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Aufgedeckt: Schwere Rinder-Vernachlässigung in Vorarlberg

Bezirk Bregenz, 17.06.2026

Erneut grobe Missstände im Skandalbetrieb von 2023 im Raum Bregenz: Tiere stehen immer noch in Fäkalien, Stall völlig heruntergekommen.

Eine völlig vernachlässigte Tierhaltung, schwerste Verschmutzungen, Rinder, die in den eigenen Fäkalien stehen und liegen müssen: dieses erschütternde Bild liefern die Aufnahmen von Juni 2026, die dem VGT zugespielt wurden. Der betroffene Rinderbetrieb befindet sich im Raum Bregenz in Vorarlberg. Der VGT hat Anzeige erstattet.
Doch der Skandal endet nicht bei den derzeitigen, untragbaren Zuständen im Betrieb. Bereits vor drei Jahren im Jahr 2023 erstattete der VGT Anzeige aufgrund der Missstände. Wiederholt bestätigten Anrainer:innen und Passant:innen dem VGT gegenüber: Auch sie hätten den Betrieb in der Vergangenheit immer wieder behördlich gemeldet. Es ist völlig inakzeptabel, dass dort trotzdem immer noch solche Zustände herrschen.

Leben in Fäkalien

Das Leben der Rinder ist auf die maroden und verschmutzen Flächen beschränkt. Obwohl der Betrieb von Wiesenflächen umgeben ist, scheinen die Rinder keinen Zugang zu den Weiden zu erhalten. Stattdessen leben sie in extrem dreckigen und heruntergekommen Gebäuden. Der Boden ist bedeckt mit Fäkalien, teils bis zu den Knöcheln stehen die Rinder im Kot. Jungtiere und erwachsene Rinder müssen auf den feuchten, zugekoteten Flächen liegen.

Es ist zu erwarten, dass auch die Gesundheit der Tiere in so einer Haltung extrem leidet. Diese wiederholte, möglicherweise schon seit vielen Jahren bestehende, schwere Vernachlässigung passiert nicht über Nacht. Hier leiden Tiere immens. Und das unter den Augen der Behörden.

Sandy P. Peng, VGT-Campaignerin in Vorarlberg

Zu den Medienberichten

Versagen die Behörden?

Im August 2023 deckte der VGT den Betrieb das erste Mal auf. Doch schon damals meldeten sich kundige Personen, die anonym bleiben wollten: Sie hätten den Betrieb schon mehrfach behördlich gemeldet, aber sie seien meist vertröstet worden. Eine Person schilderte sogar, dass der Betrieb ihr gegenüber für seinen „fürsorglichen Umgang“ mit den Tieren gelobt worden wäre. Auch der VGT erstattete 2023 umfassende Anzeige. Die zuständige Bezirksbehörde sah damals keine „schwerwiegenden Verstöße“. Eine nachhaltige Veränderung ist in den neuen Aufnahmen nicht erkennbar. Es wirkt, als würden solche Zustände, wie sie auch jetzt im Jahr 2026 dokumentiert wurden, behördlich geduldet.

Gegenüberstellung 2026 und 2023

Man muss keine Amtstierärztin und kein Agrarexperte sein, um zu sehen, dass solche Verhältnisse keinesfalls gesetzeskonform oder artgemäß sein können. Doch scheinbar sind wir an dem Punkt in Vorarlberg und in Österreich angelangt, wo selbst eine Haltung, wo Rinder tief in der eigenen Scheiße stehen, konsequenzlos bleibt. Dieser Fall zeigt auch einmal mehr, dass wir in Österreich auf mutige Meldepersonen und investigatives Bildmaterial angewiesen sind, um das Tierleid an die Öffentlichkeit zu bringen. Wir alle wollen und dürfen solche Zustände nicht akzeptieren.

Sandy P. Peng

Bedenkliche Entwicklungen in Österreich

Während dieser Fall ein weiteres Mal zeigt, dass in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in Österreich keineswegs „alles in Ordnung“ ist, versucht die Landesregierung in einem anderen Bundesland (Steiermark), das Aufdecken von Tierleid zu kriminalisieren. Wer eine Stalltüre öffnet, um ein Foto zu machen, soll eine Straftat begangen haben – das Foto dürfte nicht weiter verwendet werden, weder um die Tierquälerei anzuzeigen, noch um die Öffentlichkeit über die Missstände zu informieren. Ob die derzeitige Bundesregierung dem steirischen Landtag folgt, bleibt abzuwarten. Für die Tiere hätte es katastrophale Konsequenzen.

Sandy P. Peng abschließend: „Die Rinder in diesem Betrieb haben Gerechtigkeit verdient! Ein Leben im eigenen Kot ist inakzeptabel. Wenn die zuständigen Behörden hier nicht endlich durchgreifen, ist das eine Bankrotterklärung des österreichischen Tierschutz-Kontrollsystems.“

Du kannst helfen.

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Das Aufdecken von Tierquälerei darf nicht kriminalisiert werden. Teile der Politik und der Agrarlobby möchten, dass das Betreten von Ställen, das Dokumentieren von Tierleid und das Veröffentlichen von Aufnahmen aus Skandalställen zur Straftat wird. Im Sinne der Tiere und der Menschen muss das dringend verhindert werden.

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Als gemeinnütziger Verein setzen wir uns seit 1992 für alle Tiere in Österreich ein. Mit unserer Aufdeckungsarbeit und unseren Kampagnen haben wir schon viel erreicht. (Das Foto zeigt ein glückliches Rind auf einem Lebenshof.)