wieder kommt bei den Dressurnummern auch die Peitsche zum Einsatz. Der Dompteur macht das geschickt, nur in Zeitlupe wird der Schlag auf den Tierkörper sichtbar.

Eines der Kamele lahmt und muss trotzdem in der lauten Manege im Kreis laufen. Das Tier hat womöglich Schmerzen. Die Höcker hängen schlaff herab, das kann auf gesundheitliche Probleme hindeuten. Der VGT hat Anzeige erstattet.

VGT-Campaignerin Mag.a Heidi Lacroix: "Es ist in unseren Augen verwerflich, dass im 21. Jahrhundert in Zirkussen immer noch derart Profit auf Kosten der Tiere gemacht wird. Was wird den Kindern hier für ein Umgang mit fühlenden Lebewesen vorgelebt? Dass ihre Bedürfnisse nicht zählen, dass man sie vorführen kann wie Clowns? Im Video kann man sehen, wie eine Zirkusartistin ein Pferd am Schweif zieht. Was soll das für eine Botschaft senden? Zum Glück wird mit der Tierschutznovelle ab 1.7.2026 zumindest der Einsatz vom Kamelen, Lamas und Alpakas im Zirkus verboten sein."

 

Der VGT hat am 1. Juli vor der Nachmittagsvorstellung gegen die tierquälerischen Methoden im Zirkus Alex Kaiser demonstriert. 

Pressefotos von der Demo (Copyright: VGT.at)

 

Mehr Informationen zum Thema Tierzirkus finden Sie im Hintergrundwissen

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