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Erneut ertappt VGT zahlreiche Vogelfänger inflagranti im OÖ Salzkammergut

Bezirk Gmunden, 20.10.2025

Und diese haben eine neue Strategie: um Anzeigen zu entgehen, lassen sie sich mit Autos abholen, damit die Nummerntafeln ihrer Motorräder nicht fotografiert werden können

Gestern Sonntag im Morgengrauen waren wieder Tierschützer:innen im Bezirk Gmunden in den Gemeinden Bad Goisern und Bad Ischl unterwegs, um den Singvogelfang zu dokumentieren. Tatsächlich wurden auch 2 Singvogelfänger inflagranti erwischt. Beide entfernten auffälligerweise sofort ihre Fallen und Lockvögel und verließen eilig den Fangplatz, obwohl es erst 7 Uhr früh war. Dann ließen sie sich von einem Auto abholen, das sie per Telefon herbei gerufen hatten, um zu verhindern, dass die Tierschützer:innen die Nummerntafeln ihrer Motorräder fotografieren konnten, um Anzeigen zu erstatten. Es wurden noch weitere 4 Vogelfänger gesehen, die ihre Fangplätze offenbar nach einer telefonischen Warnung bereits verlassen hatten. Klar ist, dass es sich hier um eine neue Strategie des organisierten Vogelfangs handelt. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Gesetzesübertretungen, die Vogelfänger offenbar routinemäßig begehen. Dazu gehört, zu viele Lockvögel einer Art zu halten, die Vögel nicht tierschutzkonform zu transportieren und den Lockvögeln keine gesetzeskonforme Haltung an den Fangplätzen zu bieten. Der VGT wird diesbezüglich umfassend Anzeige erstatten.

Zur neuen Strategie des organisierten Vogelfangs gehört offenbar auch, den Tierschutz zu diffamieren und zu behaupten, man sei bedroht worden. „Die Aggression geht von Menschen aus, die uns unter Druck setzen wollen“, steht in einer Aussendung der Vogelfänger. Und der VGT wird als „militant“ und „extremistisch“ bezeichnet, eine lächerliche Unterstellung. „In Wahrheit wurde passiv und begleitet von sehr freundlichen Worten lediglich das Geschehen dokumentiert“, erklärt VGT-Obperson DDr. Martin Balluch, der den Singvogelfang persönlich seit Jahrzehnten sehr gut kennt und auch selbst anwesend war. „Der VGT will nicht die Vogelfänger unter Druck setzen, sondern erreichen, dass zumindest das Gesetz zum Schutz der Vögel eingehalten wird. Da sich keine Amtstierärzt:innen in die Abgeschiedenheit der Bergwälder begeben werden, um die Vogelfänger zu kontrollieren, müssen Tierschützer:innen diese Aufgabe im Namen der Öffentlichkeit übernehmen. Es ist unsere ureigenste Pflicht als Tierschutzorganisation, die Bevölkerung darüber zu informieren, wie bei uns mit Tieren umgegangen wird, und Anzeige zu erstatten, wenn uns Tierquälereien auffallen.“

Und Balluch weiter: „Die Unterstellung, wir seien aggressiv oder gar militant und extremistisch, ist total absurd und eine leicht durchschaubare Strategie, um vom Thema abzulenken. Offenbar sieht man sich einer öffentlichen Diskussion über den Singvogelfang nicht gewachsen. Ein Foto vom Fallenfang wilder Singvögel aufzunehmen, hat mit Militanz oder Extremismus überhaupt nichts zu tun. Und natürlich sind die Tierschützer:innen, die den Singvogelfängern begegnen, immer höflich und zurückhaltend. Seit es Mobiltelefone gibt, wäre es jederzeit möglich, Drohungen und Aggressionen zu dokumentieren, und alle Vogelfänger hatten Telefone und damit Kameras dabei. Keiner aber kann auch nur einen Film eines aggressiven Wortes seitens der Tierschützer:innen vorweisen, weil es so etwas nicht gab.“

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

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