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Spiridon II-Tragödie: VGT demonstriert gegen Horror-Tiertransporte auf Hoher See

Wien, 27.11.2025

Auch Rinder von österreichischen Milchbetrieben werden per Schiff in Drittländer exportiert

Am Mittwoch, 26.11. Nachmittag demonstrierten Tierschützer:innen vom VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN auf der Mariahilfer Straße in Wien für unzählige Tiere, die per Schiff unter widrigsten Bedingungen quer über den Globus verfrachtet werden. Anlassfall ist die Tragödie auf dem Skandalschiff Spiridon II, die sich derzeit abspielt und für eine Riesen-Welle an Empörung quer über den Globus sorgt.

Link zum Video: Schiffstransporte stoppen! 

Das Tiertransportschiff sollte ursprünglich 2.901 Rinder, davon etwa die Häfte schwangere Kalbinnen aus der Milchindustrie, von Uruguay in die Türkei exportieren. Am 20. September startete es aus Montevideo. Aufgrund mangelhafter Dokumente und fehlender Ohrmarken wurde die Entladung der Tiere in der Türkei am 23. Oktober verweigert. Aktuell ist die Spiridon II kurz vor dem libanesischen Hafen Beirut, wo sie heute um 12 Uhr Ortszeit ankommen soll. (1) Ob sich nach wie vor Rinder auf dem Schiff befinden, ist unklar. Anfang der Woche wurden am libyschen Hafen Bengasi Tiere abgeladen. Laut Informationen der Animal Welfare Foundation vom Hafen in Libyen wurden 2700 Rinder entladen. Das würde darauf hindeuten, dass das Schiff nun leer sei. Aufgrund der katastrophalen Bedingungen an Bord, wie schlechte Luft, Enge, mangelndes Futter und Anhäufung von Exkrementen sind viele der Tiere schon unterwegs gestorben. Mindestens 140 Kälber sollen während der Seefahrt auf die Welt gekommen sein – mit sehr geringen Überlebenschancen. Immer wieder verschwindet das Schiff, teils tagelang, vom Radar. Wahrscheinlich wird das Schiffsortungssystem absichtlich abgeschaltet, um Tierkadaver und Gülle unbemerkt ins Meer zu entsorgen. Zwischendurch hieß es sogar, die Spiridon II solle wieder nach Uruguay zurückfahren, wo sie erst Mitte Dezember angekommen wäre – diese Überfahrt hätten die Tiere laut der Tierärztin Maria Boada Saña von AWF nicht überlebt.

Auch aus Österreich werden regelmäßig schwangere Kalbinnen per Schiff in Drittländer wie Algerien oder Tunesien transportiert.(2) „Kalbin“ ist der Fachbegriff für eine junge Kuh, die noch nie ein Kalb zur Welt gebracht hat. Sie werden von Milchbetrieben gezüchtet und geschwängert, damit sie Milch produzieren. Überschüssige Kalbinnen werden auf Versteigerungen oder ab Hof an Exportfirmen verkauft, die solche Exporte in Länder außerhalb der EU organisieren. In einer Petition fordert der VGT unter anderem ein Verbot von Lebendtiertransporten in Drittländer.

„Der Fall Spiridon II führt uns einmal mehr auf erschütternde Art und Weise vor Augen, wie fragil, gefährlich und schädlich das System des internationalen Warenhandels mit Tieren ist. Mit unserer Aktion wollen wir den qualvoll getöteten Rindern auf dem Schiff eine Stimme geben. Tiertransporte auf Hoher See müssen schleunigst unterbunden werden, damit sich eine derartige Tragödie nicht ein weiteres Mal ereignet“, so Tiertransport-Campaignerin Isabell Eckl vom VGT.

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

(1) vgl. Marinetraffic.com, Spiridon II 

(2) vgl. "Tunesien als Chance für Zuchtrinder aus Österreich", rinderzucht.at (https://www.rinderzucht.at/nachricht/20250716-tunesien-als-chance-fuer-zuchtrinder-aus-oesterreich.html)[27.11.2025]

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