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VGT begrüßt neue EU-Strategie zu „Nutztieren“, mahnt aber Umsetzung ein

Wien/EU, 08.07.2026

EU will die Tötung von Kücken und die Käfighaltung von Hühnern verbieten, sowie Tierwohl-indikatoren für Masthühner und ein Verbot von Kastenständen für Mutterschweine einführen

Die auch vom VGT massiv unterstützte Europäische Bürger:innen-Initiative „End the Cage Age“ gegen jegliche Form der Käfighaltung von sogenannten „Nutztieren“ (dazu gehören Hühner, Enten, Gänse, Kaninchen, Wachteln, Kälber und Mutterschweine) haben 1,4 Millionen Menschen unterschrieben. Doch sie wurde bereits vor 6 Jahren der EU-Kommission übergeben, aber bisher ist nichts geschehen. Gestern hat die Kommission jetzt endlich ihre „EU livestock strategy“ (Strategie zu „Nutztieren“) veröffentlicht. Zu Tierschutz wird darin angekündigt, dass die Tötung männlicher Kücken von Legehuhnrassen durch eine Geschlechtsbestimmung noch im Ei ersetzt werden soll. Bereits Ende 2026 will die EU die Käfighaltung von Legehennen mit Übergangsfrist verbieten und Tierwohlindikatoren in der Masthuhnhaltung einführen. Zusätzlich kündigt sie an, dass im 2. Quartal 2027 neue Regelungen zur Schweinehaltung kommen werden, wobei jedenfalls ein Ende der Haltung von Mutterschweinen in Kastenständen vorgesehen ist. Dieses Tierschutzpaket soll durch Maßnahmen wie Investitionsförderungen und äquivalenten Anforderungen an importierte Tierprodukte flankiert werden. Der VGT begrüßt diese Entwicklung, sieht aber Verbesserungsbedarf.

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: „In Österreich ist die Käfighaltung von Hühnern bereits seit vielen Jahren verboten und die Kastenstandhaltung von Mutterschweinen ab 2033 drastisch eingeschränkt. Gut, dass die EU in diesen Bereichen nachziehen will. Aber was wir jetzt brauchen ist ein echtes Verbot des Vollspaltenbodens in der Schweine- und Rinderhaltung. Im Strategiepapier der EU ist das nicht ausgeschlossen, da von verbessertem Tierwohl bei Schweinen die Rede ist. Aber explizit wird nur der Kastenstand erwähnt, wobei es auch hier Nachbesserungsbedarf in Österreich gibt. Hierzulande dürfen die armen Mutterschweine nämlich ab 2033 immer noch pro Schwangerschaftszyklus 16 Tage in diese körpergroßen Käfige eingesperrt werden, was einerseits viel zu lange ist und andererseits den Schweinefabriken ermöglicht, überhaupt Kastenstände zu belassen. Und dann ist es unmöglich zu kontrollieren, wie viele Tage sie eingesetzt werden.“

Balluch weiter: „Sehr erfreulich ist die Ankündigung der EU-Kommission, die Investitionsförderung für Umbauten zu ermöglichen und insbesondere endlich den Import von Tierprodukten zu verbieten, bei denen die Tiere nicht unter den Mindeststandards der EU gehalten worden sind. Besonders letztere Forderung ist zentral, um die Standards in der EU zu schützen und die Tierquälerei nicht in Drittländer zu verlagern.“

Und Balluch abschließend: „Ankündigen ist das Eine, diese Ankündigung auch wirklich umzusetzen das Andere. Der VGT und die anderen 150 Tierschutzorganisationen der EU, die die Bürger:innen-Initiative getragen haben, werden die Kommission an ihren Taten messen und sie an ihre Versprechen erinnern. Aber eines muss für uns hier in Österreich klar sein: als Land mit Tierschutz als Staatsziel und einer sehr tierschutzaffinen Bevölkerung sollten wir in der EU im Tierschutz vorangehen, nicht durch neue Mindeststandards getrieben werden. Selbst wenn die EU also den Vollspaltenboden nicht explizit verbieten wird, müssen wir das hierzulande tun, um den Boden für ein entsprechendes EU-weites Verbot zu bereiten, das dann – wie bei der Käfighaltung von Hühnern und der Kastenstandhaltung von Mutterschweinen – folgen wird!“

Mehr über End the Cage Age 

Pressefotos von der Aktion am 23.6. am Stephansplatz (Copyright: VGT.at)

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