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Grauenhaft: Liechtenstein’sche Jagdgesellschaft setzt massenweise Fasane zum Abschuss aus

Altlichtenwarth (NÖ), 05.09.2025

Nahe Altlichtenwarth wimmelt es momentan von Fasanen, die alle aus einer Zucht in Massentierhaltung stammen und nur zur Abschussbelustigung dienen werden

Es war eine Idee des Adels, dem nur langweilig war und der keinerlei Bezug zur Natur hatte. Wenn man viele Tiere abschießen will, weil das nun einmal lustig sei, dann muss man sie vorher züchten und aussetzen, weil die freie Wildbahn nicht ausreichend viele Individuen für den grenzenlosen Bedarf dafür liefert. Und so hat man sich eine eigene Fasanart gezüchtet, den sogenannten Jagdfasan. Und seither setzt man ihn aus, um ihn gleich wieder in großen Abschießbelustigungen abzuknallen. Und wie das nun einmal vor allem im Tierschutz so ist: das Freizeitvergnügen der Mächtigen und Reichen ist nicht so leicht zu beschränken, selbst wenn die große Mehrheit der Bevölkerung dieses Verhalten als abscheulich ablehnt. Und so werden noch immer Fasane in großen Brütereien gezüchtet, in Massentierhaltungen gemästet, im Tiertransport nach Österreich gebracht und hier ausgesetzt, nur um abgeknallt zu werden. Essen kann man die von Bleischrot durchsiebten, leblosen Körper praktisch nicht mehr.

Der VGT legt jetzt Aufnahmen und ein Video vor, das das massenweise Aussetzen von Zuchtfasanen im Jagdrevier der Liechtenstein’schen Jagdgesellschaft bei Altlichtenwarth zeigt. Hunderte und vielleicht sogar tausende, hilflose Tiere warten dort jetzt darauf, abgeknallt zu werden. Dabei fallen die angeschossenen Fasane verletzt vom Himmel und werden von dressierten Jagdhunden verfolgt und lebend apportiert. VGT-Obperson DDr. Martin Balluch war Zeuge einer Jagd genau dort: „Ein absolut grauenvolles Massaker, das jeder Beschreibung spottet. Es kann wirklich nicht wahr sein, dass heute noch in unserem Österreich, in dem Tierschutz in der Bundesverfassung anerkanntes Staatsziel ist, derart mit Tieren umgegangen wird. Eine grausamste Folter nur zum Spaß einiger weniger Menschen, die mit ihrer Freizeit nichts Besseres anzufangen wissen. Ein wirklich trauriges Armutszeugnis."

In Österreich hat der VGT bereits große Einschränkungen dieses perversen Jagdvergnügens erreicht. So ist das Aussetzen von Fasanen bzw. die Jagd auf ausgesetzte Fasane in 5 von 9 Bundesländern verboten. In NÖ ist das Aussetzen leider nur meldepflichtig. Der Tierschutzrat des Bundes hat die Aussetzerei selbst bereits für Tierquälerei erklärt und ein Verbot gefordert. Dieses steht jetzt im Tierschutzgesetz, allerdings mit der Einschränkung, dass nur das Aussetzen von in freier Wildbahn nicht lebensfähigen Tieren verboten ist, und die NÖ Landesregierung behauptet nun einfach, dass das auf Zuchtfasane nicht zutreffe. Und das, obwohl selbst der jagdaffine Univ.-Prof. Klaus Hackländer vom Institut für Jagdwirtschaft der BOKU Wien in einem Artikel der Jagdzeitschrift „Der Anblick“ von Oktober schreibt: „Äußerlich merkt man kaum einen Unterschied, doch das Verhalten, der Körperbau und die Physiologie von Zuchttieren verändern sich in Gefangenschaft, da die natürliche Selektion fehlt. Zuchttiere verlieren jene Anpassungen, die in freier Wildbahn das Überleben sichern. Unnatürliches Verhalten wird in Zuchtanlagen ebenso wenig ‚bestraft‘ wie inadäquate Verdauungssysteme oder Bewegungsapparate. Dieses Ausschalten der natürlichen Selektion führt unweigerlich auch zu einer Veränderung der genetischen Struktur in Zuchttieren. Was über Generationen verloren ging, kann nicht nach der Freilassung im Revier einfach wieder abgerufen werden.“

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

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