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VGT warnt: Deutsche Brieftaubenverbände wollen tausende Tiere in Wien aussetzen

Wien, 09.07.2026

Am 25. Juli sollen Brieftauben von Wien 500 km bis nach Bayern fliegen – 50-75 % davon werden sterben oder die Stadttaubenpopulationen am Weg dorthin vergrößern!

Warum dürfen Haustiere eigentlich massenweise ausgesetzt werden, obwohl sie in der freien Wildbahn nicht überlebensfähig sind? Das Hobby der Brieftaubenzucht wird seitens der Behörden unwidersprochen akzeptiert. Am 25. Juli 2026 ist wieder ein Massenabflug aus Wien geplant. Der deutsche Brieftaubenverband Kreis Mainfranken-Rhön will an diesem Tag dem Vernehmen nach tausende Brieftauben aussetzen, die dann über 500 km zu ihren Schlägen zurückfliegen sollen. Und dabei treten Verluste von 50 % 1 bis 75 % (2) auf, die viele Ursachen haben: Greifvögel, Schwäche der Tiere, Unwetter und Sturm oder auch Verwirrung durch Handynetze und Radareinrichtungen(1). Damit die Tauben überhaupt zurück fliegen, werden sie einem großen Stress ausgesetzt: man trennt sie vom geliebten Partner oder Partnerin oder ihren Kindern! Die verzweifelten Tiere wollen daher am schnellsten Weg zurück, scheitern aber oft mehrheitlich an den Bedingungen.

Während in Salzburg Menschen, die Tauben füttern, mit Brachialgewalt verfolgt werden, weil sie angeblich die Taubenpopulation der Stadt vermehren, dürfen Brieftaubenverbände ihre Tiere einfach aussetzen. Viele der gestrandeten Brieftauben schließen sich dann Stadttaubenpopulationen an und vermehren diese dadurch. Darüber hinaus sind diese neuen Stadttauben orientierungslos, wissen nicht, woher sie ihre Nahrung beziehen sollen, und sind daher vollständig von netten Menschen abhängig, die sie füttern. Und trotzdem werden diese Menschen dann von den Behörden mit hohen Strafen und teuren Zivilklagen drangsaliert! Bei keiner anderen Tierart gibt es Fütterungsverbote für ausgesetzte Haustiere und bei keiner anderen Tierart ist das Aussetzen der Haustiere ein Sport, der von den Behörden geduldet wird!

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch engagiert sich für eine von der Stadtverwaltung verfolgte Tierschützerin in Salzburg, die verhungernde Tauben gefüttert hat: „Es ist mir unbegreiflich, warum der Umgang mit Tauben durch die Behörden derart widersprüchlich ist. Man toleriert, dass Hobbyzüchter:innen ihre Haustiere durch Aussetzen quälen und dadurch die Stadttaubenpopulation vermehren, während gleichzeitig das Füttern der hilflos ausgesetzten Haustiere zum Kapitalverbrechen erklärt wird. Das Aussetzen von gezüchteten Tieren zur Belustigung von Menschen, ob für die Jagd (Fasane) oder für den Brieftauben“sport“, muss beendet werden! Und selbstredend muss man die ausgesetzten Haustiere als anständiger Mensch versorgen dürfen. Wie verrückt: die Stadtregierungen versuchen die Taubenpopulationen zu reduzieren, dulden aber deren Vermehrung durch Hobbyzüchter:innen. Lassen wir bitte diesen Schildbürgerstreich in Zukunft!“

(1) Warzecha, M., Kahlcke, K. Et al: „Beitrag zur Ermittlung von Kennzahlen zu Verlusten bei Wettflügen von Brieftauben (Untersuchungszeitraum: 2004-2008)“ (2009) [9.7.2026]

(2) Gamp, Roland: "Wettflug in den Tod", in: Tagesanzeiger, 3.9.2017 

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