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Nach Aufdeckung: Totschnig hält Vollspaltenboden für „hohen gesetzlichen Standard“

Wien, 26.11.2025

Er sei zwar bestürzt über Handlungen in Schweinefabrik Hardegg, aber Schweinen ginge es auf Vollspaltenboden „gut“ – VGT-Protest zum Ministerrat am Ballhausplatz in Wien

Da ist sie wieder, die mantrahaft wiederholte Ausrede bei jeder weiteren Aufdeckung skandalöser Zustände in Vollspaltenboden-Schweinefabriken durch den VGT: das seien nur schwarze Schafe, 99 % der Landwirt:innen würden dafür sorgen, dass es ihren Tieren gutgehe, die gesetzlichen Standards in Österreich wären vorbildlich und hoch, ja international führend. Man fragt sich nur, warum es dann immer wieder solche Aufdeckungen geben kann! Die Antwort liegt klar auf der Hand: der Vollspaltenboden ist eine reine Tierquälerei, die zwangsläufig zu verletzten und kranken Tieren führt. Der Unterschied zwischen Skandal und „anständiger Schweinefabrik“ ist nur, ob diese kranken und toten Tiere schnell genug entfernt wurden. Der VGT fordert deshalb heute einmal mehr bei einem Protest vor dem Bundeskanzleramt anlässlich des Ministerrats, dass die Regierung bzgl. der Schweinehaltung zu lügen aufhört. Nein, der Vollspaltenboden wurde nicht verboten, auch für 2034/2038 nicht. Ja, der Vollspaltenboden ist eine furchtbare Tierquälerei und damit ist Österreich Schlusslicht in der Schweinehaltung in Europa. Weder sind die gesetzlichen Standards gut oder gar vorbildlich und hoch, noch kann man beim Vollspaltenboden davon sprechen, dass die Landwirt:innen „äußerst verantwortungsbewusst“ dafür sorgen würden, dass es ihren Tieren gut geht. Sie sorgen de facto dafür, dass es ihren Tieren schlecht geht!

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: „Auch dass Mitarbeitende in Schweinefabriken den Tieren ins Gesicht pinkeln, sie mit Elektroschockern traktieren oder schlagen, hat einen direkten Zusammenhang zur Haltung auf Vollspaltenboden. Es ist eine psychologische Konsequenz, dass man auf Tiere herunterschaut und sie nachgerade verachtet, wenn sie zusammengedrängt im Dreck leben müssen, als wäre ihr Wohlbefinden nichts wert. Natürlich überträgt sich das auf die Einstellung des Personals den Tieren gegenüber, insbesondere wenn es sich um eine riesige Schweinefabrik handelt, bei der jeder emotionale Kontakt zu einzelnen Schweinen vollkommen unmöglich ist. Da gehts nicht darum, sehr geehrter Herr Landwirtschaftsminister, dass ein schwarzes Schaf aufgefallen sei und sonst wäre alles in Ordnung. Das System im Umgang mit Tieren ist faul! Dass es Schweinefabriken überhaupt geben darf, ist das Problem. Und dass man dort Tiere auf Betonspalten über ihrem Kot halten darf, so dicht zusammengedrängt, dass sie keinen Schritt gehen können, ohne ein anderes Tier beiseite drängen zu müssen. Bei den gesetzlichen Standards muss angesetzt werden. Und da ist alles beim Alten, der von der Regierung als neuer Mindeststandard 2034/2038 festgelegte Vollspaltenboden ist um nichts besser.“

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

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